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Alt 02.12.2007, 14:38   #5
Iris68
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Hier mal ein ganz, ganz dickes Lob an unsere Obrigkeit. Standing Ovations: Ihr habt es wunderbar verstanden, Studierende auf der richtigen Spur zu halten...

Während STERN, SPIEGEL und andere Medien übers 40-jährige Jubiläum von „1968” berichten, raten junge Frauen (auch noch Journalistinnen?????) zur Journalisten-Ausbildung beim ifp (ausgerechnet 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet)...

...bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei der Andreas-Hermes-Akademie („Wir wollen mit unserer Weiterbildungsarbeit Menschen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum personale, fachliche, soziale und methodische Kompetenzen vermitteln. In Zusammenarbeit mit der CMA unterstützen wir... ”), etc.

Da wundert es überhaupt nicht, dass Journalisten weiter unten in diesem Forum (unter „Karriere & Büro”) die Spielzeug-„Carrera”-Autos tauschen, die sie wie kleine Kinder bei einem Presse-Event von DaimlerChrysler und Carrera geschenkt bekommen haben.

Ich sehe überhaupt keinen Grund dafür, warum ALLE Journalisten durch die Obrigkeits-Mühle gegangen sein müssen. Staatliche Universitäten, Kirchen, Verbände, Praktika- und Volo-Anbieter (mit Ausnahmen) -- das ist letztlich immer der gleiche Verein.

So habe ich die Kirchen (egal welche der 2 großen in Deutschland tolerierten und finanziell geförderten Konfessionen) nie so journalistenfreundlich erlebt, dass ich was von denen lernen wollte.

Und dass Schweinefleisch super gesund ist und sich Käfighühner sauwohl fühlen, das weiß ich auch so -- da muss ich nicht erst bei einem CMA-Bruderverein studieren.

Ein 35-jähriger kann zum Beispiel ein gesuchter Experte sein für Macintosh-Computer, für Sportwagen, für Kosmetik, für Gartenbau, für alles Mögliche... der MUSS nicht in jedem Fall zum Suchtmittel Praktikum oder Volontariat greifen.

Gerade las ich einen Artikel über die beste Finanzierung meiner nächsten Eigentums-Wohnung. Ich weiß, dass die Autorin nie irgendein Praktikum oder ein Volontariat gemacht hat. Sie hat vor ihrer journalistischen Arbeit viele Jahre lang als Maklerin gearbeitet.

Und den Artikel über Siamkatzen, den ich jetzt dann lese, hat eine langjährige Katzenzüchterin geschrieben. Ich weiß, dass die ebenfalls nie ein Praktikum oder so etwas ähnliches gemacht hat. Die Kollegin schreibt einfach über das, was sie versteht -- was man von vielen „gelernten” Journalisten ja nicht behaupten kann. Und als Katzenfreundin lese ich das einfach unendlich gerne. Und darum ist sie für mich eine gute Journalistin, Punkt.

Übrigens: Wenn’s stimmt, dass von 600 studierten Journalismus-Aspiranten nur einer eine feste Anstellung bekommt, warum müssen dann alle 600 den gleichen Weg gehen?

Was also mit Firefly tun? Ganz einfach: Mut machen! Such Dir Dein absolutes Fachgebiet. Lies alle Medien dazu. Bewirb Dich als Fester, Freier -- egal wie. Gründe gleich auch eine Web-Site zu Deinem Fachgebiet. Schreib’ und verkauf’ dazu ein E-Book, präsentiere Dich als Fachkraft auf Deinem Gebiet.

Werde Journalist, es ist ein freier Beruf.

Ich glaube, mit dieser Vorgehensweise kommst Du schneller ans Ziel als über die nervige Herumstudiererei und Praktikanten-Anbiederung.

Auf Deinem Fachgebiet recherchierst Du wahrscheinlich schon jetzt besser als jeder Diplom-Journalist oder Ex-Volontär. Und das Schreiben lernst Du durch Übung mit sehr guten Beispielen als Vorlage.

PS: Schau’ mal unter Wikipedia nach, welche Ausbildung Chefredakteure von Kai Diekmann (BILD) bis Stefan Aust (SPIEGEL) haben.

PPS: Wenn schon Praktikum, dann empfehle ich (leider) vielen meiner jungen Kolleginnen ein Praktikum bei „emma” -- z.B. statt Studium bei hochwürdigen Herren, egal welcher Art.
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