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jango-jack 20.03.2011 17:16

Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Hallo zusammen,

ich studiere Politikwissenschaften und schreibe seit einiger Zeit Leserbriefe an Zeitungen. Erfreulicherweise wurden etwa achtzig Prozent meiner Briefe dann auch tatsächlich - teils gekürzt aber nicht verändert - veröffentlicht, darunter auch in der FAZ. Es scheint so, als wenn das was ich zu berichten habe relativ gerne angenommen wird.
Drum bin ich auf den Gedanken gekommen, neben dem Studium ab und an mal - wenn es mir unter den Nägeln brennt - einen Bericht, hauptsächlich im politischen Bereich, zu verfassen und diesen auch zu verkaufen.

Nun zu meinen Fragen:

1. Ist das überhaupt möglich

(Falls möglich)
2. Welche (arbeits-)rechtlichen Vorraussetzungen muss ich erfüllen.
3. Wie bringe ich das Produkt an das Blatt?
4. Wie würde sich die Vergütung bemessen?

Mit besten Grüßen, und Dank im Vorraus

JJ

Freak 24.03.2011 00:30

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zwischen einem Leserbrief und einem Bericht ist ein Riesenunterschied. Für einen Bericht müsstest Du Hintergrundinformationen und spezielle Daten recherchieren, Interviews führen etc. Ich stelle mir das schwierig vor: Wer setzt sich mit jemandem auseinander für eine Reportage, bei der nicht klar ist wo sie veröffentlicht wird – wenn überhaupt? „Wer?“, „Welches Medium?“ und „Zu welchem Zweck?“ sind die Fragen, welche die Betreffenden als erstes stellen.
Gibt es keine Uni-Zeitung bei Euch? Das wäre doch ein guter Einstieg?!

Aber ich bin die Letzte, die jemandem was ausreden will: Versuch einfach einen Bericht zu erstellen und biete ihn verschiedenen Redaktionen an.

Rechtlich dürfte es kein Problem sein: Du bleibst hauptberuflich Student und in der studentischen Versicherung.

Die Vergürtung ist unterschiedlich, das lässt sich nur im Einzellfall klären.

EinSchwabe 24.03.2011 01:54

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zitat:

Zitat von Freak (Beitrag 80756)
Zwischen einem Leserbrief und einem Bericht ist ein Riesenunterschied.

Dito.

Aber du kannst dich ja mal für ein Praktikum bewerben - jetzt aber nicht gerade bei der FAZ.

jango-jack 24.03.2011 14:28

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zunächst einmal gehört euch mein Dank für die Tipps!

Das es einen gewaltigen Unterschied, besonders in qualitativer Hinsicht gibt, ist mir als angehenden Politologen vollkommen klar. Bei einem Leserbrief geht es primär um "die Meinung des Lesers" zu einem zuvor veröffentlichten Artikel, auch dann, wenn versucht wird die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln auszuleuchten. Es war nicht meine Intention darzustellen, dass ein Leserbrief ein Äquivalent zu einem Leserbrief ist, ich habe mich offenbar unzureichend ausgedrückt. Was ich sagen wollte, ist dass ich das Gefühl habe, dass sich meine Briefe scheinbar gut lesen lassen, sprich die Form ist ansprechend, so jedenfalls ist meine Schlussfolgerung aus den relativ oft veröffentlichten Leserbriefen, die mal minimal gekürzt, aber nie verändert wurden.
Natürlich würde ich für einen richtigen Artikel recherchieren und Daten, Fakten, Hintergrundinformationen sowie Merkmale eines bestimmten Sachverhaltes feststellen und in dem Artikel implementieren, ich würde quasi einen Sachverhalt auf Basis der mir relevant scheinenden Informationen beschreiben, ist ähnlich wie eine Forschungsarbeit nur nicht theoriegeleitet, und wesentlich kürzer.

Aber danke dennoch, ich werde mir mal ein Thema - dem ich auch mit Leidenschaft begegne, sonst wird der Text öde - zur Brust nehmen und hoffen.

Meint ihr ich kann einen Artikel an Zig-verschiedene Zeitungen verschicken mit dem Hinweis, dass sie ihn nicht ohne mein Einverständnis veröffentlichen dürfen, oder klingt das unseriös?!

