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Biljana 21.04.2013 13:39

Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Ich bin noch Studentin und arbeite als Freie. Daneben (während den Semesterferien oder mal in einem Zwischensemester) mache ich verschiedene Praktika in Redaktionen / Pressedienst. Bald werde ich auch noch ein Praktikum in einem anderen Bereich (nicht Journalismus) absolvieren, das mich einfach interessiert.

Was meint ihr, ab wann macht man zu viele Praktika? Sind "zu viele" Praktika schädlich (das habe ich mal gehört) im Bezug auf die Karriere? Wie viele habt ihr so gemacht bis zum Volo? Kommt es beim "zu viel" darauf an, welcher Art die Praktika sind? Sehen das Personalleute als schlecht an, wenn man während (fast) allen Semesterferien Praktika absolviert hat?

Ich frage, weil ich natürlich hoffe, dass ich irgendwann mal einen festen Job im Journalismus kriege und mir mit zu vielen Praktia nicht meine Chancen zerstören will. Ich meine ich arbeite daneben ja auch als Freie. So ist es also nicht, dass mich keine Redaktion irgendwie "behalten" wollte.

Danke für eure Meinungen.

Geisteswirtscha 23.04.2013 21:11

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Also zu viele Praktika gibt es nicht. Nur ein Beispiel: Wenn du 10 Praktika bei Zeitungen gemacht hast, dann würde ich ohnehin im Lebenslauf nur die wichtigsten angeben. Die Personaler wollen wissen, welche Erfahrung du gesammelt hast und wie oft du irgendwo gearbeitet hast.

Grüße

punky 24.04.2013 08:39

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Meiner Erfahrung nach wird eine kontinuierliche Mitarbeit bei einem Medium höher bewertet als das Xte Praktikum.

tooobii 24.04.2013 14:50

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Wofür sollte ein Praktikum vor allem da sein? Um selbst etwas zu lernen. Wann ist es also definitiv genug mit Praktika? Wenn du das Gefühl hast, nichts mehr zu lernen.

Das kann daran liegen, dass du nur Aufgaben bekommst, für die du mittlerweile überqualifiziert bist. Oder daran, dass sich niemand um dich kümmert, keiner deine Fragen beantwortet. In solchen Fällen wäre ich auch bereit, ein Praktikum abzubrechen.

Eine feste Anzahl an Praktika gibt es in meinen Augen nicht. Wenn z.B. jemand schon mehrere Print-Praktika gemacht hat, finde ich es Ok, wenn er sich einmal eine Radio-Redaktion anschauen will. Das setzt für mich allerdings voraus, dass ein Praktikum bezahlt wird!

Ansonsten stimme ich punky zu. Optimal ist wohl die Kombination aus Praktika und langjähriger freier Mitarbeit.

Miriam86 25.04.2013 14:31

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Ach, es gibt die und die Entscheidungen.

Ich habe neun Praktika gemacht. Vier davon waren ein- bis zweiwöchige Schülerpraktika (dreimal Zeitung, einmal Radio). Ich habe sie im Lebenslauf stehen, weil ich sie recht früh gemacht habe, das also für Kontinuität steht. Negativ wurde ich darauf nur einmal in einem Bewerbungsgespräch angesprochen ("Warum füllen Sie Ihren Lebenslauf denn mit sowas?"), die anderen haben die Botschaft verstanden.

Im Studium habe ich in fast allen Semesterferien Praktika gemacht: Pressestelle Bundestag, Zeitung, Magazin, Radio, Fernsehen. Ich wollte dabei die ganze Breite abdecken, um zu sehen, welches Medium mir am meisten liegt. Dazu vier Jahre Freie Mitarbeit für zwei Zeitungen und jahrelang Mitarbeit bei Online-Magazinen.

