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Alt 16.01.2014, 14:11   #2
Reporterin
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Standard AW: Selbsttest "Zahnspange", Magazin sagt ab, Journalist soll zahlen

Der sollte die Rechnung schnellstens bezahlen, damit er nicht im schlimmsten Fall noch in den Knast geht. Wenn er ein echter Journalist ist - also für Zeitungen / Zeitschriften arbeitet - darf er für Informationen nichts geben, in diesem Falle auch dafür, dass er irgendwas veröffentlicht, nichts nehmen (Zahnbehandlung).

Erst einmal muss geklärt werden, ob es einen schriftlichen Vertrag zwischen Zahnarzt und Patient (Journalist) über die Behandlung gibt und ob dort drin steht, wie teuer die Behandlung wäre. Wie sieht das aus?

Dann muss Patient zahlen, oder kommt wegen Betruges, Unterschlagung etc. je nachdem, dran. Folge gerichtliches Mahnverfahren, wenn Zahlung, dann erledigt, wenn keine Zahlung, muss Patient zu dem Mahnverfahren schriftlich Stellung nehmen, dann kommt es vor Gericht und endet meist mit einem Vergleich. Also einem niedrigeren Rechnungsbetrag und jede Seite zahlt ihren Anwalt selbst, die Gerichtskosten werden geteilt. Kann der Patient nicht zahlen, kommt es zur Pfändung und Schufa-Eintrag.

Aber auch wenn kein schriftlicher Vertrag besteht, ist ein Vertrag zustande gekommen. Hier ist jedoch zu beweisen, dass dem Journalisten die Höhe der Rechnung klar war. Dennoch, das gleiche Procedere wie im ersten Fall.

Journalistisch: In diesem umfangreichen Rahmen hat er sich strafbar gemacht, da eine Geschenkannahme durch den Pressekodex verboten ist. Der Pressekodex hat keine rechtlich bindende Wirkung, aber auf seiner Grundlage passiert einiges vor Gericht.

Im besten Fall für deinen "Bekannten", bestreitet der Zahnarzt, dass es je zu einer Absprache gekommen ist - und Procedere wie oben.

Wenn der Zahnarzt aber einen gewieften Anwalt findet, dann plädieren die auf Nötigung oder Erpressung oder was weiß ich (Ich Journalist schreibe einen Artikel für dich Zahnarzt. Wenn du mir die Behandlung umsonst gibtst, dann wird der Artikel positiv, wenn ich sie nicht umsonst bekomme, dann wird der Artikel wohl leider nicht so gut ausfallen). Weit hergeholt, aber möglich.

Was dein "Bekannter" da gemacht hat, war im höchsten Maße unethisch, unseriös und unmöglich. Schadet ihm gar nichts. Sowas sollte sich auf jeden Fall nicht Journalist nennen. Ungeheuerlich - und genau dieses Verhalten fällt auf uns anständige Journalisten zurück und wir werden alle in einen Topf gestopft.......

Was ich hier schreibe, ist ausschließlich meine Meinung. Rechtsberatung mache ich nicht, kann ich auch nicht.

Geändert von Reporterin (16.01.2014 um 14:16 Uhr).
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