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Journalismus.com Forum (http://www.journalismus.com/_talk/index.php)
-   Job-Angebote: (http://www.journalismus.com/_talk/forumdisplay.php?f=11)
-   -   Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden? (http://www.journalismus.com/_talk/showthread.php?t=30026)

Homeoffice-Stuttgart 26.10.2012 12:26

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich finde 3 Cent pro Wort eine Frechheit, sowas sollte nicht veröffentlich werden. Neulich habe ich bei Machdudas ein Inserat gesehen, wo allen ernstes jemand Texter für 0,08 Cent! gesucht (und natürlich auch gefunden) hat. Sowas finde ich einfach unmöglich!!!

nilsschule 17.11.2012 23:03

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Wer solche Aufträge reinstellt, der muss dann entsprechend auch mit der Qualität rechnen. Ganz einfach.

Es gibt auch so viele 1 Cent Texter für den simpelsten Mist.

Johannes2011 08.03.2013 08:44

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich finde solche Angebote sehr interessant und man sollte sie wenigstens einmal lesen können.

Reporterin 24.05.2013 06:56

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Und ich frage mich zwischenzeitlich - recht spät - ob so eine Diskussion überhaupt geführt werden darf, da es sich bei der Annahme solcher Angebote meines Erachtens um "unlauteren Wettbewerb" handelt. Dumpingpreise sind nach dem Wettbewerbsrecht verboten. Der Preis einer Ware oder Dienstleistung darf nicht unter den eigenen Kosten stattfinden. Da spielt es keine Rolle, ob jemand noch ein weiteres Geschäft betreibt.

Fokko 24.05.2013 16:14

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Reporterin (Beitrag 86544)
da es sich bei der Annahme solcher Angebote meines Erachtens um "unlauteren Wettbewerb" handelt. Dumpingpreise sind nach dem Wettbewerbsrecht verboten. Der Preis einer Ware oder Dienstleistung darf nicht unter den eigenen Kosten stattfinden.

Interessanter Punkt!

Sollten wir uns dann nicht wehren und "Kollegen" anzeigen, die für solche Honorare arbeiten?

Wäre doch nicht schlecht, wenn man das auf diese Weise unterbinden könnten, denn schließlich machen die uns die Preise kaputt, was wohl jeder hier schon gemerkt hat. ich fürchte nur, dass wir die auf legale Art nicht erwischen können. :-(

Reporterin 29.05.2013 18:08

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Hier ist wieder so ein Ding:
http://www.journalismus.com/_talk/sh...ad.php?t=32156

5 Artikel / Woche x mind. 500 Zeichen = 2.500 Zeichen x 4 (Wochen) = 10.000 Zeichen = 100,- €

5 Artikel / Woche x max. 800 Zeichen = 4.000 Zeichen x 4 (Wochen) = 16.000 Zeichen = 100,- €

Das heißt, für 10.000 - 16.000 Zeichen 100,- €

Fokko 06.06.2013 12:38

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Reporterin (Beitrag 86575)
Hier ist wieder so ein Ding:

Das heißt, für 10.000 - 16.000 Zeichen 100,- €

Das geht ja grade noch: 13000 Zeichen als Mittelwert bei ca. 6,5 Zeichen/Wort macht ca 2000 Worte resp. gute 7 Normseiten für 100 Eurillos, also 5 ct/Wort oder roundabout 15 Steine für die Normseite. Nicht eben viel, aber derzeit musst Du oft froh sein, so was zu kriegen.

Natürlich ist um das Geld nicht viel Recherche dabei. Du weißt ja: Wie man den Meister zahlt...

Grüßle

Fokko

Schweinswal 08.06.2013 18:43

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Das ginge vielleicht noch, wenn es um einen Artikel gehen würde. Es sind aber 20 (5 pro Woche). D.h.: pro Artikel 5 Euro und das "wenn möglich mit Foto". Wo man die herzaubern soll ...

DerPeter 02.07.2013 18:34

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
5 Euro? Mit Foto? Das sind mal unmögliche Preise. Da sind ja selbst Dumping-Preis Seiten wie Textbroker noch besser. Ich finde man kann so Angebote hier veröffentlichen, damit dann, nachdem alle die zerissen haben, dem Treadersteller klar wird, was er da eigentlich für nen Unsinn verlangt!

Worddompteur84 09.07.2013 20:46

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich bin der Meinung, dass auch Job-Angebote mit niedrigen Löhnen veröffentlicht werden sollten. Diese sind zwar nicht das, was sich die meisten unter einem "guten" Angebot vorstellen, jedoch ist es für Studenten und angehende Journalisten überhaupt erstmal eine Möglichkeit, sich in diesen Bereich einzufinden und sich einen Namen zu machen. Würden diese sich nämlich auch nur auf höher dotierte Jobs bewerben, die auch für die bekannten Größen interessant sind, würden deren Bewerbungen nach einem oberflächlichen Vergleich meist fast ungelesen im elektronischen Papierkorb landen. Oft ist es zu Anfang der Karriere, wenn man zum Beispiel noch finanzielle Unterstützung von Eltern oder der Familie erhält, wichtiger Kontakte zu knüpfen und seinen Namen/Ruf zu verbreiten, als direkt große Einkünfte einzufahren. Außerdem denke ich, dass eine Ablehnung solcher Angebote keinen besonderen positiven Effekt hätte, da solche Angebote in einem solchen Fall an Texting- oder Ghostwriting-Agenturen weitergereicht werden, die sich selbst zuerst ein großes Stück vom ohnehin zu kleinem Kuchen abschneiden, was das Honorar der Autoren nur zusätzlich verringert.

