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Tagesgeschehen Diskutieren Sie hier das Tagesgeschehen. Wie verhalten sich Journalisten zu dem, was gerade passiert.

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Alt 29.05.2003, 23:30   #1
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Standard warum berichtet da niemand drüber?

Erster Freispruch für medizinischen
Cannabiskonsumenten

Am 15. Mai wurde erstmals ein Patient, der Cannabis zu
medizinischen Zwecken verwendet, von einem deutschen Gericht
freigesprochen. Richter Bauer vom Amtsgericht Mannheim
erklärte nach Anhörung zweier medizinischer Sachverständiger,
es liege eine Notstandslage vor. Die Verwendung von Cannabis
sei daher unter den konkreten Umständen gerechtfertigt.

Im Jahre 1999 waren bei Michael F., der Cannabis gegen
Symptome der multiplen Sklerose verwendet, 200 Gramm und drei
Jahre später weitere 400 Gramm der Droge mit einem THC-
Gehalt von ca. 3 Prozent beschlagnahmt worden.

Die medizinischen Sachverständigen Dr. Zvonko Mir, Chefarzt
einer MS-Klinik in Sundern, in der der Betroffene behandelt
worden war, und Dr. Hans-Michael Meinck, Professor an der
neurologischen Klinik der Universität Heidelberg, befürworteten
die Verwendung von Cannabis vor allem wegen der ausgeprägten
Ataxie (Störung der Bewegungsabläufe) des Betroffenen.

Der Angeklagte zählte zu den Patienten, die 1999 Beschwerde
beim Bundesverfassungsgericht gegen das Verbot, Cannabis zu
medizinischen Zwecken zu verwenden, eingelegt hatten. Das
Gericht hatte die Kläger jedoch aufgefordert, zunächst den
gerichtlichen Instanzenweg zu durchlaufen, bevor das höchste
deutsche Gericht sich mit der Thematik befassen wollte. Es hatte
auf die Möglichkeit eines Antrages auf eine
Ausnahmegenehmigung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte hingewiesen. Das dem
Bundesgesundheitsministerium unterstellte Institut hatte jedoch in
der Folgezeit sämtliche Anträge von Patienten auf eine
medizinische Cannabisverwendung abgelehnt.

Michael F. hatte zudem vergeblich versucht, eine
Kostenübernahme bei der Krankenkasse für eine Behandlung mit
dem Cannabiswirkstoff Dronabinol (THC) zu erreichen. Einige
Kassen erstatten die Therapiekosten, andere nicht. Sein
Rechtsanwalt, Robert Wenzel aus Hamburg, bezeichnet das Urteil
des Amtsgerichts daher als "konsequent und richtig". Die
Staatsanwaltschaft hat jedoch Berufung vor dem Landgericht
eingelegt.

Dr. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der IACM, wies
daraufhin, dass in Deutschland zwar Dronabinol
verschreibungsfähig sei und demnächst auch ein Cannabisextrakt
verschreibungsfähig werden soll. Ohne eine Verpflichtung der
Krankenkassen zur Übernahme der Behandlungskosten seien
viele Patienten jedoch weiterhin auf den preiswerteren illegalen
Cannabis angewiesen und von Strafverfolgung bedroht.

[%sig%]
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Alt 06.06.2003, 00:47   #2
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

Frau Gaby, Sie haben recht. Canabis zu medizinischen Zwecken sollte unbedingt frei gegeben werden.
Diese Droge hat hervorragende Wirkungen bei ausfzehrenden bösartigen Erkrankungen. Das Allgemeinbefinden der Patienten bessert sich, besonders die Appetenz inklusive Schmerzlinderungen.
Vor Jahren wurde darüber in einer fachmedizinischen Zeitschrift ausführlich berichtet (welche? Ärztliche Mitteilungen??) mit dem frustriertem Ergebnis, eine staatliche Freigabe zu erreichen.

