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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 24.05.2007, 10:29   #1
msstudi
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Renommee-Modifikator: 14 msstudi wird positiv eingeschätzt
Standard Journalismus und Privatleben

Ich hoffe, es ist OK, wenn ich schon wieder einen Thread eröffne.

Vor einiger Zeit hat Dulcineia hier mal geschrieben, dass sie gerade in einer fremden Stadt ein Volontariat absolviere und wegen der großen Arbeitsbelastung schon gar kein Privatleben mehr habe und Freundschaften und Beziehung nur noch am Telefon pflegen könne. Radiologin hat damals ergänzt, ein befreundeter Redakteur habe ihr mal gesagt: "Journalismus oder Privatleben -- eines von beiden solltest du dir jetzt schon mal abschminken!".

Gestern habe ich mir auch einen Vortrag einer ehemaligen Absolventin unserer Uni angehört, die seit einigen Jahren als feste Freie beim NDR arbeitet. Sie berichtete davon, sie habe eine Sechs-Tage-Woche, Arbeitszeiten von 10 Uhr morgens bis gut und gerne 20 oder 22 Uhr abends, arbeite derzeit in Hannover, wohne aber in Bremen (also muss man wohl auch erhebliche Pendelzeiten einrechnen). Leider ist mir erst auf dem Nachhauseweg eingefallen, dass ich sie mal hätte fragen können, wie sie diesen Arbeitsalltag mit ihrem Privatleben vereinbart (sie trug immerhin, wenn ich es richtig gesehen habe, einen Ehering).

Deshalb gebe ich die Frage mal an die Praktiker bzw. die Leute, die Praktiker kennen, hier im Forum weiter: Ist das, was Dulcineia und Radiologin geschrieben haben, wirklich der Regelfall im Journalismus? Denn ich stelle es mir wirklich hart vor, wenn einen die Zwänge des Arbeitsmarkts in eine fremde Stadt verschlagen und man es dort wegen der ungewöhnlichen Arbeitszeiten (viele andere Arbeitnehmer haben ja immerhin in der Regel dann doch abends frei, um Parties, Kurse, Sporttreffs etc. zu besuchen) kaum schafft, sich ein neues privates Umfeld aufzubauen. Und der Arbeitsalltag mit den nicht vorhandenen Wochenenden lässt es ja wahrscheinlich auch nicht zu, mal eben zwischendurch wenigstens in die Heimat, zu Familie und Freunden, zu fahren. Das nagt jedenfalls sehr an mir, weil ich -- so sehr ich den Journalismus auch liebe -- dafür nicht mein ganzes privates Glück aufs Spiel setzen würde. Schließlich arbeitet ja auch nur der Arbeitnehmer wirklich produktiv, der privat wenigstens halbwegs zufrieden ist. Oder sehe ich das falsch?
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Alt 24.05.2007, 10:53   #2
kugelschreiber
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Renommee-Modifikator: 14 kugelschreiber wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalismus und Privatleben

Hallo msstudi,

stell dir mal vor, du wolltest unter diesen Bedingungen noch eine Freundin oder gar eine Familie haben...
Ich kenne einen Journalisten, der ist mit Glück in die Stadt seiner Freundin gekommen, ebenfalls Journalistin. Sie arbeiten beide lange, treffen sich oft nur schnarchend im Bett und kommunizieren per Zettelchen. Gerade macht sie eine Fortbildung, nächste Woche er, ntürlich nicht in der Stadt, wo sie wohnen. (Beide bei großen TV-Sendern für Abendsendungen tätig.)

Wenn du nicht in einer Redaktion sitzen solltest, bei der irgendwann alle gleichzeitig die Rechner runterfahren und heimgehen, dann muss der Satz "Ich mache noch ein bisschen länger" zu einem deiner wichtigsten Sätze werden, das ist einfach so, besonders im tagesaktuellen Geschäft.
Magazine kenne ich nicht, stelle mir aber vor, dass nicht so häufiges Veröffentlichen nicht jeden Tag so einen enormen Zeitdruck verursacht.

Das Privatleben vieler Journalisten ist meiner Erfahrung nach übersichtlich. Aber vielleicht kenne ich nur das hart arbeitende Prekariat und nicht die Crème de la Crème (richtiger Akzent?!) und bin nicht mehrheitsfähig.