Dubidu 30.07.2013 02:00

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie oft das Argument "Berufsanfänger" genannt wird oder "Studenten", wenn es um Dumping-Preise geht. Eigentlich geht der Weg doch so: Man lernt einen Job, etwa über ein Volontariat, dann hat man zwar noch nicht viel Erfahrung, kann aber schon einiges - und sollte entsprechend bezahlt werden. Was haben Studenten davon, für einen Hungerlohn Texte zu kloppen, ohne dass ihnen einer erklärt, wie es richtig geht? Einen "Namen" machen sie sich damit jedenfalls nicht, zumindest keinen guten... Ich möchte einmal erleben, dass jemand einem Studenten vorschlägt, er solle für 50 Cent pro Stunde kellnern, bis er es richtig gelernt habe.
Ich habe auch klassisch für ein bescheidenes Zeilenhonorar bei einer Tageszeitung angefangen, neben dem Studium. Aber es waren immer Redakteure da, die erklärt haben, was gut und was schlecht ist. So kann man etwas lernen (und ein Volontariat ergattern), aber alleine am Schreibtisch funktioniert das nicht. Und Kontakte knüpfen? Sehr witzig. Zu wem denn? Zu Agenturen, die Mitarbeiter zu Hungerlöhnen einstellen? Vielleicht vermitteln die ja sogar ein unbezahltes Praktikum, das mindestens ein halbes Jahr dauern sollte...
Außerdem finde ich es sehr bedauerlich, wie viele hier immer wieder fordern, alles zu veröffentlichen, damit sie sich gegebenenfalls bewerben können. Denn es sagt viel darüber aus, wie wenig sie ihre eigene Arbeit wertschätzen.

Marie05 09.08.2013 17:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Es hat doch jeder das Recht, sich nicht auf die angebotenen Jobs zu bewerben und andersherum hat auch jeder das Recht, sich auf solche Tarife einzulassen. :)
Ich finde es ok, dass du die Angebote einstellst, wenn das von Anfang an sichtbar gemacht wird und nicht erst herauskommt, wenn man mühevoll eine Bewerbung geschrieben hat.

ich 22.08.2013 15:02

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Wenn das hier ein seriöses Forum einer anspruchsvollen Seite sein soll, dann dürfen 3-Cent-Angebote nicht veröffentlicht werden. In der Regel sind solche Texte doch bloß Füllmasse für irgendwelche Internetseiten. Damit verbunden ist keine Recherche, es kommen keine vorzeigbaren Arbeitsproben dabei heraus und das ganze hat einfach mit Journalismus nichts zu tun - höchstens mit Texten und PR, das ist aber etwas völlig anderes.

Il(l)u 07.09.2013 13:43

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Dubidu (Beitrag 86900)
Aber es waren immer Redakteure da, die erklärt haben, was gut und was schlecht ist. So kann man etwas lernen (und ein Volontariat ergattern), aber alleine ...

Wenn es um reinen Journalismus geht, ein verdammt gutes Argument!

Journalismus zumindest kann man mit dem Zeilenkloppen nicht lernen!

Trotz alle dem, haben diese Angebote einen Sinn. Mit Journalismus jedoch, hat das höchstens am Rande zu tun. Man kann seinen Stil üben. Ohne aber einem Lehrmeister an der Seite, auch das nicht wirklich.

Ach ja, ich vergebe selber solche Aufträge für deutlich unter 3 Cent. Viele verdienen damit verdammt gutes Geld. Journalisten sind das in der Regel jedoch nicht und wollen es auch nicht sein! Trotzdem sollte ein guter Journalist auch Zeilen knüppeln können!

Il(l)u 07.09.2013 13:47

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Kleiner Nachtrag: ich sehe es bei meinen eingehenden Bewerbungen, das manche meinen über solche Arbeiten an Journalistenstellen heran zu kommen.

Ich kann jedem nur sagen, das funktioniert nicht und nervt nur. Und das schreibe ich, ohne diese Arbeiten abwerten zu wollen. Sie sind nur etwas ganz anderes!

barb 09.09.2013 17:35

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Was um alles in der Welt zwingt Euch als (ehemalige) Journalisten, Redakteure - von mir aus auch als Öffentlichkeitsarbeiter auf diesen Zug der Wortpreisangebote überhaupt aufzuspringen? Hat euch jemand gezwungen, diese Unsitte vom den SocialMedias zu übernehmen? Ihr macht euch alle selbst kaputt.

