Journalismus.com Forum

Journalismus.com Forum (http://www.journalismus.com/_talk/index.php)
-   Job-Angebote: (http://www.journalismus.com/_talk/forumdisplay.php?f=11)
-   -   Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden? (http://www.journalismus.com/_talk/showthread.php?t=30026)

Kugelschreiber84 12.08.2015 08:01

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
3 Cent pro Wort, und das als Journalist? Um Gottes Willen. ..

reger 13.08.2015 14:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Leider sind oftmals 3 Cent pro Wort das normale Preismaß. Habe schon von vielen Kollegen gehört, dass es kaum noch über 5 Cent hinaus geht,.

Nina70 14.08.2015 02:05

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Sorry, aber manche Kommentare reizen meine Lachmuskeln. Da gibt es wohl Menschen irgendwo im elitären Journalistenland, die nix im Kühlschrank haben, Honorare einklagen, tagelang recherchieren und Fahrtkosten selbst tragen müssen, aber dafür ach so anspruchsvolle Aufträge haben, die dann -einmal im Monat- mit einigen hundert Euro vergütet werden. Diese Elitären regen sich über andere Menschen auf, die außerhalb der Elite tätig sind, aber die sich sagen: Lieber schreibe ich einen Text, der nicht hochanspruchsvoll ist, aber dafür bekomme ich Geld, von dem ich mir was zu essen kaufen, meine Miete bezahlen, mein Auto tanken, mein Kind ernähren kann. Ihr lieben Elitären, lasst euch sagen, dass man sich Anspruch leisten können muss. Hört bitte auf, all diejenigen zu verunglimpfen, die vom Schreiben leben möchten, ohne Hunger zu leiden. Es funktioniert, mit einem, mit zwei oder mit drei Cent pro Wort. Nach einiger Zeit seid ihr auf so vielen Gebieten versiert, dass ihr keine Recherche mehr braucht. Keine Fahrtkosten. Keine nervige Akquise. Schreibe 100 Worte in fünf Minuten, macht 1.200 pro Stunde. Bleiben wir bei 2 cent pro Wort. 24€ Stundenlohn ... Sechs Stunden Arbeit am Tag, jedes Wochenende frei, etwa 2.500€ verdient ... Genug, um mehrmals im Monat einkaufen zu gehen. Viele Menschen, die acht Stunden arbeiten, zwei Stunden Fahrtweg zur Arbeit haben und im Schichtdienst unterwegs sind, träumen von einem solchen Verdienst. Und wenn der Kunde zufrieden ist, dann ist es kein Müll, der produziert wird, sondern es ist eine Dienstleistung, die im Übrigen von Google ins Leben gerufen wurde. Ich habe einen Master in der Germanistik, habe Lehraufträge angenommen, die wesentlich schlechter bezahlt wurden, und mich irgendwann entschieden, von dem elitären Zug abzuspringen. Seitdem geht es mir und meinem Konto blendend. Wie ich schon sagte: Anspruch muss man sich leisten können ... verblödet bin ich nach sechs Jahren als Contenttexter übrigens noch nicht. Nach meinem Sechsstundentag im heimischen Büro habe ich genug Zeit, mich anspruchsvoller Literatur hinzugeben und meine Fremdsprachenkenntnisse zu pflegen. Packt mich die Reiselust, nehme ich meinen Laptop und fahre ein paar Wochen ins Ausland. Arbeiten kann ich überall, ich brauche nur einen Internetzugang. Jeder Beruf kann spannend sein. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Ich möchte mit keinem der elitären Journalisten tauschen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich sowohl in Bezug auf meinen Kontostand als auch in Anbetracht meiner geistigen Fähigkeiten -trotz der verblödenden Fließband-Arbeit- mit vielen, die sich hier maßlos aufregen, mithalten kann. Leben und leben lassen ... Was spricht gegen die Veröffentlichung der Angebote? Wir sind alle mündig und können selbst entscheiden, ob wir sie annehmen möchten oder nicht.

Reporterin 09.09.2015 16:50

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Bei 2.500,- € haben Sie nach allen Abzügen, Betriebskosten, Steuern, Versicherungen etc. max. 1.100,- € übrig. Und davon bestreiten Sie nicht nur Ihren Lebensunterhalt, sondern zahlen davon noch Fremdsprachenkurse / -literatur, Literatur und wochenlange Auslandsaufenthalte. Daneben sind Sie sogar Vollzeit beschäftigt. Respekt! Nebenbei bemerkt gehören Sie ins Guinnessbuch der Rekorde mit Ihrer Anschlagszahl. Allerdings, redigieren und lektorieren brauchen Sie natürlich nicht. Obwohl: Bei 10 Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern, die ich so auf Anhieb gesehen habe, sollten Sie es zumindest damit mal versuchen - mit dem Redigieren und Lektorieren.


