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Alt 03.03.2011, 22:23   #9
Freak
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Standard AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?

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Zitat von Texte-Büro Beitrag anzeigen
Ist das jetzt wörtlich gemeint? Du hast damit so wenig verdient, dass du kaum weißt, wie du den ganzen Monat das Essen bezahlen sollst? Also ganz ehrlich: Solche Jobs nehme ich von Anfang an nicht an. Abgesehen davon ist das auch nicht die Regel, dass bekannte Zeitschriften so schlecht bezahlen. Aber vielleicht ist es auch das Problem, dass manche einfach zu langsam schreiben. Man kann nicht immer einen ganzen Tag damit verbringen, einen Artikel zu schreiben. Ich plane je Woche fünf Arbeitstage mit je 8 Stunden. So weiß ich doch, was ich je Tag verdienen muss. Dann muss ich entweder entsprechend schnell arbeiten oder ich brauche besser zahlende Kunden. Das hat wenig mit einem Erfolgsrezept zu tun. Das ist ein gewöhnliches wirtschaftliches Denken.
So etwas werde ich auch nicht mehr annehmen. Es war nur so spannend: Bei der einen Zeitschrift haben die mich unter vielen gewählt und die Aufgabe war auch interessant. Endlich mal wieder ein komplett neues Thema selbst recherchieren, mit zig Leuten kommunizieren etc. Der Wortpreis lag schon höher als bei beispielsweise einfachem Webcontent, aber das ist trotzendem nicht hingekommen. Nicht das schnelle oder langsame Schreiben hat zu dem Verdienstausfall geführt, sondern der ganze Aufwand drum herum: Telefonate, Fahrten, Interviews, Daten recherchieren, zusammentragen, auswerten, Grafiken, Skizzen, Bilder etc. Zum Schluss hin habe ich mich mit den Zuständigen nur noch angestresst, da sie immer mehr gefordert haben, ohne mit dem Preis mitzugehen. Da konnte ich aber nicht mehr aussteigen: Was hätten denn die ganzen Interviewpartner und alle, die mir bei der Datenrecherche behilflich waren, von mir gedacht. Die Leute hätten mich doch für bekloppt gehalten. Bei der anderen Zeitschrift war es nicht minder spannend, aber der Aufwand und das ganze Drumherum, vor allem die Kommunikation: eine Katastrophe …
Dadurch blieb dann kaum Zeit für die einfachen Sachen, bzw. die sogenannten Nebenjobs. Hinzu kommt, dass ich in diesem Monat meine Steuererklärung, die Buchhaltung und die Domain zahlen muss, plus ein paar unvorhergesehene Reparaturen (eigentlich sollte ich auch das schmorende Netzteil ersetzen), ein nerviger Mietrechtsstreit und paar private Ausgaben. Ende des Monats fahr ich auch noch zwei Wochen weg, um meine Vorhaben voranzutreiben. Nur verdienen werde ich in der Zeit erst mal nichts. Hätte ich mich nur an die Nebenjobs gehalten, wäre all das drin gewesen.

Aber es freut mich zu hören, dass die schlechte Bezahlung bei größeren Magazinen nicht der Regelfall ist. Vielleicht bringt die Sache wenigstens in punkto Referenz etwas!?

Bin abgesehen von dem Forums-Eintrag auch noch am arbeiten. Wie schaffst Du es mit so wenig Arbeitszeit zu einem vernünftigen Gewinn? Und wie findest Du immer genügend gut zahlende Kunden? Hast Du nicht mal zwischendurch Leerläufe und musst das im Nachhinein wieder reinkriegen?


Schweinswal, das klingt ja entsetzlich!
Da mir die Aufträge langsam zum Hals raus hängen, will ich was Eigenes aufziehen, um von niemandem mehr abhängig zu sein. Wäre das nicht auch was für Sie?
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