Dann doch lieber ein ehrlicher Putz-Job.

In diesem Sinn: Nix für ungut.

Il(l)u 28.09.2013 18:12

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von barb (Beitrag 87070)
Was um alles in der Welt zwingt Euch als (ehemalige) Journalisten, Redakteure - von mir aus auch als Öffentlichkeitsarbeiter auf diesen Zug der Wortpreisangebote überhaupt aufzuspringen? Hat euch jemand gezwungen, diese Unsitte vom den SocialMedias zu übernehmen? Ihr macht euch alle selbst kaputt.

Dann doch lieber ein ehrlicher Putz-Job.

In diesem Sinn: Nix für ungut.

Glückwunsch! Das Problem sind nicht die Auftraggeber, wir leben in einem freien Land, sondern die Vollhonks die das annehmen, ohne begriffen zu haben was es ist und ohne die Qualifikation dafür zu besitzen!

Das sind nämlich Arbeiten analog zur Fachliteratur mit Qualitätsabstrichen bzw. Qualifikationsabstrichen. Beim Buch will ich einen Dr. oder Professor als Autor, fürs Internet (z.bsp. ein Artikel über Fingernagelpflege) reicht es wenn der Autor im Beruf arbeitet, darin gut ist und einen geraden Satz formulieren kann! Dann kloppt Der oder Die, den Rotz in 10 Minuten runter und verdient damit noch Geld! Und wenn Der oder Die noch schlau ist, geht der Text 1000 mal durch einen Textspinner und man hat keine 3 Cent pro Wort sondern 30,- € pro Wort! Und zeigt jedem Internet-Journalisten, genau wie jeder Fachautor dem durchschnittlichen Romanautor, den Mittelfinger!

Ich kenne Leute die arbeiten für 1,2 Cent, verdienen 5 Stellig im Monat und liegen den halben Tag irgendwo am Strand!

Oder anders: wer hier motzt, der hat sich als Journalist bereits selbst ins aus gestellt. Es geht ihm als Journalist nämlich nichts an. Ganz andere Tätigkeit!

Koalaman 11.11.2013 22:42

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
So eine geringe Bezahlung würde mich schon abtörnen. Das zahlt man eher unerfahrenenen Praktikanten oder Studenten, die sich was dazuverdienen wollen.

Aalleexx 13.12.2013 09:36

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Dubidu
Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie oft das Argument "Berufsanfänger" genannt wird oder "Studenten", wenn es um Dumping-Preise geht. [...] Ich möchte einmal erleben, dass jemand einem Studenten vorschlägt, er solle für 50 Cent pro Stunde kellnern, bis er es richtig gelernt habe.

Du sagst es. Wunderbar auf den Punkt gebracht.

Zitat:

Außerdem finde ich es sehr bedauerlich, wie viele hier immer wieder fordern, alles zu veröffentlichen, damit sie sich gegebenenfalls bewerben können. Denn es sagt viel darüber aus, wie wenig sie ihre eigene Arbeit wertschätzen.
Das Problem hierbei ist doch aber, dass "Wertschätzung" der Arbeit heute Bezahlung bedeutet und leider kaum noch jemand tatsächlich Geld für Qualität ausgeben möchte. Selbst wenn die eigene Arbeit geschätzt wird und schon längst klar ist, dass man mit dem Dumping-Gehalt gerade so über den Monat kommt, wer bezahlt denn den Lohn, den der Schreiberling verdient? Das finde ich so schade.

Muhvie-Redaktion 08.01.2014 21:04

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Kaum einer will für Qualität zahlen... Auf den Punkt gebracht! Beispiel: Die Website soll glühen vor Zugriffen, kosten soll das natürlich nix. Gehalt haben? Nebensache. Wer sich tagtäglich im Online-Dschungel bewegt, die/der weiß was ich meine. Selbst eine hohe Absprungquote, ob inhaltsloser Faselei scheint sekundär.
Aber, seien wir doch mal ehrlich: Schaut nach Bangladesch, seht aktuell die armen Katzen in China, erinnert Euch an die Lasagne oder längst vergessene Apple-Skandale, so eine Tatsache wie Erdöl in fast jeder Pflegecreme, was das Produkt aber unglaublich billig macht oder günstigstes Palmöl, welches letztlich ganze Regenwälder zerstört (es gibt viele, viele weiterer solcher Themen, die es leider nicht in die großen Medien schaffen, liefere gerne Beispiel ;))... Der Grund: Geiz ist halt einfach ein gesellschaftliches Phänomen. Beim Anbieter, beim Konsument. Das macht selbst vor guter Fleißarbeit oder gar einem brillianten Artikel nicht Halt.

MattJournalist 22.01.2014 16:37

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Textbroker ist sowohl mit seinen Preisen als auch seinen Einstufungen eine ziemliche Frechheit. Bei den Preisen die die zahlen und der Qualität, die sie erwarten sind 6 Euro Stundenlohn schon viel. Bei der Recherche wirst Du nicht unterstützt und bekommst es auch nicht vergütet.