MfG Dr. med. Klaus Nickel i.R.
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Alt 30.06.2003, 14:11   #3
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

Hallo Gabi,

über den Fall wurde zwar noch nicht berichtet, aber über die Wirksamkeit von Cannabis als Arzneimittel - und zwar im November in der Ärzte Zeitung. Hier der Link:

http://www.aerztezeitung.de/docs/200...5/353f1415.asp

Gruß Thomas
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Alt 27.08.2003, 14:45   #4
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

Liebe Kollegin,

ich vermute einmal ganz schlicht:
Ignoranz und Inkompetenz bei den Volksvertretern als "Gesamtheit" und vermutetes Desinteresse bei den Medienüberschwemmten.

Vermutlich ist ein Cannabis-Genuß ohne medizinische Indikation weniger schädlich als das tägliche Volldröhnen mit etwa Marlboro und anderen steuerträchtigen Qualmmachern. Doch wie will man das alles so regeln, dass der Fiskus auf seine Kosten kommt und das Heer vorgeprägter Bürger nicht dumm aus der Wäsche stiert?

Betten Sie das Thema dort ein, wo es hinpaßt: Desinformation durch Überinformation und Verirrung in Komplexität. Da geht nur noch NICHT unter, was laut knallt, überschwemmt, bis in den Weltraum stinkt und vor den Augen der Rudergänger/innen in den Talkshows Gnade findet.

Gruß

[%sig%]
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Alt 18.12.2003, 00:53   #5
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Standard Es geht billiger

Als Betroffene und Mitglied einer Selbsthilfegruppe gegen Fibromyalgie haben wir Versuche mit Cannabis mitbekommen.

Cannabis auf ärztliche Verschreibung ist idiotisch teuer. Nach Holland fliegen, im Coffe-Shop einnehmen, wieder heimfliegen kommt wesentlich billiger.

Selbst in Deutschland, unter Einblick der Bahnhofskamera kommt Cannabis billiger.

Es geht auch legal:

Absinth, genauer EU-Absinth, enthält ein Gift names Tujon, welches mit Cannabis verwandt ist und ähnliche Wirkung hat.

Das Zeug würde früher, als noch genug Tujon im Absinth war, von Leuten konsumiert, denen man heute Fibromyalgie bescheinigen würde.

In Wermuth-Tee ist das Zeug auch drin.

In Alkohol lösst sich Tujon besser als in Wasser. Deshalb darf man auf gar keinen Fall die Teeblätter mit Absinth zusammenbringen. Gesundheitsschäden bei Dauergebrauch sind die Folge. Tujon wird von den Nieren nur sehr langsam abgebaut.

Daran sind auch die alten Absinth-Trinker gestorben. Deshalb wurde in verschiedenen Ländern Absinth verboten.

Aber in verschiedenen Ländern ist der Genuss von Alkohol, bei Todesstrafe verboten.

Dass Zigaretten tödlich sind, steht auf jeder Packung.

Frohe Weihnachten von Peter und Karin Dambier

[%sig%]
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Alt 08.03.2004, 07:36   #6
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

ach so
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Alt 17.03.2004, 08:33   #7
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

genau
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Alt 22.03.2004, 12:36   #8
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Standard Re: warum berichtet da niemand drüber?

Kannst Du dir das nicht denken?

