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Ilo 24.09.2004 12:37

Lokalfunk-Volo - sinnvoll oder Zeitverschwendung?
 
Hallo,

ich bin neu in diesem Forum und hoffe auf ein paar Antworten, die ich bei aller Recherche nicht finden konnte - danke schon im Voraus für die Mühe! :)

Ich habe im Juli mein Geschichtsstudium abgeschlossen, arbeite momentan nebenher als freie Journalistin bei einer TK-Branchenzeitung und bin hauptberuflich auf der Suche nach einem Hörfunkvolontariat.

Nach anderthalb Monaten Suche und sieben Absagen habe ich jetzt ein Angebot für ein Volo bei einem privaten Lokalsender im Münchner Westen. 18 Monate, Bezahlung "nach Tarif", drei bis vier Seminare bei Institutionen außer Haus, Start im November. Jetzt meine Frage: Wie sinnvoll ist ein Volontariat bei so einem Sender? Was ist es in der freien Wirtschaft und auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wert? Stehe ich nach dem Volontariat wieder blöd auf der Straße rum, weil niemand meine Ausbildung ernst nimmt? Ich weiß einfach nicht, ob ich trotz eines ganz ordentlichen Lebenslauf (3 Praktika mit reichlich Arbeitsproben, 1 freie Mitarbeit, Magister mit 1,6) und obwohl ich "erst" 6 Wochen ernsthaft suche, den Spatz in der Hand annehmen soll, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass die Bewerbungstermine für die Tauben auf dem Dach, sprich: BR, Radio Bremen, einige Sender in dem Bundesland, in das ich eigentlich will etc., erst im Dezember akut werden.

Gibt es Meinungen dazu? Ein paar Einschätzungen würden mir sehr weiterhelfen.

Liebe Grüße
Ingrid

christine 24.09.2004 15:26

Radio Bremen sucht gerade Redaktionsvolontäre und nimmt Bewerbungen noch bis zum 31. Dezember 2004 an (das Volo beginnt am 1. September 2005, keine Ahnung, ob Du so lang warten magst).
Allerdings verlangen sie einiges, was die Arbeitsproben angeht, da müsstest Du mal prüfen, ob Du das bieten kannst.

Ilo 24.09.2004 16:52

Hallo Christine,

danke für den Hinweis - von der Volo-Ausschreibung weiß ich als regelmäßiger Newsroom-Besucher allerdings schon, sie liegt auch auf meinem Tisch (in einem Ordner, der mit "Unbedingt bewerben!!!!" beschriftet ist :wink: ). Die Arbeitsproben sind so wild nicht - ein veröffentlichter Radiobeitrag halt und zwei neue Radioreportagen zu festgelegten Themen, das ist bis Dezember schon machbar; Hauptproblem wird sein, wo ich ein billiges Mikrophon samt Aufnahmegerät herkriege...
Das Grundproblem mit dem Lokal-Volo bleibt aber - ich müsste es ja anfangen, bevor ich meine Bewerbung an Radio Bremen überhaupt wegschicke... und ein Volo anfangen und dann für ein besseres abbrechen ist ja wohl mehr als schlechter Stil, oder? *grübel*

christine 25.09.2004 18:10

Vorsicht, allzu billig sollte das Mikro nicht sein, sonst klingt das alles nicht gut. Außerdem brauchst Du noch die Möglichkeit, Deine Stücke zu schneiden und zu bauen. Falls Du keine Schnittsoftware und entsprechend gute Soundkarte auf Deinem Rechner hast und auch keine Besitzer solcher kennst, könntest Du Dich mal erkundigen, ob es an der Uni eine Möglichkeit gibt (sofern Du noch eingeschrieben bist). Manchmal haben auch Bürgerradios das nötige Equipment.

Die andere Frage ist, wie Du die elf Monate bis zum Volo-Beginn im nächsten Herbst - so Du ausgewählt werden würdest -, überbrückst. Sprich: Woher bekommst Du eine Krankenversicherung usw.? Als Freie mit nur einem Auftraggeber kommst Du nicht in die KSK, von wegen Scheinselbstständigkeit. Oder arbeitest Du für diese TK-Branchenzeitung auf Lohnsteuer und mit Sozialversicherung und kannst dort noch länger bleiben?
Abgesehen davon, ist ein knappes Jahr schon ziemlich lang (die Frühjahrstermine sind bei allen ör Sendern vorbei), und vor allem ist es ja gar nicht sicher, dass Du irgendwo den Volotest bestehst. Und dann hättest Du weder Taube noch Spatz, sondern "nur" ein Magisterexamen, dessen Halbwertzeit schneller erreicht ist, als man denkt.

Die Angaben zu dem Hörfunkvolo bei diesem Privatsender (Bezahlung nach Tarif, Volo-Kurse) klingen zumindest seriös. Du könntest noch checken, zu welchen Einrichtungen sie Dich zu Seminaren schicken, wenn Du Dir wegen der Qualität unsicher bist. Und erfragen, wie viele verschiedene Redaktionen Du bei diesem Sender durchläufst.

Gerd Kreusch 26.09.2004 23:24

Ich würd raten: "Lieber den Spatz in der Hand..."
Viele junge Leute, so auch mein Junior, sind schon seit Jahren auf der Suche. Sieben Praktika, 35 Bewerbungen, usw, usw. Jetzt hat er endlich ein Volontariat beim Ballungsraum TV. Drei Kreuze geschlagen!!
Gruß Gerd

Paganasius 28.09.2004 13:18

Es gibt eine Menge guter Leute, die im Lokalfunk (hier NRW) ganz klein angefangen haben. Heute sitzen sie in öffentlich-rechtlichen Sendern, als Festangestellte.

Viermann 06.10.2004 11:57

Was für ein Schicksal! :wink:

SCNR

Gerd Kreusch 07.10.2004 22:03

www.fiermann.info was macht Ihr. Internetseite sehr sehr nicht informativ?
Grüßle

Viermann 08.10.2004 10:10

Habe per PM geantwortet.

kacie 19.11.2004 18:49

Der Vorteil bei einem Volo im Lokalfunk ist, dass Du Dich total ausprobieren kannst ... Dir stehen alle Türen offen - ob redaktion, moderation, nachrichten, produktion, ... du kommst leicht ans mikro, was in den großen sendern nicht unbedingt der fall ist.

klar ne ausbildung beim ö/r ist der hammer ... aber die chancen sind nicht so groß daran zu kommen. besser volo in der tasche als keins und wechseln könntest du immer noch. ich würde diese chance nicht verschenken ... habe auch klein in bayern angefangen. nach meinem volo arbeite ich jetzt bei einem landesweiten sender.


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