Also 5-6 Cent pro Wort sollten es bei einem seriösen Auftrag schon sein.

hfd 25.02.2014 23:49

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Unabhängig von den (Scherz-)Angeboten á la 0,03 EUR pro Wort, frage ich mich bei den hier veröffentlichten Stellenanzeigen immer öfter was schlimmer ist: die Tatsache, dass es solche Angebote überhaupt gibt. Oder, dass diese auch noch veröffentlicht werden.

Wenn ich mir die Stundensätze anschaue, die mein Installateuer oder mein Autoschrauber von mir sehen wollen, dann kann das ja kaum Ernst zu nehmen sein, was man hier - immer häufiger - an Job-Angeboten findet.

Aber wie man aus den Reaktionen hier sieht, gibt es mehr als genug Dumping-Schreiber, die ohne mit der Wimper zu zucken bereit sind, den Markt völlig zu ruinieren. Schade um den Journalismus, denn den wird es bei solchen "Honoraren" sehr bald nicht mehr geben.

ChrisH 25.03.2014 00:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich habe mich extra für dieses Forum angemeldet, um diese Frage auch beantworten zu können. ;)

Wie habe ich diese 3-Cent-Plattform textbroker.de kennen gelernt? Ganz einfach! Man gehe auf ein Portal, das studentischen Jobsuchern Arbeit anbietet. Dort findet man, neben lukrativen Angeboten von bis zu 25 Euro/Std. auch textbroker. Noch nie davon gehört... Aber neugierig bin ich dann doch und melde mich an. Ich möchte wissen, wie es "innen drin" aussieht. Welche lukrativen Aufträge werden an Studenten (bin ich nicht mehr) vergeben? Mir juckt's in den Fingern, ich will in die Tasten hauen, mal was ganz anderes schreiben. Ich freue mich schon auf die vielen Angebote.

Ich melde mich an. Sie möchten einen Beispieltext. Na gut. Ich suche einen von früher aus, der ungefähr die Länge von 200 Wörtern hat. Es gibt nicht viele davon, denn ich bin eher ein Langschreiber, recherchiere sehr gerne, gehe in die Tiefe. Hab dann doch einen gefunden, schicke ihn los und warte gespannt auf die Antwort.
Nächster Tag. Endlich, endlich ist die Mail da. Sie haben mich genommen! Wie werden sie mich wohl eingestuft haben? Meinen Artikel hielt ich für eine 3. War nicht mein bester. Einfach zu kurz. ;-) Aber dann, eine glatte 4!Oh, welche Freude! Ich kann es kaum erwarten, zu den lukrativen Angeboten zu kommen, logge mich ein und klicke mich durch, hechel von einem Auftrag zum anderen.

Was ich dann sah, kann ich bis heute nicht glauben. Da wird verlangt, dass man nicht nur sorgfältig recherchiert (oh ja, das kann ich!), sondern auch noch eine Arbeit abliefert, für die jeder Deutschlehrer dieses Landes eine glatte Eins geben würde. Dagegen habe ich nichts. Ich liiiiebe Recherchieren!

Doch die Zahlen sind ernüchternd. Ab € 2,60 bis € 11,70 würde ich verdienen können. Letzteres gilt für eine geforderte Wortzahl von 900. Sorgfältig recherchieren, mich richtig einlesen, die genauen Anweisungen des Kunden befolgen, geschrieben auf einem DIN-A4 großen Blatt, das soll ich auch noch für diesen Hungerlohn?

Ich fasse es nicht. Da habe ich doch vor Jahrzehnten bereits als (damals) freiberufliche Werbetexterin an einem kleineren Auftrag schon so viel verdient, dass es für die Miete reichte. Dieses hier ist Ausbeutung vom Feinsten und darüber hinaus ein Geschäftsmodell, das hoffentlich nicht Schule macht.

Ich bin für einen absoluten Boykott dieser Seite. Lediglich die 5er haben hier eine Chance, etwas zu verdienen, aber auch die hier angebotenen 6,5 ct. sind eindeutig zu wenig. Ein 4er bekommt magere 2,2 ct. und darüber hinaus noch Aufträge, über deren Umfang man nur den Kopf schütteln kann. Die Kunden, die dort schreiben lassen, kommen mir vor wie Freier vom Straßenstrich, die es billig und schnell haben möchten. Nur dass es sich hier um geistige Ausbeutung handelt. Nein, ich verkaufe mich nicht unter Wert.
Wieviel bekommt man bei Aldi an der Kasse? Für den Gegenwert von einer Stunde Waren scannen müsste ich bei textbroker wahrscheinlich den ganzen Tag arbeiten. Dafür habe ich nicht studiert.

