-->
Journalismus.com Forum
Anzeige:
Griffith College Dublin

Infos von
Journalismus.com


Wichtige Links:


cover_1502
Jobturbo - Die Job-Suchmaschine durchsucht Zeitungen und Stellenbörsen. Gezielt nach Medienjobs suchen!
Jetzt hier recherchieren...


 

Zurück   Journalismus.com Forum > Freelancer-Forum > Freelancer Forum

Freelancer Forum In diesem Forum tauschen sich Freie Journalisten und Freelancer aus.

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 20.10.2009, 13:31   #1
Wortreich
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 20.10.2009
Beiträge: 3
Renommee-Modifikator: 0 Wortreich wird positiv eingeschätzt
Standard Dumpingpreise im Online-Journalismus

Hallo liebe MitschreiberInnen,

auch wenn dieses Thema immer wieder diskutiert wird, würde mich Eure ehrliche Meinung interessieren: Wie geht Ihr mit dem Preisverfall im Online-Segment um?

Trotz meines abgeschlossenen Volontariats bei einem bekannten Printmagazin und einer Vielzahl an hochwertigen Referenzen, sind für mich die Honorarempfehlungen des DJV absolut unhaltbar geworden. Zumindest, wenn ich nicht wie unsere SEO-Hausfrauen Hartz IV beziehen will.

Selbstverständlich stimme ich der Protextbewegung zu: Unsere Arbeit ist wertvoll und muss entsprechend honoriert werden. Dennoch musste ich meinen Wortpreis (Ja, auch ich bin von der Zeilen bzw. Zeichenabrechnung zum Wortpreis gewechselt) inzwischen auf 6-8 Cent/Wort (für redaktionelle Texte im Online-Segment mit mittlerem Rechercheaufwand/keine Fachartikel) senken und selbst damit bekomme ich maximal 5% der möglichen Aufträge. Mein Stundenlohn ist somit auf ca. 10-13 Euro gefallen (Rechnungsstellung/Buchhaltung etc. nicht eingerechnet).

Was sind Eure Erfahrungen, Preise, Lösungen?
Ich freue mich auf Eure Beiträge!
Wortreich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2009, 11:41   #2
Stepriec
Benutzer
Mitglied
 
Benutzerbild von Stepriec
 
Registriert seit: 02.12.2005
Ort: Lehrte
Alter: 44
Beiträge: 21
Renommee-Modifikator: 15 Stepriec wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Dumpingpreise im Online-Journalismus

Auch als ausgebildete Journalistin und, wie Du es nennst, "SEO-Hausfrau" kann man über die Runden kommen, wenn man mit den richtigen Auftraggebern zusammen arbeitet. Man muss halt von seinem hohen Journalisten-Ross ein wenig herunterkommen und auch Textarbeiten annehmen, die einem vielleicht zunächst einmal als "berufsunwürdig" erscheinen. Als Journalistin habe ich fast nur noch Aufträge zum Nulltarif oder für ein erschreckend winziges Honorar angeboten bekommen. In der Hinsicht war ich mir dann nicht zu schade, auch im SEO-Text-Bereich tätig zu werden. Auch da gibt es nämlich Auftraggeber, bei denen die Löhne stimmen und man nicht nur ausgenutzt wird.

Viele Grüße,
Steffi

Geändert von Stepriec (21.10.2009 um 11:43 Uhr).
Stepriec ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2009, 12:36   #3
Wortreich
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 20.10.2009
Beiträge: 3
Renommee-Modifikator: 0 Wortreich wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Dumpingpreise im Online-Journalismus

Hallo Stepriec,

erstmal danke, dass Du antwortest. Ich habe mich schon gewundert, warum so viele den Beitrag lesen, aber ihn keiner kommentieren will... . Ist es, weil ich eine echte Diskussion mit Lösungsansätzen anregen will und nicht bloß Nörgelei hören möchte?

Jetzt zu Deinen Kommentaren:

1. Ich glaube nicht, dass ich auf einem hohen Ross sitze. Ich schreibe regelmäßig Ratgebertexte für Verbraucher, Blog-Beiträge usw.. Ohne diese könnte ich nicht überleben und ich bin der Meinung auch solchen Texten kann man eine gewisse Seele geben. Genau wie Du, verstehe ich Leute wie Frau Bärtels nicht, die offensichtlich zu stolz sind oder aber keinen Antrieb haben, neue Wege jenseits der Prestige-Zeitungen zu gehen.
2. Hinsichtlich der "SEO-Hausfrauen" gibt es vielleicht ein Missverständnis. Ich verstehe darunter Menschen, die anderweitig sozial abgesichert sind. Sei es durch das Jobcenter, Lebenspartner oder als Studenten und nur bedingt über sprachliche und textliche Fähigkeiten verfügen. Diese Leute haben in dem Maße ihre Berechtigung, als dass es viele Auftraggeber gibt, die keine guten Texte, sondern bloßen "Keyword-Content" suchen.
3. Damit kommen wir zur Essenz meines Beitrags: Auftraggeber, die dennoch gute Texte suchen, sind der Meinung, auch diese für 1-2 Cent pro Wort zu bekommen und immer mehr gute Redakteure und Journalisten geben dieser Meinung nach und verkaufen sich zu einem solchen Preis (Entschuldige, falls ich mich hier irre, aber ich meine, mal gelesen zu haben, dass Du ebenfalls zu diesen Preisen arbeitest?). Hier liegt meine große Frage:
4. Auch wenn es sich dabei vielfach um Texte handelt, die wenig oder keine Recherche benötigen: Als Redakteurin kann ich nicht aus meiner Haut an Sätzen zu feilen, ein ordentliches Lektorat zu machen und mich aufgestellter Behauptungen innerhalb des Textes zu versichern. Mit 1-2 Cent/Wort würde ich damit auf einen Stundenlohn von 2-4 Euro kommen und dafür bin ich mir tatsächlich zu schade. Wie sieht das bei Dir aus? Hackst Du einfach etwas runter und gibst es dann ab? Willst Du Dich wirklich so weit selbst abwerten und Dein Können auf eine Stufe mit unausgebildeten und unerfahrenen Realschulabgängern stellen? (Bitte, versteh das nicht als Vorwurf. Es macht mich einfach traurig, zu sehen wie viele gute Texter sich mehr und mehr selbst erniedrigen!)

Ich freue mich auf Deine Antwort!
Wortreich ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Neuerscheinungen zum Journalismus admin Fachliteratur - Bücher zum Journalismus 0 25.01.2011 13:25
Journalismus nach der Krise. Aufbruch oder Ausverkauf? mallotz Fachliteratur - Bücher zum Journalismus 0 23.04.2010 12:13
Liste neuer Fachbücher zum Journalismus admin Fachliteratur - Bücher zum Journalismus 0 23.06.2009 20:17
NÜRNBERG: Praktikum Online Journalismus kuk Praktikumsbörse: 0 24.02.2008 17:25


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:46 Uhr.


Powerd by Journalismus.com
Das Internetportal der Journalisten
Copyright © - Journalismus.com - Peter Diesler