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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 04.01.2011, 18:23   #1
synapse87
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Standard Zukunftsängste...

Hallo ihr Lieben,

bei mir ist schon wieder die Panik da: Eine Zeit denk ich nicht dran, und dann überrollen sie mich wieder, die Zukunftsängste...

Ich bin inzwischen im fünften Semester meines Studiums (Internationale Fachjournalistik/Bremen) und beende gerade mein Praxissemester. Im Februar beginnt mein Auslandssemester in Spanien, im Oktober bricht dann das letzte Semester in Bremen an, nach dem ich (hoffentlich) den Bachelor in der Tasche habe.

Das klingt alles so wahnsinnig zukunftsträchtig, Praxis- UND Auslandssemester - ist es aber nicht, weil ich sowohl bei der Wahl meines Praxis- als auch bei der Wahl meines Auslandssemesters so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann, sofern man ein halbwegs zukunftsorientierter Mensch mit Verstand sein will.

So entschied ich mich zum Beispiel dafür, auf Spanisch zu studieren, statt meine Englischkenntnisse zu vertiefen, was ich nach eigenen Einschätzungen durchaus nötig hätte, ganz zu schweigen davon, dass man im (deutschen) Journalismus mit Spanisch wohl nur halb so weit kommt wie mit Englisch, es sei denn man ergattert irgendwie eine Auslandskorrespondenz in einem spanischsprachigen Land, was ungefähr so wahrscheinlich ist wie augenblicklich vom Stuhl zu kippen. Und es ist ja jetzt nicht so als sei ein Auslandssemester heutzutage irgendwie etwas Besonderes, sodass es wenigstens im Lebenslauf gut aussähe...Die Universität in Spanien - auch nicht sonderlich renommiert...Das ist das Eine.

Dann das mit dem Praktikum...Schon weit vor dem Beginn des Praxissemesters (bereits zu Abiturzeiten) wollte ich da mein Praktikum machen, wo ich es dann schließlich (übrigens nur durch Hartnäckigkeit drangekommen) auch gemacht habe: Ich schreibe jetzt seit fast einem halben Jahr für den Online-Auftritt eines Musikmagazins und habe (ebenfalls nur durch Hartnäckigkeit) in dieser Zeit vielleicht sechs kleine Artikel für die Printausgabe geschrieben. Die Zeit während meines Praktikums war, ohne zu übertreiben, die schönste Zeit der letzten wasweißichwieviele Jahre. Ich brenne für diesen Musikjournalismus, das Arbeitsklima könnte besser nicht sein, ich hab mich sofort mit dem ganzen Laden identifizieren können, die Arbeit macht Spaß, ich bin in der Stadt sehr glücklich. Umso schlimmer ist das heutige Erwachen: Was bringt mir dieses verdammte Praktikum denn überhaupt? Ich kann die Personallage dieses Magazins inzwischen ganz gut einschätzen und bin mir ziemlich sicher, dass ein Volontariat unwahrscheinlich und eine Festanstellung quasi unmöglich ist.

Ich habe an Praktika sonst fast nichts in der Hand: Ein 3-monatiges Praktikum bei einem lokalen Fernsehsender VOR dem Studium, ein abgebrochenes und somit nicht erwähnenswertes bei einer Lokalzeitung und eine sehr unregelmäßige freie Mitarbeit beim Weser Kurier, außerdem noch ein paar Rezensionen für eine (andere) Musikseite. Ich bezweifel, dass ich während des Studiums noch Zeit habe, um ein weiteres Praktikum zu absolvieren...

Natürlich könnte ich nach dem Bachelor auf den Master ausweichen, um währenddessen noch Praktika zu sammeln, aber ganz ehrlich: Das will ich nicht und das kann ich glaub ich auch nicht. Ich weiß, das klingt jetzt doof, aber Studieren ist einfach nicht mein Ding, zumindest so, wie ich es an meiner Hochschule kennenlernen durfte - ich bin eher autodidaktisch veranlagt und krieg in Seminaren und Vorlesungen (außer bei den praxisorientierten Sachen) einen Rappel...Mein Traum ist es, nach dem Bachelor direkt ein Volontariat zu finden, aber statt mir auch nur irgendwie den Weg freizuräumen, verbau ich mir ihn nur noch mehr...

Ich weiß, ich heul ganz schön rum...Es ist nur so, dass es für mich kein "Zurück" mehr gibt, weil ich mich von vornherein auf den Journalismus spezialisiert hab. Und jetzt wird mir nach und nach bewusst, dass ich nicht gerade dafür arbeite, im Journalismus überleben zu können.