Für mich war es nur ein Test, aber für viele andere ist es bittere Notwendigkeit und sie machen dort mit, - das bei einer Einstufung ab 1,3 ct./Wort. Mein Sohn, Student, verdient gerade ca. 20 Euro/Tag für's Nichtstun auf seiner Internetseite, nachdem er vorher allerdings sehr intensiv und sorgfältig Content eingepflegt hatte und es auch an gelegentlichen Aktualisierungen nicht mangelt. Ich kann deshalb jedem nur empfehlen, arbeitet in eure eigene Tasche und lasst euch nicht ausbeuten. Solche Seiten verderben die Preise auch für hochwertige Schreibe. Ich bekomme Tränen in die Augen, wenn ich hier lese, was einige für qualifizierte journalistische Arbeit verdienen. Das geht einfach nicht.

In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, ob jemand bereits von Anfang an mit der lukrativeren Fünf eingestuft wurde, ohne dass die Betreiber vorher von einer journalistischen Ausbildung bzw. Tätigkeit (angewandte Psychologie! :lol: ) informiert wurden.

Ach ja, natürlich habe ich mit einem klaren Nein gevotet. Mir geht's da wie Christopher , der sich auch über die heutigen Dumping-Preise wundert:

Zitat:

"Hallo leute letzte we habe ich einen Bericht über JobBörsen im TV gesehen und ich fand es ganz schön erschrekent für was für Preise da Aufträge angenommen werden. Beispiel Tapizieren einer 90m2 Wohung für 350 Euro."

ChrisH 25.03.2014 00:34

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Worddompteur84 (Beitrag 86817)
Ich bin der Meinung, dass auch Job-Angebote mit niedrigen Löhnen veröffentlicht werden sollten. Diese sind zwar nicht das, was sich die meisten unter einem "guten" Angebot vorstellen, jedoch ist es für Studenten und angehende Journalisten überhaupt erstmal eine Möglichkeit, sich in diesen Bereich einzufinden und sich einen Namen zu machen. Würden diese sich nämlich auch nur auf höher dotierte Jobs bewerben, die auch für die bekannten Größen interessant sind, würden deren Bewerbungen nach einem oberflächlichen Vergleich meist fast ungelesen im elektronischen Papierkorb landen. Oft ist es zu Anfang der Karriere, wenn man zum Beispiel noch finanzielle Unterstützung von Eltern oder der Familie erhält, wichtiger Kontakte zu knüpfen und seinen Namen/Ruf zu verbreiten, als direkt große Einkünfte einzufahren. Außerdem denke ich, dass eine Ablehnung solcher Angebote keinen besonderen positiven Effekt hätte, da solche Angebote in einem solchen Fall an Texting- oder Ghostwriting Agenturen weitergereicht werden, die sich selbst zuerst ein großes Stück vom ohnehin zu kleinem Kuchen abschneiden, was das Honorar der Autoren nur zusätzlich verringert.

Wie kann man sich mit textbroker.de einen guten Namen verschaffen, wenn der doch gar nicht genannt wird? Ich würde Studenten eher einen Blog empfehlen, auf dem sie sich nach Herzenslust austoben können. Oder eine Webseite zu einem Thema, das sie interessiert. Da steht dann auch ihr Name drauf.

Schweinswal 28.03.2014 20:03

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Sehr richtig. Der zitierte Post ist generell Käse. Welche Ghotswriting-Agentur vergibt bitte Aufträge für irgendwelche SEO-Quatsch-Texte für 2 Cent pro Wort? Diese Agenturen betreiben, wie der Name schon sagt, Ghotswriting und eventuell noch Korrektorat/Lektorat.
Im Übrigen ist es schon sehr auffällig, dass in dem Post ein Link auf eine spezielle Ghostwriting-Agentur gesetzt ist. Der Verdacht liegt nahe, dass der gesamte Beitrag einzig und allein dem Zweck dient, diesen Link unterzubringen.
So ein Job war hier übrigens auch schon mal zu vergeben. Keine Ahnung, wieviel es da zu verdienen gibt. Ich habe dankend abgelehnt, als ich endlich davon erfahren habe, worum es überhaupt ging.

PFP 12.04.2014 19:01

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Drei Cent pro Wort kann angemessen sein, wenn es absolute triviale Texte sind, die ohne großartige Recherche geschrieben werden können. Über ein Produkt anhand einer Pressemitteilung zu berichten, kann, wenn man in der Branche fit ist, auch bei 3 Cent pro Wort ordentlich sein. Da schreibt man auf 10 Minuten 300 Wörter und erhält dafür 9 Euro - als Füller zwischendurch, wenn gerade nichts besseres zu tun ist, durchaus in Ordnung. In dem Moment, wo nennenswerte Recherche nötig ist, kann man das natürlich vergessen.

BeaH 24.06.2014 20:37

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Auch wenn der Preis angemessen sein kann, finde ich es besser, diese Angebote hier nicht zu veröffentlichen. Es gibt einfach zu viele schwarze Schafe. Soll hier denen geholfen werden?
Bea

GZS 26.06.2014 09:26

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Na dann gebe ich doch auch gleich noch meinen Senf dazu. Ich war schon lange nicht mehr hier, jetzt bin ich es, weil ich ein Gesuch aufgegeben habe.