Besten Dank

JJ

EinSchwabe 24.03.2011 20:36

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zitat:

Zitat von jango-jack (Beitrag 80759)
Meint ihr ich kann einen Artikel an Zig-verschiedene Zeitungen verschicken mit dem Hinweis, dass sie ihn nicht ohne mein Einverständnis veröffentlichen dürfen, oder klingt das unseriös?!

Lol, ja, das ist völlig unseriös - entweder bietest du einen Text an oder eben nicht. Ich weiß ja nicht, wem du einen unbestellten Text senden willst und dann auch noch einen Vorbehslt äußern willst.

jango-jack 24.03.2011 22:45

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Hast einen Vorschlag? Artikel zu einer politischen Lage sind in der Regel sehr schnell über dem Verfallsdatum. Also wie sollte ich am besten einen Artikel anbieten?

MicaHache 25.03.2011 12:52

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zitat:

Zitat von jango-jack (Beitrag 80759)
Was ich sagen wollte, ist dass ich das Gefühl habe, dass sich meine Briefe scheinbar gut lesen lassen, sprich die Form ist ansprechend, so jedenfalls ist meine Schlussfolgerung aus den relativ oft veröffentlichten Leserbriefen, die mal minimal gekürzt, aber nie verändert wurden.
JJ

Leserbriefe dürfen nicht verändert werden. Kürzungen sind zulässig, wenn in der Zeitung/Zeitschrift vorher darauf hingewiesen wird.

jango-jack 25.03.2011 13:23

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Na super, jetzt ist meine Illusion dahin!

Miriam86 25.03.2011 17:09

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Stimme MicaHache zu, Leserbriefe werden sprachlich und stilistisch nie verändert.

Außerdem: Wenn du Texte so schreibst, wie du hier Einträge postet, ist das nichts für Tageszeitungen. Du drückst dich viel zu wissenschaftlich aus. Also daran müsstest du auf jeden Fall arbeiten.

Wenn du Lust und Interesse am Journalismus hast, mach ein Praktikum bei einer Lokalzeitung - bei dir im Studienort gibt es doch sicher eine. Oder frage nach, ob sie einen freien Mitarbeiter gebrauchen können (wobei das meist ohne Vorerfahrung schwierig ist). Kaum einer steigt direkt in der Politik ein, das geht i.d.R. immer über das Lokale.

Oder du suchst dir ein Onlinemagazin, davon gibt es viele, die dir eine seriöse Plattform bieten für deine politischen Texte.

jango-jack 25.03.2011 18:16

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Hier ist mal ein Leserbrief der in einer Printausgabe und in einem Onlineportal - hat es ohne mein zutun aus der Zeitung übernommen - veröffentlicht wurde. So oder ähnlich - von der Form her - sind auch meine anderen Texte verfasst. Was haltet ihr davon, jetzt unabhängig von der Position die ich zum Thema eingenommen habe, jede Kritik, auch vernichtende, ist erwünscht.

"
Es ist Donnerstag, und es schlägt 11.30 Uhr. Ich fahre von Münster in Richtung Düsseldorf, und in Duisburg muß ich raus. Kurz bevor ich aussteige, kommt der Kontrolleur und meldet sich wie immer mit den kräftig gesprochenen Worten, “Guten Tag, einmal die Fahrscheine bitte.” Gleich der erste Fahrgast beschwert sich in einem unüberhörbaren Ton mit den Worten, “das, was ihr macht, ist ja wohl eine Frechheit, ich mußte eine Stunde warten, nur weil ihr streikt”.
Das ist vollkommen richtig, er mußte warten, weil gestreikt wird, aber ist das eine Frechheit? (…) Es gibt viele Gründe, warum einen das Zuspätkommen ärgert, schließlich wird man in unserer Gesellschaft getrieben vom Sekundenzeiger, der gnadenlos und ohne Rücksicht vorantickt. Also, warum leistet sich die GDL eine solche Frechheit, warum muß es auf die Kosten der Reisenden gehen?
Ich persönlich bin dankbar für den Streik, ich kam auch zu spät, aber dennoch bin ich vorrangig den Lokführern der Deutschen Bahn dankbar. Es ist nicht so, daß sie aus Spaß an der Freude streiken, es ist nicht so, daß sie unmittelbar einen Vorteil aus dem Streik ziehen, es ist so, daß sie sich für all die anderen Lokführer, die nicht bei der Deutschen Bahn arbeiten, einsetzen. Sie setzen sich dafür ein, daß alle unter den gleichen Mindeststandards arbeiten, egal ob bei der DB oder einer privaten Gesellschaft. Sie setzen sich dafür ein, daß ihre Mitmenschen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen. Ist das verwerflich?
Überall wird sich beschwert, daß es in Deutschland kaum noch Zivilcourage gibt, aber genau das ist der Akt der Zivilcourage, ein Akt, an dem man sich mal ein Vorbild nehmen sollte. Statt dessen denkt nur noch jeder an sich, Hauptsache ich komme pünktlich, Hauptsache meine Arbeitsbedingungen sind gut, Hauptsache ich ich ich. Und genau aus diesem Grund haben wir in Deutschland Menschen, die teilweise für sittenwidrige Löhne arbeiten müssen, was kümmert’s schließlich mich, was der andere verdient, was der andere zu Weihnachten seinem Kind schenkt oder auch nicht schenken kann, oder ob er Aufstocker ist. Solange es mir gutgeht, ist das Universum in Ordnung, solange es mir und meiner Familie gutgeht, kann es so weitergehen, also warum nehmen sich die Lokführer diese Frechheit heraus und streiken dafür, daß andere anständig bezahlt werden? Nachher fangen auch noch die festangestellten Arbeitnehmer an, für die Rechte der Zeitarbeiter zu streiken, wo kommen wir denn da hin, in welchem Saustall leben wir denn.
Wenn ich ehrlich sein soll, dann muß ich sagen, ich schäme mich. Ja ich schäme mich vor den Lokführern für die, die sich beschweren, ich schäme mich vor den Menschen, die Charakter beweisen, vor den Aufrechten für die Gebeugten. Soll das Leitkultur sein? "

