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hallei 14.08.2009 12:32

Journalistenschule ohne Schüler
 
Wer hätte gedacht - bei dem heuer schier unfassbaren Run auf journalistische Ausbildungsstätten - dass eine Journalistenschule einen Ausbildungsjahrgang mangels Interessenten ausfallen lassen muss.

Das "medien colleg rostock" wollte in diesem Jahr erstmalig die zwei jährige Ausbildung zum Cross-Media-Redakteur an den Start schicken. Geplant waren 16 Schüler und eine Ausbildungsgebühr von 330,- Euro/Monat. Die Bewerber haben jedoch nicht einmal den zweistelligen Bereich geknackt!

Ich finde es verwunderlich. Auch wenn Gebühren für eine Ausbildung an sich daneben sind, ist diese Ausbildung inhaltlich naher der einer Journalistenschule und wahrscheinlich deutlich gehaltvoller als manch Volontariat.

Zwar besteht rein theoretisch noch die Möglichkeit auf eine erfolgreiches erstes jahr, allerdings müssten sich dann in den nächsten Tagen (letzter Bewerbertag ist der 24.08.09) mindestens doppelt so viele anmelden wie in den letzten 6 bis 8 Monaten :roll:

Wen es trotzdem interessiert: http://www.mediencolleg-rostock.de/ und
http://www.mediencolleg-rostock.de/ausbildung6.php

Konni Shiva 14.08.2009 13:53

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
hm liegt vielleicht daran, dass wenige leute 330Euro/Monat ausgeben wollen, um an einer noch ziemlich unbekannten ausbildungsstätte für einen eh recht unsicheren job ausgebildet zu werden.
ich weiß nicht wie es bei den anderen schulen aussieht, aber zumindest an der DJS gab es für 09/10 genausoviel bewerber wie sonst auch.

KathyK 14.08.2009 14:26

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Ich finde es schon ein wenig verwunderlich. 330 € sind zwar viel Geld, aber die ganzen anderen Privatschulen haben doch auch Zuwachs und sind unter Umständen wesentlich teurer.

christine 14.08.2009 14:33

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Zitat:

Zitat von KathyK (Beitrag 74804)
(...) aber die ganzen anderen Privatschulen haben doch auch Zuwachs

Welche denn?

Zitat:

Zitat von KathyK (Beitrag 74804)
und sind unter Umständen wesentlich teurer.

Zahlen?

KathyK 14.08.2009 14:42

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
welche? eben diverse bekannte. die nannen in hamburg zum beispiel. die kostet allerdings nichts. :o) wenn du wissen möchtest, wie teuer einzelne private sind, dann müsstest du das wohl eben selber nachgucken. ;o)

na gut...jetzt hab ich doch ein bisschen nachgeschaut.
rekord- ansturm gab es zum beispiel auf die axel-springer- akademie. die zahlen allerdings auch 1200 im monat.
die hamburg media school kostet 6000 im monat und auch die können wohl nicht klagen. bewerben tun sich genug.

Konni Shiva 14.08.2009 15:15

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
also dass nannen ubnd springer genug bewerber haben ist auch nicht wirklich verwunderlich ---> große namen und gute ausbildung, seit ner ganzen weile schon.
und die HMS kostet 6.000 im jahr, nicht im monat. über deren ruf im journalismus weiß ich nicht so viel, im filmbereich sind sie aber recht renommiert. und sie sind auch nicht erst seit kurzem im geschäft.

hallei 14.08.2009 15:15

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
@ KathyK: wohl eher 600,- im Mon. und nicht 6000,- :-D

Hochgerechnet ist der Preis aber "fair" im Vergleich zu diversen Schulungs-Schreibkursen etc. Verbunden mit der Tatsache, dass viele Freie mit der Voloaussicht bei Laune gehalten werden und am Ende - als Freier meist unterbazahlt - leer ausgehen. Und nebenher arbeiten kannste ja in Rostock auch noch.

Auch klar das Springer und Co. deutlich im Vorteil sind. Erstens weil sie zahlen und dann haben sie (ASA, Nannen, DJS, BJS, IFP usw) auch schon ihren Ruf weg. Aber trotzdem find ich die geringe Nachfrage in Rostock etwas verwunderlich. Kann es mir eigentl. nur durch die schlechte Aufmachung erklären. "Nur durch googeln" sind sie kaum zu finden.

christine 14.08.2009 15:59

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Zitat:

Zitat von KathyK (Beitrag 74808)
wenn du wissen möchtest, wie teuer einzelne private sind, dann müsstest du das wohl eben selber nachgucken. ;o)

Wenn Du hier irgendwelche Behauptungen in den Raum wirfst, musst Du schon damit rechnen, dass jemand nachfragt.

Zitat:

Zitat von KathyK (Beitrag 74808)
na gut...jetzt hab ich doch ein bisschen nachgeschaut.
rekord- ansturm gab es zum beispiel auf die axel-springer- akademie. die zahlen allerdings auch 1200 im monat.
die hamburg media school kostet 6000 im monat und auch die können wohl nicht klagen. bewerben tun sich genug.

Denn offensichtlich wusstest Du selbst nicht so genau, wovon Du eigentlich redest. ;-)

christine 14.08.2009 16:11

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Zitat:

Zitat von hallei (Beitrag 74811)
Aber trotzdem find ich die geringe Nachfrage in Rostock etwas verwunderlich. Kann es mir eigentl. nur durch die schlechte Aufmachung erklären. "Nur durch googeln" sind sie kaum zu finden.