Aber nun zum Thema Billigschreiber. Ich denke, man muss hier zwei völlig verschiedene Bereiche auseinanderhalten. Zum einen den Bereich Journalismus der immer noch deutlich besser bezahlt wird, als ein Billigtexter.

Und zum anderen die Billigtexter, die nicht ohne Grund so billig sein müssen. Diese Texte werden nämlich nicht, wie der Laie oft annimmt, auf Webseiten eingesetzt die für Menschen gemacht wurden.

Nein, sie landen auf sog. SEO-Seiten, die gemacht werden um auf Seiten zu verlinken, die gemacht werden um auf Seiten zu verlinken, die gemacht werden um auf Seiten zu verlinken … ihr versteht was ich meine?

Diese Billigtexte sind Massenware die zu Hunderttausenden ins Web gestellt werden und danach die Suchmaschinen zumüllen. Erstellt von Leuten, denen irgendwer vorgegaukelt hat, sie könnten im Web schnell reich werden :)

Reich wird dabei am Ende keiner, weder der Texter noch der Betreiber. Kann man sich nun drüber ärgern … man kann es aber auch bleibenlassen.

Jeder der ein Projekt gründet, das sich an echte Menschen richtet, wird früher oder später merken, dass er mit Textbroker & Co. nicht weiterkommt.

Übrigens geht es auch noch billiger als Textbroker, ganz groß in Mode sind sog. gespinnte Artikel, also Artikel bei denen aus einem einzelnen Text per Software und völlig automatisch viele verschiedene Versionen generiert werden. Als Suchmaschinenfutter funktioniert das nach wie vor …

Auch darüber könnte man sich nun ärgern - man kann aber auch in den Biergarten gehen … :)

CarolaS. 30.06.2014 08:44

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zum hier zitierten Ghostwriting zu Dumping-Preisen möchte auch etwas beitragen. Auch hier sind z.T. haarsträubende Honorare keine Seltenheit mehr.

Mir wurde kürzlich erst wieder ein Auftrag mit wissenschaftlichem Schwerpunkt angeboten. Man habe ein Budget von 2 Cent pro Wort ( Ich habe mich auch gewundert, dass überhaupt mit Wortpreisen kalkuliert wurde) und ob da noch Verhandlungsspielraum wäre. Im Gegenzug könnte ich mit weiteren Aufträgen rechnen...

Ich persönlich habe kein Problem mit 3 Cent Texten, denn das was da von den Auftraggebern als Recherche verlangt wird, hat mit journalistischem Recherchieren so gut wie nie etwas zu tun. Es ist mehr ein: Schau mal auf dieser Seite nach, damit du weißt, dass ein Auto echt vier Räder hat (leichte Provokation, ich weiß)

Aber wenn sauber recherchierte Texte auf diesem Niveau landen, dann haben wir ein Problem. Ich weiß übrigens, dass der von mir erwähnte Auftraggeber einen Journalisten gefunden hat, der ihm diesen und folgende Beiträge für den Niedrigpreis schreibt.

Wordslinger 29.10.2014 23:29

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Na ja.

Manche Beiträge in diesem Thread klingen für mich nach einer Mischung aus Schimpfen vom hohen Ross herab und Pfeifen im Walde.

Ich halte es für falsch, in diesem Zusammenhang pauschal über Preisdumping, schlechte Texte und unfähige Schreiberlinge zu schimpfen und die zuletzt Genannten auch noch als "Hausfrauen" zu verunglimpfen (was ich gleich doppelt unfair finde). Das zeugt für mich von einer ziemlich einseitigen Sicht auf die Dinge und vermutlich auch von mangelnder Praxiserfahrung.

Ich wüsste wirklich nicht, warum es verkehrt sein sollte, für 20 Euro eine Seite über ein Thema zu schreiben, das man aus dem Effeff beherrscht. Dazu sollten nicht mehr als 45 Minuten nötig sein: eine Viertelstunde fürs Nachdenken, eine halbe Stunde fürs Schreiben.

Man muss doch ganz klar unterscheiden zwischen einer journalistischen Arbeit und beispielsweise einem einfachen, gut geschriebenen Produkttext. Wen das Briefing für eine Produktbeschreibung zu journalistischen Höhenflügen animiert, der hat etwas missverstanden. Neulich habe ich für einen Kunden ein paar Anwendertipps meiner Wahl zu einem mir gut bekannten Computerprogramm geschrieben. Für 4,2 Cent pro Wort. Fand ich richtig gut: Ging schnell und war mal was anderes.

Und wem 20 Euro pro Stunde für Zwischendrin zu wenig sind - so what. Es ist ja jedem freigestellt, stattdessen dazusitzen und auf das nächste große Ding zu warten.

Ich würde 3-Cent-Angebote nicht pauschal verbannen. 3 Cent sind sicherlich kein fürstliches Honorar, können aber unter bestimmten Umständen trotzdem in Ordnung sein. Es kommt immer darauf an, was als Gegenleistung gefordert wird.

