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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 02.04.2008, 20:51   #16
Schweinswal
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

Ok, willst Du einen aufmachen? - Thread meine ich
Obwohl: die Motivation, überhaupt Journalist werden zu wollen, betrifft das doch schon, oder? Ich finde: ein guter Journalist muss kritisch denken. Da aber kaum gute Journalisten gefragt sind, sondern viel mehr angepasste Schönschreiber, sollte man gerade dann die Finger von diesem Beruf lassen, wenn man sich eigentlich gut dafür eignen würde.
Bei "meiner Zeitung" soll der Lokalteil nun übrigens sogar noch ausgeweitet werden. Noch mehr sinnfreies Gelaber also. Das nur am Rande, ist wirklich off topic. Ob die Leser wirklich gar so dumm sind?

@Tly
Das glaube ich auch. Ein großer Teil der so genannten Journalisten arbeitet aber für Lokalzeitungen. Ich vermute allerdings, Kritiklosigkeit kommt auch im Politik-Ressort gut an. Ich halte es nicht für so wahnsinnig schwierig, Agenturtexte so zu kürzen, dass sie auf die Seite passen. Und wenn ein Politik-Redakteur einer durchschnittlichen Lokalzeitung mal einen Kommentar absondert, dann scheint es weniger auf Originalität anzukommen (jedenfalls selten zu finden) als darauf, die "Blattlinie" gut zu treffen.
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Alt 03.04.2008, 12:29   #17
julia
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

hmmh, ich arbeite auch frei für nen Lokalteil und da wird man geradezu zu kritischem denken aufgefordert. Liegt aber vielleicht auch daran, dass es im Verbreitungsgebiet zahlreiche Anzeigenblätter oder das Wochenblatt gibt, und da eher die reine Terminberichterstattung gemacht wird.
Ein Beispiel für unseren Lokalteil: Die örtliche Uni bekam nen Batzen Forschungsgeld. Nun machen wir ein Interview draus und hinterfragen, ob wirklich noch unabhängig Forschung betrieben wird oder ob man nur noch das macht, wofür's mächtig Kohle gibt. Oder neulich gab's Kohle vom land, riesen Aufmarsch des Staatssekretärs. Zufällig bin ich aber auf einen alten Jahresbericht gestoßen und da stand drin, dass die Uni eigentlich schon früher mit der Kohle gerechnet hat. War also nix mit superduperGeschenk, sondern schon längst zugesagt.

Als Motivation kann man also auch bei Lokalteilen angeben, dass man gerne kritisch, aber fair, hinterfragen möchte. Kann man sogar als Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu den Anzeigenblättern nennen.
julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2008, 12:32   #18
julia
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

Zitat:
Zitat von punky Beitrag anzeigen
Warum sollte man denn nicht sagen, dass man was verbessern will? Das fängt doch schon im ganz kleinen Rahmen an. Auf Presseberichte wird nunmal von Behörden/Firmen etc. eher reagiert als auf Anrufe oder Briefe von Privatpersonen. Ich habe das selbst schon erlebt, dass nach meinen Artikeln endlich Bewegung in Sachen gekommen ist und die Stadt z.B. neue Bänke aufgestellt hat.
ja, das stimmt schon. Ich würd aber nciht das Argument nennen, dass du Dinge verbessern willst. glaub mir, da reagieren viele, und vor allem jene mit Ausbildung beim ÖR oder großen Qualitätszeitungen, allergisch drauf. Sag doch lieber, dass du gerne Dinge kritisch hinterfragen und aufklären willst. das geht auch in die Richtung und kommt bestimmt besser an.
Auch noch ein Beitrag aus der Theorie: Gibt diverse Umfragen zu den Typen im Journalismus (also z.B. neutraler Informationsvermittler, Anwalt, Unterhalter usw.), und da schneidet die Rolle des "Weltverbesserers" schlecht ab
julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2008, 13:04   #19
a.n.n.a
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

Hallo?
Geht es wirklich nur darum, was dein Gegenüber hören will? Was gut ankommt und was schlecht?
Wichtig ist doch, dass du zu dem, was du sagst, stehst und es entsprechend plausibel machen kannst. Natürlich sollte jeder die Frage für sich klären, ob eine Parteimitgliedschaft zum Jounalismus passt oder ob das Weltverbesserungsargument Priorität besitzt. Entsprechend der vorangegangenen Reflexion wird dann auch die Antwort eine differenzierte sein. Standardantworten, die man der Meinung des Personalers anpasst, halte ich für schlichtweg dumm. Und: Entschuldigung, wenn ich mir bereits für das Vorstellungsgespräch vorschreiben lasse, was ich sagen darf und was nicht, dann setzt bereits hier die Meinungsfreiheit aus...
a.n.n.a ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2008, 13:15   #20
julia
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