Wie schätzt ihr meine Lage ein? Und kennt ihr das auch? Diese Zukunftsängste? Oder gibt es welche, die welche hatten, die sich dann aber als unbegründet herausgestellt haben?
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Alt 04.01.2011, 20:37   #2
punky
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Standard AW: Zukunftsängste...

Ich kann dir gerade im Musikjournalismus nur raten, viele Kontakte zu knüpfen. Geh zu vielen Veranstaltungen, quatsch jeden an, der bei Konzerten eine Profi-Kamera in der Hand hat. Versuche dich über Lokalzeitungen (je nach dem, welche Musikrichtung zu magst) für Festivals zu akkreditieren und dort im Pressebereich neue Leute kennenzulernen. Druck dir Visitenkarten. So wirst du sicher den ein oder anderen Auftrag bekommen und kannst die Ohren offen halten, wie die Leute selbst an ihren Job gekommen sind, wo es Volos gibt etc.
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Alt 04.01.2011, 22:12   #3
EinSchwabe
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Standard AW: Zukunftsängste...

Ganz so schlecht sieht es doch gar nicht aus:
"Ein 3-monatiges Praktikum bei einem lokalen Fernsehsender VOR dem Studium, ein abgebrochenes und somit nicht erwähnenswertes bei einer Lokalzeitung und eine sehr unregelmäßige freie Mitarbeit beim Weser Kurier, außerdem noch ein paar Rezensionen für eine (andere) Musikseite. "
und dann die freie Mitarbeit bei deiner nächsten Praktikumstelle.
Wieso findest du denn das nicht ausreichend an? Der Weser-Kurier ist doch auch eine größere Tageszeitung!?

WIeso hast du dich denn für die spanische Uni entschieden? Ich schätze besonders gute Fremdsprachenkenntnisse allgemein nicht als so wichtig ein im Journalismus und gutes Spanisch ist doch auch etwas wert. Versuch doch einmal, während deiner Zeit dort ein, zwei spanische Musiker, die ausgefallen sind, zu interviewen oder portraitieren.

Und dein Praktikum ist vielleicht keine direkte Brücke für ein Volo, aber du kannst dort ja vielleicht dazulernen und weitere Arbeitsproben produzieren.

ALso Kopf hoch, Vogel Strauß, und mach das Beste draus
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Alt 05.01.2011, 00:29   #4
punky
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Standard AW: Zukunftsängste...

Zitat:
Zitat von EinSchwabe Beitrag anzeigen
Versuch doch einmal, während deiner Zeit dort ein, zwei spanische Musiker, die ausgefallen sind, zu interviewen oder portraitieren.
Genau, mach Mägo de Oz endlich mal in Deutschland bekannt(er)
punky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.2011, 10:55   #5
julia
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Standard AW: Zukunftsängste...

ja, die Zukunftsängste kenn ich. Hab mich auch schon viel zu früh festgelegt, zwar zunächst etwas nicht 100pro-journalistisches studiert, praktisch aber nur bei einer Zeitung gearbeitet und nicht in dem Studienbereich.

Seit Ende des Studiums bin ich von einer befristeten Stelle zur nächsten (gut, war zwar ein Volo drunter, aber das war keins, das den Namen auch verdient hätte) und habe ein Journalistikstudium noch gemacht, um nach Ende einer weiteren Befristung nicht arbeitslos zu sein. Währenddessen zwar einige Praktika gemacht, aber viele eher für den Lebenslauf. Nur bei einem bin ich hängengeblieben und das ist das, was ich wirklich gerne machen würde für die nächsten paar Jahre - aber ohne Volo dort gemacht zu haben sind die Chancen gleich Null

Kann dir also nur raten, die freie Mitarbeit jetzt etwas zu intensivieren, auch wenn man zum Ende des Studiums hin sicher denkt, das zeitlich nicht zu schaffen. Damit kannst du nach dem Abschluss erstmal überleben.

Wegen Englisch/Spanisch würd ich mir keine großen Gedanken machen, die meisten AG denken eh, dass man gut Englisch kann und stürzen sich im Vorstellungsgespräch/bei der Auswahl sicher mehr auf das Spanische und finden das gut. Und was den Ruf der Uni angeht, ist das nicht so relevant - welcher Durchschnittspersonaler in Deutschland kann das beurteilen?
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Alt 05.01.2011, 18:10   #6
synapse87
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Standard AW: Zukunftsängste...

Vielen Dank für eure Antworten. Mir gefällt, dass ihr meine Leidenschaft für den Musikjournalismus erkannt habt und mich dazu ermutigt, daran anzuknüpfen. Ich hingegen bin mir absolut nicht sicher, ob sich dieser Kampf am Ende lohnt - zumal ja "Musik" nicht die einzige Spezialisierung ist, sondern eben auch das Genre. Es ist eine ziemlich kleine Nische, auf die ich mich da einlasse...