--------------------

... sagt eine, die mal für 3-5 Cent pro Wort, mal für 100 Euro pro Seite schreibt und die eine ganze Reihe Fachbücher veröffentlicht hat (für die sie das Seiten- oder gar Worthonorar lieber nicht ausrechnet). Und die immer genug Arbeit auf dem Schreibtisch und genug zu futtern im Kühlschrank hat.

Willy Wonka 16.12.2014 21:42

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Ich empfinde solche Angebote als beinahe unmoralisch, die man daher auch nicht weiter öffentlich machen sollte.

Achim Linck 10.01.2015 17:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Mir wurden jetzt 1 - 2 Cent pro Wort angeboten (Fotos = null Cent dazu liefern). Nötig ist Recherche, Fahren zum Termin und Text schreiben. Da kann man einfach nichts mehr zu sagen.

Fokko 10.02.2015 10:28

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Wordslinger (Beitrag 88681)
Na ja.

Neulich habe ich für einen Kunden ein paar Anwendertipps meiner Wahl zu einem mir gut bekannten Computerprogramm geschrieben. Für 4,2 Cent pro Wort. Fand ich richtig gut: Ging schnell und war mal was anderes.
Ich würde 3-Cent-Angebote nicht pauschal verbannen. 3 Cent sind sicherlich kein fürstliches Honorar, können aber unter bestimmten Umständen trotzdem in Ordnung sein. Es kommt immer darauf an, was als Gegenleistung gefordert wird.

In so einem Fall kommt man mit diesem Honorar hin, so was habe ich auch schon gemacht. Da darf dann aber außer einem kurzen Blick ins Web auch kein Recherche anfallen.

Nun gibt es aber auch "Kunden", die zahlen 1 ct und schicken Dir den Artikel dann noch zweimal zurück, nicht weil echte Kinken drin sind, sondern weil sie halt einfach dieses und jenes "noch ein wenig anders" haben wollen.

Zitat:

Zitat von Wordslinger (Beitrag 88681)
... sagt eine, die mal für 3-5 Cent pro Wort, mal für 100 Euro pro Seite schreibt und

3 Cent ist schon eine absolute Untergrenze, es sei denn es ist ein Festpreis für eine Mindestwortzahl vereinbart und (im Web ist da kaum jemand böse) es flutschen einem fix ein paar Worte mehr raus. Wenn man für 15 Euro ohne große Mühe 750 Worte statt 500 raushauen kann, spielt der nunmehr rechnerisch auf 2 ct gesunkene Preis keine Rolle, wenn es auch nicht länger dauert als bei 500 Worten, bei denen man viel überlegen muss.

Zitat:

Zitat von Wordslinger (Beitrag 88681)
die eine ganze Reihe Fachbücher veröffentlicht hat (für die sie das Seiten- oder gar Worthonorar lieber nicht ausrechnet). Und die immer genug Arbeit auf dem Schreibtisch und genug zu futtern im Kühlschrank hat.

Das kenne ich auch. Aber wenn man eine 6-Tage Woche mit 12..14 Stunden am Tag hat, ist es ein schwacher Trost, dass man so gerade mal davon leben kann.

Unter Wert kann man mal Herzens- und Prestigeprojekte machen (Einträge bei der DNB bzw. Links auf eigene Werke bei Amazon machen sich recht gut), aber eigentlich auch nur, wenn das Geld über besser bezahlte Tätigkeiten hereinkommt.

Apropos: Das Kernproblem dabei ist übrigens, dass man bei der KSK nur noch 400 Euro/Monat mit "unkünstlerischen" Tätigkeiten verdienen darf. Soweit ich mich erinnere, hieß es dort vor Jahren, als ich eingetreten bin noch, dass der überwiegende Teil der Einnahmen mit in der KSK versicherungspflichtigen Tätigkeiten erzielt werden muss.

Naja, bei unsereinem kann es heute ja auch schnell passieren, dass der 400-Euro-Job nur unwesentlich weniger bringt, als der Schreiberlohn...

Grüßle

Fokko

Impresan 12.05.2015 14:18

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Hallo,

ich bin habe mich zwar erst neu angemeldet und bin selber auf der "Job-Anbieter"-Seite, aber 0,03 EUR finde selbst ich persönlich nicht vertretbar bzw. bin der Meinung, dass dies nicht besonders seriös ist.

Textfinder 14.06.2015 17:27

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Zitat:

Zitat von Achim Linck (Beitrag 89010)
Fahren zum Termin

Wie weit ist der Termin/die Adresse denn von Dir entfernt? Ich bin u.a. gerade mit der Frage hier, ob es üblich ist, als Texter/Journalist Geschäftsreisen zu machen und die Kosten dafür selbst zu tragen. Ich wende noch die Kleinunternehmerregelung an und da schlagen Fahrtkosten an Ziele, welche nicht in der nahen Umgebung gelegen sind, zu Buche, vor allem wenn mehrere Fahrten für einen Kunden zusammenkommen.