Gruß von kugelschreiber
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Alt 24.05.2007, 11:52   #3
brina79
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Renommee-Modifikator: 16 brina79 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalismus und Privatleben

Also, mein Privatleben leidet definitiv stark, seitdem ich das Volontariat begonnen habe. Habe ich am Wochenende frei, heißt das trotzdem, dass ich vor 21 Uhr am Freitagabend nicht in meiner Wohnung bin. Und dann bin ich nach einem Arbeitstag, der um 9 Uhr morgens begann, auch wohl erledigt. Das heißt, mein Wochenende beginnt eigentlich erst Samstagmorgens. Und dann mache ich, dass ich möglichst viele Leute unterbringe, weil ich während der Woche fast gar keine Zeit habe. Bin jetzt seit knapp einem Jahr dabei. Freunde habe ich noch nicht verloren, weil sie merken, dass ich mich bemühe und dass mehr einfach nicht geht. Von meinem langjährigen Freund habe ich mich schon vor dem Volo getrennt, auch weil ich wusste, dass er die Arbeitszeiten niemals akzeptieren würde. Ihn hat schon die freie Mitarbeit während des Studiums genervt. Aber ich will dich keineswegs entmutigen. Der Job ist klasse. Und es gibt ja nicht nur Tageszeitungen. Ich volontiere bei einer. Und kann mir auch gar nicht vorstellen, für ein Magazin, ein Wochenblatt oder ähnliches zu arbeiten. Aber dass das Privatleben leidet, darauf würde ich mich einstellen, falls du unbedingt zu einer Tageszeitung willst.
brina79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2007, 12:17   #4
msstudi
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Renommee-Modifikator: 14 msstudi wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalismus und Privatleben

@kugelschreiber, brina:

Danke schon mal. Ja, das "Problem" bei mir ist natürlich, dass ich auch am liebsten zu einer Tageszeitung gehen möchte. Das ist schon ein riesiger Konflikt: Höre ich lieber auf mein berufliches Interesse oder auf meinen Wunsch, privat wenigstens halbwegs geordnete Verhältnisse zu haben? Würde ich später einen Arbeitsplatz in meiner Heimatregion finden (oder wenigstens so nah dran, dass man auch mal eben für einen Tag hinfahren kann), wäre es nicht so ein großes Problem. Denn sich auf die Familie und einen bestehenden Freundeskreis stützen zu können, ist natürlich zeitschonender und sicherer als einen neuen Kreis überhaupt erstmal aufbauen und bei der Stange halten zu müssen. Von Partnerschaften mal ganz zu schweigen -- man hört ja sehr oft von Journalisten-Pärchen (z.B. Tom Buhrow und seine Frau), weil es für Außenstehende schwerer sei, sich mit den zeitlichen Belastungen dieses Berufs zu arrangieren. Ehrlich gesagt, habe ich früher nie gedacht, dass der Journalismus eine so große Belastung für das Privatleben ist oder zumindest sein kann.

Brina, verstehe ich das richtig, dass du zumindest in deiner Heimatregion geblieben bist? Weil du ja davon geschrieben hast, dass du noch keine Freunde verloren hättest. Und wie oft kommt es vor, dass du auch mal ein ganzes Wochenende frei hast?
msstudi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2007, 19:11   #5
brina79
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Renommee-Modifikator: 16 brina79 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Journalismus und Privatleben

Ja, ich habe riesiges Glück gehabt und bin bei einer Tageszeitung in der Nähe meiner Heimatstadt gelandet. Bei mir sind die Wochenenddienste schon regelmäßig verteilt, ich arbeite etwa zweimal im Monat am WE. Allerdings dann auch nahezu komplett. Sonntags der normale Dienst (Redigieren der Texte der freien Mitarbeiter, Bauen der Seiten, alles für die Montagsausgabe), samstags oft noch Termine, die auch am Samstag noch geschrieben werden müssen, weil dafür sonntags keine Zeit mehr bleibt.

Was ich vorhin noch vergessen habe: Ich weiß nicht, ob es bei vielen Zeitungen der Fall ist, aber unter den Redakteuren und Volontären wird bei uns auch die Bereitschaft aufgeteilt, das heißt nachts raus, wenn es beispielsweise irgendwo brennt....
brina79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2007, 22:25   #6
christine
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

"Ein Journalist ist immer im Dienst", pflegte einer meiner Journalistik-Profs zu predigen. Für Freie gilt das sowieso, sie schauen immer, ob sich nicht etwas journalistisch verwerten lässt. Lange Urlaube sind nicht drin, völlig freie Wochenenden meist auch nicht.