Aus meiner Sicht ist das klar erkennbar: Es ist nicht im Interesse der Mehrheitsmeinungsverwalter bei diesem Thema! Allenfalls Güne Politiker liebäugeln mal kurz vor den Wahlen vielversprechend aber unverbindlich mit dieser nicht ganz geringen Randgruppe, um vielleicht doch auch dort noch ein paar Wahlstimmen rauszuleiern, aber spätestens nach der Wahl ist dann alles vergessen. Alle anderen in der Politik, aber auch in den Kirchen oder der medizinisch-pharmazeuthischen Industrie haben ganz spezifische Interessen an einer Prohibitions- und Repressionssituation bei Hanf. Positive Berichte stören da nur. Untersuchungen, die keine Beeinträchtigung beim Führen von KFZ im Strassenverkehr feststellen konnten, werden eben nicht veröffentlicht. Dafür kommen irgendwelche Mediziner oder sonstige Sachverständige zu Wort, die aus Ihrer Sicht, Kenntnis und Erfahrung die Möglichkeit von Gefährdung hier nicht ausschliessen wollen und dafür auch Anhaltspunkte finden. Auch und gerade in dieser Spezies gab und gibt es in Deutschland immer schon Mitglieder, die anhand Ihren Untersuchungen bestimmter Verhaltensweisen von Randgruppen Merkmale und Anzeichen feststellen konnten, die der Volksgesundheit abträglich sein könnten, und dem Gesetzgeber gerne eine wissenschaftliche Legitimation für juristische Eingriffe ausstellen. Es ist schwer, andere Ansichten zu vertreten, da z.B. jemand, der von sich 25 jährigen gelegentlichen Cannabiskonsum behaupten kann und sich dabei bis heute bester Gesundheit erfreuet, womöglich noch ein zufriedenes Familienleben und wohlgeratene Kinder hat, Gefahr läuft, diskriminiert und sanktioniert (z.B. Fahrerlaubnis) zu werden, wenn er glaubt er dürfe sich outen, um einen Beitrag zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion zu leisten.

Allenfalls Kranke dürfen das, mit dem Hinweis darauf, daß sie Cannabis als Medikament dringend benötigen. Aber nur bei schweren Krankheitsbildern, es sollte keiner glauben hier mit der Behauptung von Prophylaxe oder immunsystemstimulierender Wirkung schon eine medizinische Legitimation für sein abweichendes Verhalten, was weiterhin als Straftat wie Diebstahl, Betrug oder Körperverletzung von staatlicher Seite aus betrachtet wird, zu haben.

Natürlich stehen dabei auch wirtschaftliche Interessen großer Pharmakonzerne dahinter. Denn sollte Cannabis wirklich therapeutische oder sogar immunstimmulierende Wirkung haben, dann wäre dieses patentfreie Produkt, das praktisch auf jedem Balkon bei entsprechender Pflege gedeiht eine ernsthafte Konkurrenz. Und ihre Interessen konnte diese Lobby immer schon den Politikern nahebringen, die Sorge für die Volksgesundheit zu tragen haben. Dabei sollte nun aber nicht voreilig der Schluß gezogen werden, daß Länder wie die Schweiz oder die Niederlande weniger Interesse am Wohl ihrer Bürger haben, nur weil sie Cannabis liberaler handhaben. So hat die Schweiz auch heute noch im Falle nuklearer Katastrophen für ca. 80% ihrer Bürger Schutzbunker, in Deutschland kommen gerade mal so ca. 2-3% in den Genuß eines solchen Schutzes, wenn man allgemeinen Berichten zu diesem Thema Glauben schenken darf.

Natürlich kann man auch sagen "Das Thema interessiert doch ausser dieser Randgruppe sowieso keinen", warum dann also darüber berichten, wieso sich damit beschäftigen, wenn man selbst lieber Bier trinkt oder Marlboro raucht. Mit dieser Haltung spart man sich Ärger und vermeidet Schadstellen im Karriereverlauf. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich als kritischer Denker und Warner vor mißbräuchlicher Anwendung staatlicher Macht in einem sogenannten freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat zu offenbaren, die erstens auf allgemeinere Kenntnis und Zustimmung trifft, und zweitens weit weniger riskant für den ist, der es tut.

Warum sollte man also über so etwas berichten?

Na, also.
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Alt 15.05.2019, 13:33   #9
berndwirth
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Renommee-Modifikator: 0 berndwirth wird positiv eingeschätzt
Standard AW: warum berichtet da niemand drüber?

Ich denke, dass man mittlerweile schon darüber redet vor allem da derzeit auch viel über die Legalisierung gesprochen wird, dazu ist auch auf dieser Seite ein interessanter Beitrag https://hempconomy.de/uncategorized/...egal%EF%BB%BF/
berndwirth ist offline   Mit Zitat antworten
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