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LaLotte 28.08.2007 13:20

Mikrofontauglichkeit
 
Ich habe mal eine Frage an die Radiostimmen unter euch.
Nachdem ich nun bald meinen Bachelor habe, bewerbe ich mich langsam für ein Volontariat.Eigentlich zieht es mich mehr zu den Printmedien, aber da war die Resonanz bisher nicht so gut und nun habe ich eine recht positive Antwort von einem regionalen Radiosender erhalten. Ich soll ein Praktikum dort machen zum beschnuppern und eben auch, weil ich bisher keinerlei Radioerfahrung mitbringe und dann stehen meine Chancen nicht schlecht für ein Volo. Erfahrung habe ich aus dem einfachen Grund nicht, weil ich meine Stimme prinzipiell erstmal für untauglich halte. Ich habe eine Dialektfärbung, das klassische bayerische "R" und sicherlich noch mehr störende Unarten in meiner Stimme.
Trotzdem wollte ich es jetzt einfach mal wissen und wäre auch bereit daran was zu tun...Nun ist meine Frage, kann man denn aus jeder Stimme noch Radiotauglichkeit rauszaubern oder sollte die Grundlage schon da sein? Und ich weiß ja auch nicht, wie groß das Interesse eines Radiosenders daran ist mir die Möglichkeit zu bieten daran zu arbeiten(sprich:Sprechtraining). Welche Erfahrungen habt ihr denn gemacht? Würdet ihr mir überhaupt dazu raten zu einem Regionalshörfunksender zu gehen? Irgendwelche Tipps und Tricks, wie aus mir eine Artikulationsfee wird?

christine 28.08.2007 15:14

AW: Mikrofontauglichkeit
 
Da die ÖR Sender nur noch wenig Sprechunterricht bezahlen (meist sind das nur 10 Stunden), glaube ich nicht, dass es bei einem regionalen Privatsender damit besser aussieht. Kurzum, den Sprechunterricht wirst Du selbst bezahlen müssen.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn Du von einem HNO mit Zusatz Phoniatrie abklären lässt, dass Du keine Stimmstörung hast (wenn man eine funktionale Stimmstörung hat, ermüdet die Stimme schneller, was für Radiosprecher ungünstig ist). Und wenn Du dem Phoniatriker erzählst, dass Du zum Radio möchtest, hast Du vielleicht Glück und er ist Dir wohlgesonnen genug und gibt Dir ein Rezept für die Logopädin, das wäre zumindest ein Anfang, falls Du tatsächlich Unarten in Deiner Stimme haben solltest. Mikropräsenz wird sie Dir aber nicht beibringen können, das ist ja auch nicht ihre Aufgabe.

Das bayerische "r" kann übrigens bei einem bayerischen Regionalsender auch gern gesehen sein - wie sprechen denn deren Leute, hast Du Dir die schon einmal angehört? Hört man denen an, dass sie aus Bayern stammen?

LaLotte 29.08.2007 10:08

AW: Mikrofontauglichkeit
 
Hallo Christine! Danke für deine Antwort. Es ist so, dass die "älteren" Redakteure dort durchaus auch das bayerische "R" sprechen, aber die Jungen, v.a. die Volontäre sprechen ziemlich rein, kommen aber alle auch aus nächster Nähe(heißt: Die müssten doch eigentlich auch Dialekt sprechen (-;) und direkt von der Schule ohne Studium, was mich vermuten lässt, dass das entweder Naturtalente sind (und sie viell. deswegen die Volos ohne Studium bekommen haben)oder der Sender da eben doch ein bisschen nachgeholfen hat.Ich glaube, eine funktionale Sprachstörung habe ich nicht, ich denke auch, dass ich die nötige Präsenz und Redegewandheit mitbringe. Aber das Bayerische macht sich eigentlich stets bemerkbar. Machen denn immer Logopäden das Sprechtraining? Und wenn ja, alle? Ich habe mich nämlich schon mal informiert, aber mir wurde da gesagt, dass die eben nur "behandeln" und ich habe nicht wirklich bei meiner Recherche richtige Sprecherzieher ausfindig machen können.

