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Alt 25.01.2014, 01:40   #11
Reporterin
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Standard AW: Selbsttest "Zahnspange", Magazin sagt ab, Journalist soll zahlen

Die Preisvergabe hat auch nichts mit der Qualität der Arbeiten zu tun. Ich habe in den ersten Jahren meiner Berufstätigkeit drei- oder viermal an solchen "Wettbewerben" teilgenommen. Bis ich mir mal genauer die Jurymitglieder ansah und deren Verbindungen zu sowohl den Gewinnern, als auch zu den Redaktionen, für die diese "Gewinner" gearbeitet haben. Ich habe da drei Kategorien von Preisvergaben ausgemacht:

1. Das meißte davon dürften Vitamin-B-Preisvergaben sein. Sei es, dass Jurymitglied(er) irgend einem Redaktionsangehörigen was schulden, sei es, das ein Medium irgendwann, irgendwo schlecht weggekommen ist und sein Image aufpolieren muss - eben sowas in der Art.
2. Dann gibt es - wie soll ich es nennen - Redaktionen, Pressebüros etc. die aus der Anonymität herausgehoben werden sollen, um sie bekannter zu machen - was aber oft nur kurzfristig gelingt, weil deren Arbeit keine so hohe Qualität aufweist, um bekannt zu sein.
3. Und dann gibt es die Unmenge Journalistenpreise, die nur einer Branche, einen besseren Ruf einbringen sollen. Dort gewinnen in der Regel Journalisten mit Beiträgen, die diesen Branchen eine Plattform zur Selbstdarstellung geben, ohne auch nur ein Fünkchen Objektivität aufzuweisen.

Ich denke, bei dem Preis oben, wußten die alle, was Sache war, haben es aber stillschweigend hingenommen - weil sie nicht damit rechneten, dass dieser Typ so naiv sein, darüber zu reden. Nur als er es tat, konnten sie nicht zurück und mußten ihm den Preis wieder abnehmen. Man liest ja auch in dem Artikel, wie viele durchaus bekannte Journaisten, ihm den Preis lassen wollten. Ein Unding. Journalisten, die das schon Jahrzehnte machen und genau wissen, wie solch eine Arbeit durchzuführen ist, finden das nicht schlimm.

Geändert von Reporterin (25.01.2014 um 01:43 Uhr).
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