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Alt 20.12.2002, 17:59   #7
unbekannter User (Gast)
 
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Standard RE: Grundsatzfrage: Nutzt uns ver.di?

Vorweg: Ich bin ausgetreten - obwohl mir Eure Postings nicht gerade bei der Entscheidungsfindung geholfen haben. Eigentlich verstehe ich auch gar nicht, warum ich ver.di seinerzeit beigetreten bin. Denn ich bin alles andere als ein 'Gewerkschaftsmensch'. Aber zu Euren Postings: Die Massen an Zeitungen, die von ver.di monatlich ins Haus flattern, liest sich wohl kaum einer durch. Bei mir landeten sie jedenfalls direkt im Müll - nachdem der Adressaufkleber entfernt und durch den Schredder gezogen wurde, damit man mich ja nicht in Verbindung mit der Gewerkschaft bringt. Dass die exorbitanten Forderungen der Gewerkschaften nach Tariferhöhungen in Zeiten allgemeiner Rezession etwas sonderbar anmuten - auch darüber sind wir uns sicher einig. Wenn Verkehrsbetriebler den Berufsverkehr lahmlegen, Postler die Zustellung wichtiger Dokumente verzögern und Bauarbeiter ihre Kaffeepause ausfallen lassen, um drei Prozent mehr Lohn zu bekommen, dann hat das auch nicht mehr viel mit Realismus zu tun. Die Deutschen lieben und leben den Kapitalismus, hassen den Kommunismus, aber denken sozialistisch. Wenn die Gewerkschaft ruft, kommen sie alle. Es interessiert nicht, wie's der Wirtschaft geht, es ist unerheblich, wie schlecht die Rahmenbedingungen sind - man will mehr Geld. Und wenn die Unternehmen die Lohnforderungen nicht mehr erfüllen können und Pleite gehen, dann geht man eben wieder auf die Strasse und legt die Wirtschaft noch weiter lahm. Gewerkschaften gehören eigentlich nicht in unsere Zeit, nicht in unser System. Wer gute Arbeit leistet, der geht zu seinem Chef und bekommt auch mehr Geld, während die Durchschnittlichen auf die nächste Tariferhöhung warten müssen. Und da wir uns selbst ungern als durchschnittlich bezeichnen, stehen wir wohl auch nicht zur Gewerkschaft. Und doch brauchen wir sie dann doch wohl alle ein bisschen.
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