Miriam86 26.03.2011 14:34

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Ich persönlich finde, es ist viel zu viel Drum-Herum-Gerede. Sprachlich nicht auffällig, eher langweilig. Dauert viel zu lange, bis du zum Punkt kommst. Viele Infos (wann du wohin fährst und wo du aussteigst etc.) sind unnötig. M.E. fehlt dir das Filterprinzip (wichtige Infos / unwichtige Infos)

Zitat:

Zitat von jango-jack (Beitrag 80781)
Hier ist mal ein Leserbrief der in einer Printausgabe und in einem Onlineportal - hat es ohne mein zutun aus der Zeitung übernommen - veröffentlicht wurde. So oder ähnlich - von der Form her - sind auch meine anderen Texte verfasst. Was haltet ihr davon, jetzt unabhängig von der Position die ich zum Thema eingenommen habe, jede Kritik, auch vernichtende, ist erwünscht.

"
Es ist Donnerstag, und es schlägt 11.30 Uhr. Ich fahre von Münster in Richtung Düsseldorf, und in Duisburg muß ich raus. Kurz bevor ich aussteige, kommt der Kontrolleur und meldet sich wie immer mit den kräftig gesprochenen Worten, “Guten Tag, einmal die Fahrscheine bitte.” Gleich der erste Fahrgast beschwert sich in einem unüberhörbaren Ton mit den Worten, “das, was ihr macht, ist ja wohl eine Frechheit, ich mußte eine Stunde warten, nur weil ihr streikt”.
Das ist vollkommen richtig, er mußte warten, weil gestreikt wird, aber ist das eine Frechheit? (…) Es gibt viele Gründe, warum einen das Zuspätkommen ärgert, schließlich wird man in unserer Gesellschaft getrieben vom Sekundenzeiger, der gnadenlos und ohne Rücksicht vorantickt. Also, warum leistet sich die GDL eine solche Frechheit, warum muß es auf die Kosten der Reisenden gehen?
Ich persönlich bin dankbar für den Streik, ich kam auch zu spät, aber dennoch bin ich vorrangig den Lokführern der Deutschen Bahn dankbar. Es ist nicht so, daß sie aus Spaß an der Freude streiken, es ist nicht so, daß sie unmittelbar einen Vorteil aus dem Streik ziehen, es ist so, daß sie sich für all die anderen Lokführer, die nicht bei der Deutschen Bahn arbeiten, einsetzen. Sie setzen sich dafür ein, daß alle unter den gleichen Mindeststandards arbeiten, egal ob bei der DB oder einer privaten Gesellschaft. Sie setzen sich dafür ein, daß ihre Mitmenschen den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen. Ist das verwerflich?
Überall wird sich beschwert, daß es in Deutschland kaum noch Zivilcourage gibt, aber genau das ist der Akt der Zivilcourage, ein Akt, an dem man sich mal ein Vorbild nehmen sollte. Statt dessen denkt nur noch jeder an sich, Hauptsache ich komme pünktlich, Hauptsache meine Arbeitsbedingungen sind gut, Hauptsache ich ich ich. Und genau aus diesem Grund haben wir in Deutschland Menschen, die teilweise für sittenwidrige Löhne arbeiten müssen, was kümmert’s schließlich mich, was der andere verdient, was der andere zu Weihnachten seinem Kind schenkt oder auch nicht schenken kann, oder ob er Aufstocker ist. Solange es mir gutgeht, ist das Universum in Ordnung, solange es mir und meiner Familie gutgeht, kann es so weitergehen, also warum nehmen sich die Lokführer diese Frechheit heraus und streiken dafür, daß andere anständig bezahlt werden? Nachher fangen auch noch die festangestellten Arbeitnehmer an, für die Rechte der Zeitarbeiter zu streiken, wo kommen wir denn da hin, in welchem Saustall leben wir denn.
Wenn ich ehrlich sein soll, dann muß ich sagen, ich schäme mich. Ja ich schäme mich vor den Lokführern für die, die sich beschweren, ich schäme mich vor den Menschen, die Charakter beweisen, vor den Aufrechten für die Gebeugten. Soll das Leitkultur sein? "


