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Alt 07.03.2011, 00:41   #36
Texte-Büro
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Standard AW: Freier: Ist es wirklich so schlimm bei euch?

@Schweinestall:
Du braucht nicht für jede Festanstellung ein Volo. Auch eine andere journalistische Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung ist meist ausreichend. Ich spreche da aus Erfahrung. Mittlerweile ist es mir allerdings egal, weil ich keine Festanstellung mehr möchte.

@Shanti:
Völlig richtig. Ein (manchmal auch zwei) Tage Recherche und einen Tag schreiben mag schon hinkommen. Aber nutze ich meine Zeit vielleicht etwas besser. Wenn ich zum Beispiel sechs Stunden an einem Tag Recherche gemacht habe, kann ich am Abend vielleicht noch einen Ratgebertext oder einen anderen Text schreiben, der mir schnell von der Hand geht. Neben der Arbeit an einer Reportage lohnt es sich, noch ein wenig Zeit in einfache Texte zu stecken, die eben schnelles Geld bringen. Das gehört für mich genauso zum Arbeitsalltag wie die spannenden Reportagen.

@Reporterin:
Zu meinem Werdegang, der dich scheinbar interessiert: Nachdem ich in dem bereits erwähnten Beruf als Schauspieler nicht genügend Erfolg hatte, habe ich mit einfachen Seo-Texten etc. mich über Wasser gehalten. Später kamen dann erste Zeitschriftenverlage zu. Das journalistische Handwerk habe ich zunächst autodidaktisch gelernt. Trotzdem habe ich danach noch ein sogenanntes Fernstudium an einer Journalistenschule absolviert. Allerdings hatte ich durch mein "Selbststudium" zuvor das Handwerk wohl schon gut gelernt. Denn viel Neues habe ich während des Fernstudiums nicht gelernt. Berufserfahrung habe ich nicht nur als Freiberufler. Ich habe auch bereits in zwei Redaktionen als festangestellter Redakteur gearbeitet. Daher kann ich wohl sagen, dass ich den Beruf auch ohne Studium und Volo mittlerweile ganz gut kenne.

Abgesehen davon kann man nicht sagen, je länger man an einem Artikel arbeitet, desto besser ist er. Manche brauchen länger, manche brauchen etwas kürzer. Das ist doch überall so. Und zugegeben: Ich habe auch bei der Arbeit in den Redaktionen festgesellt, dass ich etwas schneller bin als die meisten anderen Redakteure. Nicht weil ich ein Wettrennen veranstalten möchte, ich bin eben einfach etwas schneller. Und? Muss ich mich dafür jetzt entschuldigen? Viele Redaktionen, für die ich nun als Freiberufler arbeite, sind sehr kritisch und legen viel Wert auf hohe Qualität. Aber da diese Auftraggeber mir treu erhalten bleiben, selbst bei ordentlichen Preisen, mache ich ja wohl irgendwas richtig.
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