Was das Portraitieren von Bands in Spanien angeht, hab ich auch sehr große Zweifel. Mich erreichen täglich zig Europa-Tourdaten unterschiedlichster Bands - nach Spanien verschlägt es nahezu keinen...

Meine freie Mitarbeit zu vertiefen, ist auch mein Plan. Allerdings bin ich ja jetzt eine ganze Weile nicht in Bremen und für die allermeisten Artikel steht der Lokalbezug quasi an erster Stelle. Ob ich in Spanien für das Magazin weiterarbeiten kann, steht noch in den Sternen. Noch ist das Praktikum ja nicht zuende - ich würde mir wünschen, dass die Zusammenarbeit danach noch fortgesetzt wird...Aber auch da ist die Frage, wohin das letztlich führen soll.
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Alt 05.01.2011, 18:30   #7
Shalyn
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Standard AW: Zukunftsängste...

Kernfrage:
Hast du Bock auf Musikjournalismus,
suchst du einen Weg, dich jetzt breiter aufzustellen, oder
willst du Tipps, wo dein Weg dich jetzt hinführen könnte?


Ich lese ein bisschen Letzteres heraus? Eine Möglichkeit wäre Musik- oder Event-PR. Du könntest auch für Online-Musikmagazine schreiben, bei denen du an den Werbeeinnahmen beteiligt wirst. Das verlangt für die Anfangszeit natürlich einen Nebenjob zum Geldverdienen.

Schätz dich selbst ein: Schreibst du richtig geile Reportagen? Dann verbreitere dich auf Veranstaltungen im Allgemeinen.

Vor allem aber ist deine Ausbildung nicht alles. Es kommt auf dich an. Es ist kein Problem, nach der Uni das Metier zu wechseln. Gerade im Lokalen, wo ein Volontariat meist stattfindet, wirst du noch viel mehr lernen. Und da bewerben sich junge Menschen aus allen Fachrichtungen. Erfahrungen im Musikjournalismus hindern dich nicht, versprochen.
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Alt 06.01.2011, 19:26   #8
synapse87
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Standard AW: Zukunftsängste...

Das ist es ja: Ich hab wahnsinnig Bock auf Musikjournalismus! Mein Problem ist daher eher weniger, herauszufinden, was ich will, sondern eher, die von mir gering eingeschätzte Zukunftschance in diesem Bereich. Soll ich ohne Rücksicht auf Verluste das machen, worauf ich brenne und darauf vertrauen, dass durch leidenschaftliche Hingabe schon alles irgendwie wird? Oder soll ich lieber doch "Kompromisse" eingehen, um mir so viele Türchen wie möglich offen halten zu können, was gleichzeitig aber auch heißt, meinen Traum etwas locker zu lassen?

Es ist nicht so, dass mich andere Ressorts im Journalismus nicht auch interessierten, schließlich war es vor allem die Leidenschaft am Schreiben selbst, die mich dazu veranlasst hat, diesen Weg zu gehen. Wie gesagt: Diese Leidenschaft mit meiner anderen, der Musik, zu verknüpfen, wäre perfekt - aber von irgendwas muss ich ja leben...und wenn es nicht klappt, steh ich da.

Da ich grundsätzlich sehr selbstkritisch bin, finde ich erst einmal gar nichts besonders "geil", was ich so schreibe, weiß aber immerhin, dass mir das Verfassen von Reportagen über ganz andere Themen auch wahnsinnig viel Spaß macht. Klingt das nicht alles wahnsinnig blauäugig, fast schon dilettantisch? Ist es richtig, seine Berufsentscheidungen nur vom Spaß abhängig zu machen?

Wahrscheinlich stecke ich einfach in einer Krise, weil sich mein geliebtes Praktikum dem Ende neigt...Ich weiß es nicht.
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Alt 06.01.2011, 19:30   #9
Shalyn
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Standard AW: Zukunftsängste...

http://prosiebensat1-jobs.com/praktikantin--j1045.php
guck mal, hab ich heute früh entdeckt und musste gleich an dich denken.

So lange du den Musikjournalismus verfolgen kannst, würde ich das auch tun. Den Schritt zurück zur Tageszeitung schaffst du immer übers Volontariat. Wenn du gut bist kriegst du auch eins. Bis dahin: Hab Spaß.
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Alt 06.01.2011, 23:44   #10
synapse87
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...über welches Volontariat?
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Alt 07.01.2011, 10:45   #11
Shalyn
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Standard AW: Zukunftsängste...