Zitat:
Zitat von a.n.n.a Beitrag anzeigen
Hallo?
Geht es wirklich nur darum, was dein Gegenüber hören will? Was gut ankommt und was schlecht?
Wichtig ist doch, dass du zu dem, was du sagst, stehst und es entsprechend plausibel machen kannst. Natürlich sollte jeder die Frage für sich klären, ob eine Parteimitgliedschaft zum Jounalismus passt oder ob das Weltverbesserungsargument Priorität besitzt. Entsprechend der vorangegangenen Reflexion wird dann auch die Antwort eine differenzierte sein. Standardantworten, die man der Meinung des Personalers anpasst, halte ich für schlichtweg dumm. Und: Entschuldigung, wenn ich mir bereits für das Vorstellungsgespräch vorschreiben lasse, was ich sagen darf und was nicht, dann setzt bereits hier die Meinungsfreiheit aus...
es schreibt dir niemand was vor, nur kannst du deine Argumente auch anders verpacken.
Ich hab zweimal das mit dem Dinge verbessern gesagt, und bin dafür ganz schön abgekanzelt worden. Nur so. Und es bringt mir nix, wenn ich das auch hätte anders sagen können (und damit leben kann), den Job aber nicht bekomme...Wie du dich danach gibst im Job, ist wieder was anderes. Erstmal musst du die Stelle halt bekommen...
julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.04.2008, 14:03   #21
Schweinswal
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

@ julia

Sicher gibt es da Unterschiede. Bei meiner ersten Station, einem recht langen und sogar gut bezahlten Praktikum, war Denken noch nicht so verpönt. Das lag aber weniger an der Struktur als an der "Firmenkultur". Sämtliche Mitarbeiter waren noch jung, der älteste Mitte 30, und die Stadtteilbeilage selbst war einen Monat jung. Gewisse Zwänge, z.B. auf Druck von Vereinen über "Ereignisse" zu brichten, die niemanden außer ihnen selbst interessieren, fielen dadurch weg. Wenn sich so etwas erst mal über Jahrzehnte eingespielt hat und man diese vorgeblichen Zwänge einfach hinnimmt, dann kommt so etwas dabei heraus wie meine jetzige Zeitung.
Diese hat zwar in ihrem Hauptverbreitungsgebiet ein Quasi-Monopol. Die Anzeigenblätter sind keine wirkliche Konkurrenz. Bei der o.g. Stadtteilbeilage war das nicht anders. Sie bediente beide große Zeitungen am Ort (aus demselben Verlag).
Zu Deinem Beispiel mit der Uni und den Forschungsgeldern fällt mir ein Beispiel aus meiner Praxis ein. Eine Handvoll (tatsächlich so um die fünf) örtliche Unternehmen starteten eine "Ausbildungsplatzinitiative". Die Inhaberin des beteiligten Optikers erzählte mir bei dem Termin brühwarm, dass sie die beiden Lehrlinge eh eingestellt hätte - natürlich "unter der Hand". Was ich aber selbstredend verschweigen musste.
Denn Anzeigenkunden darf man natürlich nicht in ein schlechtes Licht rücken. Die Stadt oder die Uni darf man vielleicht mal kritisieren.
Ich frage mich manchmal, ob die Pressefreiheit bei uns wirklich so viel größer ist als sie es in der DDR war. Dort durfte man die SED nicht kritisieren. Heute darf man die Wirtschaft nicht kritisieren. Die jeweils mächtigste Gruppe im Staat bleibt also von Kritik verschont.

Auch "neutrale Informationsvermittlung" ist oft nicht möglich, vor allem dann nicht, wenn es angebracht wäre. Ich habe ja zwei Beispiele dafür angeführt, s.o. und die Spenden-"Berichterstattung" im anderen Post.

Zitat:
Als Motivation kann man also auch bei Lokalteilen angeben, dass man gerne kritisch, aber fair, hinterfragen möchte.
Angeben kann man das, sicher. (Wenn man auch den Willen zur Kritik nicht zu sehr betonen sollte.) Gerade die leitenden Redakteure bilden sich nämlich - auch bei "uns" - tatsächlich oft noch ein, sie würden kritisch und unabhängig berichten.
Schweinswal ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2008, 02:09   #22
Sandro Mattioli
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

@Schweinswal: Das wäre doch eigentlich ein Thema für Euren Betriebsrat (den es hoffentlich gibt!), besprich das doch mal mit denen.

Ich glaube übrigens nicht, dass kritischer Journalismus eine Alterserscheinung ist. Es hat wohl eher mit der Bequemlichkeit zu tun, die maximal ist, wenn man nichts und niemanden kritisiert und sich daher wohl im Lauf der Jahre bei manchen Redaktionen einschleift. Ich kenne aber auch genügend Beispiele für Lokalredaktionen, die inhaltlich weitgehend frei sind.

Ein Tipp wäre: Ihr könntet als einen ersten Schritt eine tägliche Glosse einführen. So kann man Frechheit lernen, anderen auf die Finger klopfen und an Selbstbewusstsein gewinnen, denn oft fehlt es Redaktionen daran. Zur Not auch ohne Autorenangabe. Vielleicht werden Deine Kollegen dann auch mutiger in der "normalen" Berichterstattung. Wär ja schön.
Sandro Mattioli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.04.2008, 02:15   #23
Sandro Mattioli
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Standard AW: Motivation - warum eigentlich...?

Und um noch zum eigentlichen Thema zurückzukommen: Ein Grund, Journalist sein zu wollen, kann darin liegen, dass man von unserer Gesellschaft trotz aller Mängel überzeugt ist und deshalb a.) eine Rolle beim Aufrechterhalten ihrer Funktion spielen will (weil man von der Grundfunktion der Presse überzeugt ist), und b.) auf gesellschaftliche Missstände hinweisen will, mit eben derselben Motivation.
Und ja, ich weiß, ein furchtbarer Schachtelsatz...)
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