jango-jack 26.03.2011 15:53

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Danke, siehst du denn auch Punkte auf denen ich aufbauen kann, oder meinst du ich sollte den gesamten Stil auf den Prüfstand stellen. Weitere Kritik ist erwünscht!
Hier ein anderer Leserbrief.

Kürzlich erst beschloss das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform. Er sieht eine Beitragssteigerung von 14,9 auf 15,5 Prozent vor, wobei der Arbeitgeberanteil mit 15,5 Prozent begrenzt ist, der des Arbeitnehmers je nach Bedarfssituation noch oben hin offen bleibt. Und wie immer gibt es "keine andere Alternative", so der Gesundheitsminister. Daß die Krankenkassen im Augenblick unter enormen Druck stehen, das weiß man, verstehen muss man es nicht. Voller Kreativität und "staatsmännisch", wie die Herrschaften der FDP nun mal sind, haben sie eine Möglichkeit gefunden, den Kostenaufwand der Kassen gegenzufinanzieren. Und wo sie schon mal - sich selber auf die Schulter klopfend - dabei sind, den Druck von den Kassen zu nehmen, haben sie nun auch endlich wieder die Möglichkeit für ihre Klientel Politik zu machen. Schließlich wird der Kassenhaushalt ausgeglichen sein, bezahlt doch der Arbeitnehmer das, was noch fehlt, nämlich 15,5 plus x Prozent. Und die Klientel stellt schon eifrig ihre Forderungen auf. Zum einen wird nun gefordert, daß die Honorare für 150.000 niedergelassene Ärzte steigen sollen, was Rösler auch für gerechtfertigt erachtet, und zum anderen ist ein Papier mit der Forderung der Pharmakonzerne bekannt geworden, dass die Kompetenzen des gemeinsamen Bundesausschusses insofern eingeschränkt werden sollen, daß dieser ein neues Medikament nur noch abgelehnen darf, wenn erwiesen ist, daß es seinen Zeck nicht erfüllt. Somit ist der Gesetzesentwurf ein geplanter Steilpaß der Bundesregierung für ihre Klientel. Nichts mehr ist unmöglich, schließlich muß Schäuble nicht mehr darauf achten, wie es um die Finanzen der Kassen steht, das ist nun das Kreuz, das die Arbeitnehmer zu tragen haben, und es wird schwerer, erdrückend schwer!

MicaHache 26.03.2011 16:22

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Zitat:

Zitat von Miriam86 (Beitrag 80798)
Ich persönlich finde, es ist viel zu viel Drum-Herum-Gerede. Sprachlich nicht auffällig, eher langweilig. Dauert viel zu lange, bis du zum Punkt kommst. Viele Infos (wann du wohin fährst und wo du aussteigst etc.) sind unnötig. M.E. fehlt dir das Filterprinzip (wichtige Infos / unwichtige Infos)

Und diesmal stimme ich Dir zu mit Deiner Kritik.