Willst du keins mehr machen? Ich würde das als gute Möglichkeit zur breiteren Orientierung sehen, aber musst du natürlich wissen
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Alt 07.01.2011, 16:32   #12
Miriam86
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Zukunftsängste sind in unserer Branche ganz normal. Bei mir neigt sich das (wirklich gute!) Volo beim Weser-Kurier dem Ende zu und da steht man auch vor der Frage, ob sich alles lohnt und wohin man jetzt soll...

Probier dich im Musikjournalismus doch erstmal aus. Sammle Arbeitsproben und Erfahrung, gerade Online müsste da doch einiges zu tun sein. Ansonsten hast du im Musikbereich über PR auch gute Jobchancen - wenn du das nicht kategorisch ausschließt. Wenn das mit dem Musikjournalismus nichts wird, kannst du dich immer noch für ein Volo bewerben, auch wenn die Chancen da ja auch nicht gerade rosig sind
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.01.2011, 19:11   #13
synapse87
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Klar will ich ein Volo machen, fragt sich eben nur, ob ich auch eins bekomme
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Alt 04.01.2012, 19:39   #14
posener
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Zitat:
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Hallo ihr Lieben,

bei mir ist schon wieder die Panik da: Eine Zeit denk ich nicht dran, und dann überrollen sie mich wieder, die Zukunftsängste...

Ich bin inzwischen im fünften Semester meines Studiums (Internationale Fachjournalistik/Bremen)
....

Wie schätzt ihr meine Lage ein? Und kennt ihr das auch?
In der heutigen Zeit (Medienkrise, Anzeigenrückgang, Kostenlos-Zeitungsartikel im Internet) sollte sich niemand mit einem Studiengang auf eine Berufslaufbahn als Journalist festlegen. Nicht einmal, wenn man ein Volontariat nach einem Bachelorabschluss bekommt, hat man gute Chancen als Redakteur übernommen zu werden. Die Arbeitsbedinungen wie auch die Bezahlung sind häufig miserabel. Familienleben oft nicht mehr möglich oder finanzierbar.
Ich selbst habe nach meinem alten Magisterabschluss ein Volontariat bei einer großen Regionalzeitungsholding absolviert (2 Jahre noch nach Tarif bezahlt 1600 und 2000 Brutto). Danach wurden die Volos in einen 3-Jahresausbeutertarif gedrängt und mussten die Theoriemodule als Masterstudiengang an jedem zweiten Wochenende an einer Fachhochschule absolvieren und selbst dafür bezahlen. Inhalte dabei sind ebenfalls Elemente für Medienkaufleute. Gut dazu passt, dass diese Regionalzeitung inzwischen häufig Anzeigen und Redaktionsbeiträge vermischt, um mehr Anzeigeneinnahmen zu erzielen. Ein Redakteur, der sich dagegen werte wurde abgesetzt und strafversetzt.
Volos werden nur als billige Arbeitskräfte gesehen und nur selten als Scheinselbsständige Pauschalisten angeheuert.
So sieht die Realität bei vielen Tageszeitungen in Deutschland aus. Gründliches journalistisches Arbeiten wird sehr selten möglich. Der Arbeitsdruck immer extremer. Die Verlage versuchen mit allen Methoden die alten Traum-Eigenkapitalrenditen von 20 % und mehr wieder zu erreichen.
Zum Glück funktioniert meine Ehe und ich kann nach Lust und Laune als Freier selbstständig arbeiten und mich ansonsten meinen Hobbies und meinem Sohn widmen. Doch nicht jeder hat eine gut verdienende Ehefrau an seiner Seite. Journalismus ist längst kein Traumjob mehr. Das zeigen mir viele Rückmeldungen meiner zahlreichen alten (Volo)Kollegen. Daher beim Studieren immer auf weitere berufliche Ausweichmöglichkeiten achten. Um jeden Preis lassen sich nur noch masochistisch veranlagte Nachwuchsjournalisten auf dieses Mediengeschäft ein.
posener ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.2012, 23:15   #15
mozart2
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Standard AW: Zukunftsängste...

Hey,

dann melde ich mich als "neuer" auch mal zu Wort. Ich habe keinerlei Zukunftsängste, da der Markt weiterhin bestehen bleibt. Das Ganze verschiebt sich meiner Meinung nach nur zunehmend in die digitale Welt. Aber ob ich nun für eine Offline Zeitschrift oder eine Online Zeitschrift schreibe, ist mir eigentlich egal

Grüße
mozart2 ist offline   Mit Zitat antworten
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