Mag sein, dass die Ihr Ausbildungsangebot nicht genug beworben haben. Aber deren Kooperationspartner für die Ausbildung zum Cross-Media-Redakteur sind halt für Interessenten auch nicht sooo spannend: Lokalradio Rostock, Offener Kanal Rostock und irgendein Verein, zu dem der Link ins Leere führt.
Guck Dir auch mal deren Voraussetzungen (geht auch mit einem guten Realschulabschluss) und Stoffgebiete an. Die Abschlussprüfung ist schulintern und bislang kein bisschen etabliert. Auf mich wirkt das ein bisschen wie für Leute gemacht, die Bildungsgutscheine von der Arbeitsagentur oder Geld aus dem Europäischen Sozialfond bekommen.

KathyK 14.08.2009 16:14

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
oh..6000 im jahr. stimmt. ich hab mich verlesen. entschuldigt. :rolleyes:

ich hatte letztens einen entsprechenden artikel gelesen. mir will aber nicht einfallen, wo. es ging jedenfalls darum, dass der ansturm auf (private) journalistenschulen gewachsen ist. vielleicht habe ich es auch aus einem anderen forum. studiVZ oder xing?

gut...renommiert sind nannen usw wirklich.

ich fand rostocks internet- auftritt auch relativ dürftig. der hinweis, bafög könnte gezahlt werden, muss aber nicht, das ist halt individuell..hm..naja..super hinweis. zeugt von qualität.

ich finde es trotzdem verwunderlich. es gibt so viele junge abiturienten mit ordentlich geld im hintergrund, die doch auch sonst auf jede privatschule gehen, die eine schöne zukunft verspricht. jeder will doch heute "irgendwas mit medien" machen und "irgendwas mit medien" bietet rostock doch an. :p ich hätte zumindest gedacht, es würden sich mehr als 9 leute bewerben.

hallei 14.08.2009 16:27

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Zitat:

Zitat von christine (Beitrag 74813)
Aber deren Kooperationspartner für die Ausbildung zum Cross-Media-Redakteur sind halt für Interessenten auch nicht sooo spannend: Lokalradio Rostock, Offener Kanal Rostock und irgendein Verein, zu dem der Link ins Leere führt.

Naja, bin ich geteilter Meinung. Sicher sind die Kooperationspartner nicht so sexy. Andererseits gibts z.B. tief im Schwabenland, Zeitungen mit einer tägl. Auflage von rund 20.000 Exempl. und die haben für eine Volontärsstelle über 100 Bewerber. UND Voraussetzung war abgeschlossenes Studium.
KLAR: Dafür zahlen sie. Trotzdem ...

Zitat:

Zitat von christine (Beitrag 74813)
Voraussetzungen (geht auch mit einem guten Realschulabschluss)

Damit kommste auch bei Springer und Nannen an. Wenn ich nicht irre an der BJS auch. DJS weiß ich nicht.

Konni Shiva 14.08.2009 16:39

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
abitur braucht man an der DJS, an der nannen nicht offiziell.
beide empfehlen aber ein vorheriges Studium, ist auch selten dass man ohne reinkommt.

christine 14.08.2009 20:21

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Eben. Und ich glaube auch nicht, dass die - Zitat -

den bereichsübergreifenden Lernbereich mit:
_Deutsch und Kommunikation
_Sozial- und Gesellschaftskunde
_Philosophie

den berufsbezogenen Lernbereich mit:
_Fachmathematik incl. Medienkalkulation
_Wirtschafts- und Werbelehre
_Fachenglisch

auf dem Lehrplan stehen haben wie es beim Mediencolleg Rostock der Fall ist. Mal ganz zu schweigen davon, dass die renommierten Journalistenschulen auch ganz andere Dozenten beschäftigen.

cezbaz 16.08.2009 14:48

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
Zitat:

Zitat von hallei (Beitrag 74815)
Sicher sind die Kooperationspartner nicht so sexy. Andererseits gibts z.B. tief im Schwabenland, Zeitungen mit einer tägl. Auflage von rund 20.000 Exempl. und die haben für eine Volontärsstelle über 100 Bewerber. UND Voraussetzung war abgeschlossenes Studium.
KLAR: Dafür zahlen sie. Trotzdem ...

Im Zweifelsfall würde ich ein Volo bei einer kleinen Zeitung einer neu gegründeten, dubiosen "Journalistenschule" ohne jegliches Renommee vorziehen. Denn was soll daran besser sein? Beschäftigungschancen im Anschluss gibt es keine, besonders tolle Kontakte knüpft man angesichts der schlechten Partner auch nicht, und man muss noch einen Haufen Geld bezahlen. Vermutlich will da jemand mit dem Run auf Journalismus verdienen und nutzt die magische Wirkung des Wortes "Journalistenschule" aus, so sehe ich das. Bloß, was bringt denn so ein Abschluss?

sienat 16.08.2009 15:36

AW: Journalistenschule ohne Schüler
 
christine hat schon einiges gesagt, dem ich zustimmen würde.
Hinzu kommt -man muss es leider feststellen- dass Teile der neuen Bundesländer für junge Leute, die sich dafür interessieren, in diesem Bereich zu arbeiten, nicht die erhoffte Attraktivität ausstrahlen. Oftmals zu Unrecht.

Hinzu kommt die Presseentwicklung in den neuen Bundesländern mit der zunehmenden Ausdürrung. Die neuesten Diskussionen um den Nordkurier (vgl. Artikel von Stefan Niggemeier dazu) tun ihr übriges und sind symptomatisch.
Wenn die Infrastruktur fehlt, bleiben dann tatsächlich solche Sachen wie Offener Kanal übrig. Wobei deren Ausbildungsqualität nicht zu unterschätzen ist !
Vielfach wird wirklich hauptsächlich der gute Name bezahlt. Das ist zwar nicht immer einzusehen, aber Realität.


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