Ein Preis von 1 bis 3 Cent ist untergründig ...

Kugelschreiber84 12.08.2015 08:01

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
3 Cent pro Wort, und das als Journalist? Um Gottes Willen. ..

reger 13.08.2015 14:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Leider sind oftmals 3 Cent pro Wort das normale Preismaß. Habe schon von vielen Kollegen gehört, dass es kaum noch über 5 Cent hinaus geht,.

Nina70 14.08.2015 02:05

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Sorry, aber manche Kommentare reizen meine Lachmuskeln. Da gibt es wohl Menschen irgendwo im elitären Journalistenland, die nix im Kühlschrank haben, Honorare einklagen, tagelang recherchieren und Fahrtkosten selbst tragen müssen, aber dafür ach so anspruchsvolle Aufträge haben, die dann -einmal im Monat- mit einigen hundert Euro vergütet werden. Diese Elitären regen sich über andere Menschen auf, die außerhalb der Elite tätig sind, aber die sich sagen: Lieber schreibe ich einen Text, der nicht hochanspruchsvoll ist, aber dafür bekomme ich Geld, von dem ich mir was zu essen kaufen, meine Miete bezahlen, mein Auto tanken, mein Kind ernähren kann. Ihr lieben Elitären, lasst euch sagen, dass man sich Anspruch leisten können muss. Hört bitte auf, all diejenigen zu verunglimpfen, die vom Schreiben leben möchten, ohne Hunger zu leiden. Es funktioniert, mit einem, mit zwei oder mit drei Cent pro Wort. Nach einiger Zeit seid ihr auf so vielen Gebieten versiert, dass ihr keine Recherche mehr braucht. Keine Fahrtkosten. Keine nervige Akquise. Schreibe 100 Worte in fünf Minuten, macht 1.200 pro Stunde. Bleiben wir bei 2 cent pro Wort. 24€ Stundenlohn ... Sechs Stunden Arbeit am Tag, jedes Wochenende frei, etwa 2.500€ verdient ... Genug, um mehrmals im Monat einkaufen zu gehen. Viele Menschen, die acht Stunden arbeiten, zwei Stunden Fahrtweg zur Arbeit haben und im Schichtdienst unterwegs sind, träumen von einem solchen Verdienst. Und wenn der Kunde zufrieden ist, dann ist es kein Müll, der produziert wird, sondern es ist eine Dienstleistung, die im Übrigen von Google ins Leben gerufen wurde. Ich habe einen Master in der Germanistik, habe Lehraufträge angenommen, die wesentlich schlechter bezahlt wurden, und mich irgendwann entschieden, von dem elitären Zug abzuspringen. Seitdem geht es mir und meinem Konto blendend. Wie ich schon sagte: Anspruch muss man sich leisten können ... verblödet bin ich nach sechs Jahren als Contenttexter übrigens noch nicht. Nach meinem Sechsstundentag im heimischen Büro habe ich genug Zeit, mich anspruchsvoller Literatur hinzugeben und meine Fremdsprachenkenntnisse zu pflegen. Packt mich die Reiselust, nehme ich meinen Laptop und fahre ein paar Wochen ins Ausland. Arbeiten kann ich überall, ich brauche nur einen Internetzugang. Jeder Beruf kann spannend sein. Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Ich möchte mit keinem der elitären Journalisten tauschen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich sowohl in Bezug auf meinen Kontostand als auch in Anbetracht meiner geistigen Fähigkeiten -trotz der verblödenden Fließband-Arbeit- mit vielen, die sich hier maßlos aufregen, mithalten kann. Leben und leben lassen ... Was spricht gegen die Veröffentlichung der Angebote? Wir sind alle mündig und können selbst entscheiden, ob wir sie annehmen möchten oder nicht.

Reporterin 09.09.2015 16:50

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
Bei 2.500,- € haben Sie nach allen Abzügen, Betriebskosten, Steuern, Versicherungen etc. max. 1.100,- € übrig. Und davon bestreiten Sie nicht nur Ihren Lebensunterhalt, sondern zahlen davon noch Fremdsprachenkurse / -literatur, Literatur und wochenlange Auslandsaufenthalte. Daneben sind Sie sogar Vollzeit beschäftigt. Respekt! Nebenbei bemerkt gehören Sie ins Guinnessbuch der Rekorde mit Ihrer Anschlagszahl. Allerdings, redigieren und lektorieren brauchen Sie natürlich nicht. Obwohl: Bei 10 Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern, die ich so auf Anhieb gesehen habe, sollten Sie es zumindest damit mal versuchen - mit dem Redigieren und Lektorieren.


@Nina70 Tschuldigung, da habe ich den falschen Button genommen. Es sollte keine Direktantwort werden.

Honeyman 07.07.2016 04:25

AW: Frage: Bezahlung 3 Cent /Wort - sollen solche Angebote im Jobforum veröffentlicht werden?
 
meines erachtens kann jeder für sich entscheiden ob er auf solche Angebote eingeht, es allerdings verbieten sollte daher keine Option sein.


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