Miriam86 26.03.2011 16:31

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Nein, ehrlich gesagt, bestätigt dein zweiter Leserbrief nur meine Meinung. Du hast einen viel zu belehrenden Ton in deinen Texten. Du wirkst super oberlehrerhaft, das liest man nicht gern, weil man dich für einen Proll und Besserwisser hält.
Und für einen Kommentar, was ein Leserbrief ja ist, vertrittst du deine Meinung nicht konsequent genug. Ich steige nach zehn Sätzen aus, weil es mich einfach langweilt. Du brauchst mehr als die Hälfte des Textes, um irgendwelche Dinge zu erklären (und dabei eben der oberlehrerhafte Ton), das liest keiner. Du musst bei einem Kommentar direkt zum Punkt kommen, direkt schreiben, was du von einem Thema hältst. Du musst schon davon ausgehen, dass die Leute, die das lesen, auch den Originaltext gelesen haben und den Sachverhalt kennen.
Außerdem bedienst du mit zumindest zum letzten Kommentar einfach jedes Vorurteil und Klischee (Klientel-Parteien etc.), da musst du schon differenzierter, reflekierender und klarer werden, sprich: eigene Idee, eigene Gedanken einbringen!
Und auch dein zweiter Kommentar gefällt mir sprachlich und stilistisch überhaupt nicht. Das ist zwar geschmackssache, aber ich finds langweilig.


Zitat:

Zitat von jango-jack (Beitrag 80800)
Danke, siehst du denn auch Punkte auf denen ich aufbauen kann, oder meinst du ich sollte den gesamten Stil auf den Prüfstand stellen. Weitere Kritik ist erwünscht!
Hier ein anderer Leserbrief.

Kürzlich erst beschloss das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform. Er sieht eine Beitragssteigerung von 14,9 auf 15,5 Prozent vor, wobei der Arbeitgeberanteil mit 15,5 Prozent begrenzt ist, der des Arbeitnehmers je nach Bedarfssituation noch oben hin offen bleibt. Und wie immer gibt es "keine andere Alternative", so der Gesundheitsminister. Daß die Krankenkassen im Augenblick unter enormen Druck stehen, das weiß man, verstehen muss man es nicht. Voller Kreativität und "staatsmännisch", wie die Herrschaften der FDP nun mal sind, haben sie eine Möglichkeit gefunden, den Kostenaufwand der Kassen gegenzufinanzieren. Und wo sie schon mal - sich selber auf die Schulter klopfend - dabei sind, den Druck von den Kassen zu nehmen, haben sie nun auch endlich wieder die Möglichkeit für ihre Klientel Politik zu machen. Schließlich wird der Kassenhaushalt ausgeglichen sein, bezahlt doch der Arbeitnehmer das, was noch fehlt, nämlich 15,5 plus x Prozent. Und die Klientel stellt schon eifrig ihre Forderungen auf. Zum einen wird nun gefordert, daß die Honorare für 150.000 niedergelassene Ärzte steigen sollen, was Rösler auch für gerechtfertigt erachtet, und zum anderen ist ein Papier mit der Forderung der Pharmakonzerne bekannt geworden, dass die Kompetenzen des gemeinsamen Bundesausschusses insofern eingeschränkt werden sollen, daß dieser ein neues Medikament nur noch abgelehnen darf, wenn erwiesen ist, daß es seinen Zeck nicht erfüllt. Somit ist der Gesetzesentwurf ein geplanter Steilpaß der Bundesregierung für ihre Klientel. Nichts mehr ist unmöglich, schließlich muß Schäuble nicht mehr darauf achten, wie es um die Finanzen der Kassen steht, das ist nun das Kreuz, das die Arbeitnehmer zu tragen haben, und es wird schwerer, erdrückend schwer!


jango-jack 26.03.2011 17:15

AW: Möchte gerne journalistisch tätig werden
 
Danke für die vernichtende, aber konstruktive Kritik. Es gibt Punkte die ich sicherlich verbessern kann, nur weiß ich nicht wie ich das mit der Langeweile abschalten soll. Ist das eine Stilfrage oder eine Frage des inhaltlichen Programms?

Falls ein Leser hier Bescheid weiß, würde ich gerne erfahren nach welchen Kriterien Leserbriefe ausgewählt werden, die für eine Veröffentlichung gedacht sind. Weil ich mir nach diesen ausschliesslich negativen Kritiken natürlich die Frage stelle warum meine Leserbriefe veröffentlicht werden. Also auf welcher Basis sind meine Brusthaare gewachsen?:lol::lol:

Mit besten Grüßen

JJ


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