@Nina70 Tschuldigung, da habe ich den falschen Button genommen. Es sollte keine Direktantwort werden.

Honeyman 07.07.2016 04:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
meines erachtens kann jeder für sich entscheiden ob er auf solche Angebote eingeht, es allerdings verbieten sollte daher keine Option sein.

narwal 01.09.2016 10:14

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Tja, das ist leider traurige Realität und manchmal muss man schon fast froh sein, solche Preise angeboten zu bekommen.

Rennwagen80 05.09.2016 14:37

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
3 Cent sind Dumpingpreise

MABL 09.02.2017 12:30

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich finde die stark unterschiedlichen Meinungen als Berufseinsteiger sehr interessant. Bei einem Arbeitgeber, für den ich zeitweise auch fest angestellt war, bekam ich für Produkttexte knapp 6 Cent/Wort.
Kann ich das also als recht gute oder eher noch mittelmäßige Bezahlung werten?

Als "Anfänger" ist es wirklich schwer einzuschätzen, welche Preise man veranschlagen sollte. Man möchte ja Kunden gewinnen und nicht vergraulen...

Reporterin 06.05.2017 09:11

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Die Sache dürfte sich sowieso bald erledigt haben, da ein neues Urteil vom März d. J. (Az. B 12 R 7/15 R) die Honorarhöhe als ein wichtiges Kriterium heranzieht, ob jemand selbständig ist oder nicht. Das heißt, man kann zukünftig Dumpingpreisler durchaus verklagen - und sollte es auch tun.

klaus52 22.10.2017 23:12

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ablehnen und darauf hinweisen das man noch nicht in Indien lebt.
Das ist meine Meinung dazu.

Steuern muss man als Freelancer auch drücken wo es geht.
Wenn ich es machen muss, leider kommt man um die Steuern ja nicht herum geh
ich zu https://stb-dus.de/ die kenn ich schon seit
Jahren und das hilft IMHO auch dabei. Größeres Vertrauen ist in Steuerfragen wichtig.

Jayjericho 07.02.2018 10:53

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Nina70 (Beitrag 89853)
Hier stehts Text

Dieser Text hat meine Lachmuskeln ebenfalls ziemlich strapaziert. Journalisten haben ja allgemein den Ruf, mit mathematischen Betrachtungen nicht zu viel am Hut zu haben, aber so eine Milchmädchenrechnung ist mir selten untergekommen.

1) 2500€ auf diese Weise verdient, bedeutet Netto meist eher etwas um die 1500€. Das ist als Hauptgehalt eher dürftig, außer man lässt die Steuer nichts davon wissen. "Blendend" geht es dem Konto nur, wenn ansonsten die Ausgaben sehr gering sind

2) Ich kenne sehr wenige Journalisten und Blogger die 6 Stunden am Tag ein Ouput von 1200 Wörtern pro Stunde aufrechterhalten können. Schon gar nicht 5-6 Tage die Woche. Real kommen damit keine 2500€ zusammen, selbst vor Abzug der ganzen Abgaben.

3) Es gibt wenig Auftraggeber, die Monat um Monat Content im Bereich von 140.000 Wörtern brauchen. Das ist ein ziemliches Brett. Teilt man dieses Volumen auf mehrere Auftraggeber auf, stellt sich die Frage, ob man doppelten Content produziert oder sich auf mehrere Themen "spezialisieren" muss.

Als Contentwriter mit so einem Output kann man sich ja schon als Schriftsteller betätigen, schließlich muss jeder Content neu, interessant und relevant sein.

Sorry aber die Geschichte halte ich dann doch für einen Mythos.

Jayjericho 07.02.2018 10:55

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Nina70 (Beitrag 89853)
Hier stehts Text

Dieser Text hat meine "Lachmuskeln" ebenfalls ziemlich strapaziert. Journalisten haben ja allgemein den Ruf, mit mathematischen Betrachtungen nicht zu viel am Hut zu haben, aber so eine Milchmädchenrechnung ist mir selten untergekommen.

1) 2500€ auf diese Weise verdient, bedeutet Netto meist eher etwas um die 1500€. Das ist als Hauptgehalt eher dürftig, außer man lässt die Steuer nichts davon wissen. "Blendend" geht es dem Konto nur, wenn ansonsten die Ausgaben sehr gering sind

2) Ich kenne sehr wenige Journalisten und Blogger die 6 Stunden am Tag ein Ouput von 1200 Wörtern pro Stunde aufrechterhalten können. Schon gar nicht 5-6 Tage die Woche. Real kommen damit keine 2500€ zusammen, selbst vor Abzug der ganzen Abgaben.