Als ich mich dann fürs Volo beworben habe, waren das einige Rückmeldungen:
Eine Absage, weil ich kein Praktikum in einer Politikredaktion hatte
Eine Absage, weil mein zweimonatiges Praktikum in einer Zeitungsredaktion nicht lange genug war (als Freie kenne man den Redaktionsalltag nicht, war die Begründung)
Eine Absage, weil aus meinem Lebenslauf heraus nicht klar hervorgehe, dass ich gerne Zeitung machen möchte.
Ansonsten konnte ich mich über die Auswahl aber nicht beschweren (waren auch noch Absagen ohne Begründung dabei).

julia 25.04.2013 20:32

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Zitat:

Zitat von Miriam86 (Beitrag 86374)
Eine Absage, weil mein zweimonatiges Praktikum in einer Zeitungsredaktion nicht lange genug war (als Freie kenne man den Redaktionsalltag nicht, war die Begründung)

na, da war derjenige, der die Absage geschrieben hat, ja n echter Experte. Dass in vielen Redaktionen nur noch Freie sitzt, hat der ja wohl nicht mitbekommen. Aber ich hab sowas ähnliches auch schon gehört, da ging's allerdings eher in Richtung Frage beim Vorstellungsgespräch, ob man sich nach der Zeit als Freier wieder vorstellen könne, morgens bis 9 am Arbeitsplatz zu sein und im Team zu arbeiten... :roll:

Miriam86 26.04.2013 13:10

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Zitat:

Zitat von julia (Beitrag 86378)
na, da war derjenige, der die Absage geschrieben hat, ja n echter Experte. Dass in vielen Redaktionen nur noch Freie sitzt, hat der ja wohl nicht mitbekommen. Aber ich hab sowas ähnliches auch schon gehört, da ging's allerdings eher in Richtung Frage beim Vorstellungsgespräch, ob man sich nach der Zeit als Freier wieder vorstellen könne, morgens bis 9 am Arbeitsplatz zu sein und im Team zu arbeiten... :roll:

Es ist ja unabhängig davon, wieviel Ahnung der stellvertretende Chefredakteur hat/hatte (es gibt ja genug Zeitungen, bei denen Freie zwar nahezu den kompletten Inhalt füllen, aber keine Innendienste machen) - ich wollte nur zeigen, dass es immer abhängig vom Medium ist, wie viel "genug" ist.

Biljana 27.04.2013 14:43

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Hallo Leute, danke für eure Antworten. Ich hoffe also, dass mich Personalleute nicht wegen "zu vielen" Praktika-Stellen verurteilen. Hoffentlich reicht es dann mal für ein gutes Volo.
Und Miriam, ich finde auch, dass einige Absagegründe etwas doof klingen. Wahrscheinlich wollten die einfach einen Grund finden, um "plausibel" absagen zu können.
Und zu langjähriger Mitarbeit: Zur Zeit schreibe ich etwas weniger (so zwei Artikel pro Monat), da ich echt mit der Uni beschäftigt bin. Ich hoffe, dass das nicht schlecht ist, wenn man als Freier nicht immer viel geschrieben hat und einfach okay ist, wenn man kontinuierlich schreibt.

Miriam86 29.04.2013 11:35

AW: Wie viele Praktika sind zu viele?
 
Zitat:

Zitat von Biljana (Beitrag 86384)
Hallo Leute, danke für eure Antworten. Ich hoffe also, dass mich Personalleute nicht wegen "zu vielen" Praktika-Stellen verurteilen. Hoffentlich reicht es dann mal für ein gutes Volo.
Und Miriam, ich finde auch, dass einige Absagegründe etwas doof klingen. Wahrscheinlich wollten die einfach einen Grund finden, um "plausibel" absagen zu können.
Und zu langjähriger Mitarbeit: Zur Zeit schreibe ich etwas weniger (so zwei Artikel pro Monat), da ich echt mit der Uni beschäftigt bin. Ich hoffe, dass das nicht schlecht ist, wenn man als Freier nicht immer viel geschrieben hat und einfach okay ist, wenn man kontinuierlich schreibt.

Ach, wahrscheinlich ist, dass du an welche geraten wirst, denen es zu viele sind, wahrscheinlich ist auch, dass du an welche geraten wirst, denen die Auswahl nicht passt - wahrscheinlich ist aber, dass die Mehrzahl da keinen Wert drauf legt ;)

Die Gründe können doof sein, sind bei den beiden Zeitungen (Politikpraktikum und mind. dreimonatiges Zeitungspraktikum) aber schlicht Einstellungsvoraussetzungen. Sowas wird einem immer wieder passieren - und hat keine Auswirkung darauf, dass man trotzdem ein tolles Volo bekommen kann.


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