Sanne S. 29.08.2007 11:19

AW: Mikrofontauglichkeit
 
Ich würde die Mikro-Tauglichkeit auf jeden Fall mit einer/m SprecherzieherIn abklären, die können in der Regel beurteilen, ob sich vorhandene Schwächen mit professionellem Training abstellen lassen oder nicht. Was Dialekt-Färbung betrifft, kommt es wohl sehr auf den Sender bzw. die Welle an, es mag sogar gelegentlich durchaus erwünscht sein. Wohlgemerkt Dialekt-Färbung, nicht Dialekt.


Schöne Grüße

Sanne

christine 29.08.2007 12:25

AW: Mikrofontauglichkeit
 
LaLotte, den Sprechunterricht gibt's bei Sprecherziehern - und was der Unterschied zu Logopäden ist, findest Du mit etwas Recherche sicherlich selbst heraus. ;-)
Ich schrieb doch, dass Du eventuell ein Rezept für Logopädie bekommst, falls Du tatsächlich Unarten in Deiner Stimme haben solltest, also wenn sie beispielsweise nicht richtig "sitzt". Dann kann Logopädie angezeigt sein, denn ein falscher Stimmsitz bedeutet, dass man nicht richtig mit seiner Stimme umgeht.

Es gibt einen Verband der Sprecherzieher, über den findest Du sicherlich heraus, wo es Sprecherzieher in Deiner Nähe gibt. Du könntest zudem auch bei dem Sender fragen, wen die ihren Leute empfehlen.

kugelschreiber 02.09.2007 22:25

AW: Mikrofontauglichkeit
 
hallo LaLotte,

ich glaube fast, dass du nach einem praktikum im hause fit genug bist für ein volo. da das haus den bayerrrrrischen umgangston zu pflegen scheint und ein studium nicht zwingend erforderlich ist für ein volo, scheinen gerade die regionalia wichtiger zu sein, als eine tagesschautaugliche stimme. :-D
enthusiasmus und freude an der arbeit klingen dabei oft viel schöner und angenehmer, als die perfekte stimme. und m.e. wirst du sicher so viel freude bei der arbeit haben, dass man es dir auch anhört. und dann hast du viel aufwand gespart. professioneller klingst du eh erst nach einiger zeit, und die kannst du, so du schon so ein tolles angebot hast, dann auch auf der arbeit verbringen.

eins, zwei, drei, aus die maus: mikro an!

edit: regionale sender sind das eine, ör das andere. regional bist du viel dichter an deinen hörern dran, wirst extrem mit der arbeit identifiziert. das kann man mögen, muss man aber nicht. ich kenne regionale sender häufig als ´ausbeuter´. du schiebst lange schichten, lernst nur einen bereich, bsp. nachrichten, schulungen außer haus sind häufig fehlanzeige, bist ein billiger und williger arbeiter auf zeit. bezahlung ist eher unter tarif, einzig der spaß, der ist in der regel überirdisch!
habe einige erfahrungen, frag mal noch genauer.

gruß von kugelschreiber

LaLotte 03.09.2007 10:46

AW: Mikrofontauglichkeit
 
Hallo Kugelschreiber!
Das klingt doch auf der einen Seite gut, was du zu berrrrichten hast - auf der anderen nicht. Allerdings habe ich mir aber fest vorgenommen, ein Volo auch nur unter bestimmten Bedingungen anzunehmen und dazu gehört, dass ich darauf bestehe alle Bereiche, die mich interessieren auch tatsächlich kennenlernen zu dürfen und Schulungen besuchen zu können. Da werd ich mich absichern. Ich hoffe nur, dass ich nicht schwach werde, wenn ich bei dem Praktikum Spaß habe und die Alternativen eher dürftig sind. Aber im Moment bin ich ja noch in der luxuriösen Situation sagen zu können, wenn ich nicht das kriege, was ich will, dann mach ich halt noch meinen Master.:rolleyes:

Stimmlich gesehen magst du sicher recht haben, aber die Professionalität der momentanen Volontäre verunsichert mich dennoch...Aber da ich jetzt schlichtweg auch gar keine Zeit mehr habe für Sprecherziehung, hilft wohl nur der Sprung ins kalte Wasser...


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