3) Es gibt wenig Auftraggeber, die Monat um Monat Content im Bereich von 140.000 Wörtern brauchen. Das ist ein ziemliches Brett. Teilt man dieses Volumen auf mehrere Auftraggeber auf, stellt sich die Frage, ob man doppelten Content produziert oder sich auf mehrere Themen "spezialisieren" muss.

Als Contentwriter mit so einem Output kann man sich ja schon als Schriftsteller betätigen, schließlich muss jeder Content neu, interessant und relevant sein.

Sorry aber die Geschichte halte ich dann doch für einen Mythos.

Als Nebenjob kann man als Hobby so eine Bezahlung akzeptieren, ganz nach dem Motto - besser ein wenig Geld für das Hobby, als gar keines - vor allem wenn man auch ohne Bezahlung solchen Content produzieren würde.

Wenn man aber von journalistischer Arbeit leben muss, sind 3ct oder gar weniger schlicht nicht genug.

BernStra0 13.03.2018 02:52

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Wenn jemand 3 cent pro Wort anbietet wird er eine dementsprechende Qualität erhalten. Viel Recherche bei der Artikelverfassung kann hier nicht betrieben werden.

Stephani88 05.07.2018 17:59

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von BernStra0 (Beitrag 93170)
Wenn jemand 3 cent pro Wort anbietet wird er eine dementsprechende Qualität erhalten. Viel Recherche bei der Artikelverfassung kann hier nicht betrieben werden.

Jepp das denke ich auch, billig ist vom Wort her schon so vorgesehen das Qualität darin kaum vorkommt.



Es gibt zum Glück eine Reihe von Publikationen die ihre Journalisten besser bezahlen und so auch die Qualität ihrer Veröffentlichungen bewahren: Motorrad Adventure Magazin
ist eines derer die gute Arbeit leisten. Wer Motorrad fährt sollte sich das Magazin holen denn nur so können sie es so wie es ist weiterführen.

Texterstellung 20.07.2018 14:13

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Natürlich ist es die Sache jedes Einzelnen. Es gibt auch tatsächlich Menschen, die für noch weniger schreiben und diese Preise verteidigen. Oder betonen, es sich leisten zu können, da Nebenerwerb. Preispolitik ist eine unendliche Geschichte. 6 Std. täglich schreibt niemand. 3000 Wörter pro Tag sind eine stolze Leistung - Recherche nicht eingerechnet. Heißt, man bearbeitet immer die gleichen Themen. 2000 Euro braucht man mindestens brutto, um alle Kosten zu decken im Haupterwerb, Gewinn ist da noch nicht drin. Was, wenn man krank wird, der Rechner kaputt geht, man eine Schreibblockade hat? Leben, um zu arbeiten? Keine Pause, keinen Urlaub? ich bin seit 12 Jahren in dem Bereich tätig, habe mit 1 Cent begonnen und bin nach 2 Burnouts aufgewacht und damals gab es noch große Auftragsvolumina und wenig Anspruch. Heutzutage ist es ungleich schwieriger, man muss Inhalte schaffen, die nicht schon allgemein bekannt sind, Nutzen, Mehrwert stiften. Es reicht nicht über Schuhe zu schreiben, dass es sie in verschiedenen Größen und Farben, mit und ohne Absatz gibt und die diversen Schuharten aufzuzählen. Vielleicht ein Geheimtipp über die Pflege oder eine Erklärung, wie Schuh X zu seinem Namen kam. Bei Texten von 1.000 Wörtern und mehr ist es hilfreich, viel zu wissen und zu verwenden oder eben zu recherchieren. Täglich zig Texte ohne Recherche - das wird nichts - nicht mehr heutzutage. Abgesehen von den Anschlagszahlen, die meiste Zeit beim Texten geht fürs Denken drauf. Dann noch Korrektur, am besten 4 Augen. Und beim Kunden punktet, wer eigene Bilder anbieten kann, eine spezielle Software für SEO oder WDF/IDF usw. Dinge, die Geld kosten. Weiterbildungen inklusive. Sorry, aber unter 4 Cent kommt man da nicht weit und selbst 4 Cent Wortpreis gehen lediglich nebenberuflich als reiner Blogger oder Webtexter (nicht für Ratgeber, Homepagebeträge, journalistische Arbeiten, Doktorarbeiten etc. sowie Werbung).

Ich bin dafür, solche Angebote hier auszusparen, dafür gibt es genügend Billigbörsen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:32 Uhr.

Powerd by Journalismus.com
Das Internetportal der Journalisten
Copyright © - Journalismus.com - Peter Diesler