Aber auch die Arbeitszeiten für feste Freie und angestellte Redakteure sind aufgrund der Schichtdienste nicht ohne. Bei den Tageszeitungen z.B. verlagert sich der Redaktionsschluss immer weiter nach hinten, 23.30 Uhr ist so ungewöhnlich nicht, auch nicht bei Lokalzeitungen. Wochenenddienste sind eh normal.
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Alt 25.05.2007, 09:17   #7
Marbon
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Dass man an Wochenenden und spät am Abend noch arbeiten muss, ist zwar sicherlich nicht schön, aber das ist doch eigentlich auch klar, wenn man in diesen Beruf möchte, oder? Ich möchte sicherlich nicht polemisch sein, aber den 8-Stunden-Tag gibt es im Journalismus nun mal nicht, und damit verschieben sich natürlich auch die Zeiten der Arbeit und des Privatlebens. Abgesehen davon, ist in vielen Branchen ein ganz ähnlicher Trend zu erkennen bzw. Abend- und Wochenendarbeit ist schon lange üblich. Ich kenne viele Berufsanfänger, die nach ihrem Studium erst einmal kräftig schlucken müssen, weil eben plötzlich keine Zeit bzw. Energie mehr da ist, das vorherige "Studentenleben" weiterzuführen und so schnell Bekanntschaften zu schließen wie an der Uni. Dass Freundschaften nur noch am Telefon gepflegt werden können, betrifft darüber hinaus alle, die von ihrer Heimatstadt wegziehen (auch schon im Studium) und ist, wie gesagt, branchenübergreifend. Ich bin natürlich auch dagegen, dass man sich für seinen Beruf verheizt, andererseits denke ich auch, dass man bis zu einem gewissen Grad Opfer bringen muss (und die Betonung liegt wirklich auf dem "gewissen Grad") um halbwegs erfolgreich sein zu können. Insofern kann die Diskussion hier nur am Rande nachvollziehen - aber jeder setzt ja auch ein wenig andere Prioritäten
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Alt 25.05.2007, 09:43   #8
msstudi
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Dass man im Journalismus (wie auch in anderen Branchen) keinen 8-Stunden-Tag und schon gar nicht mehr den relativ bequemen Studentenalltag hat, ist mir schon längst klar. Ich habe nur immer gedacht, dass es trotzdem nebenher noch irgendwie möglich ist, ein akzeptables Privatleben zu haben -- insofern hat es mich sehr nachdenklich gemacht, als Dulcineia meinte, sie habe ja eh kein Privatleben und lebe derzeit quasi nur für die Arbeit. Denn das ist ja noch mal ein ganz anderes Kaliber.
msstudi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2007, 10:10   #9
kugelschreiber
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Hallo msstudi,
ich möchte mich auch ergänzen: Es gibt neben dem Journalismus auch viele andere Branchen, in denen man nur wenig Privatleben hat. Wieviele Ingenieure oder Berater haben zwölf Stunden-Tage, müssen am Wochenende noch dringend ein Projekt fertig machen usw.
Wenn man heute in seinem Job gut sein will, dann muss man mehr Zeit investieren, als auf dem Papier steht (40 Std. / Woche), und in der Regel auch, mehr als einem bezahlt wird.
Als lokaler Journalist bist du meiner Erfahrung nach sowieso nie inkognito: Sobald du auftauchst, will jemand mit dir etwas berufliches besprechen, auch wenn du findest, dass jetzt Freizeit angesagt wäre. Ist aber sicher auch in anderen Branchen ähnlich (Ärzte, Anwälte, Lehrer etc. werden sicher gerne ´schnell´ nach einem Rat gefragt).

Es ist in der Tat hart, zu arbeiten. Aber man erarbeitet sich damit in der Regel seinen Lebensunterhalt und lernt dann erst so gaaaaanz richtig die Dinge zu schätzen.

UND: Ist es nicht besser, viel zu arbeiten, Geld zu verdienen und keine zu Zeit haben, es auszugeben als nicht zu arbeiten aber viel Zeit zu haben und nicht vorhandenes Geld ausgeben zu wollen ob der vielen schönen Angebote?

Gruß von kugelschreiber
kugelschreiber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2007, 10:16   #10
Malina
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Zitat:
Zitat von msstudi
habe ja eh kein Privatleben und lebe derzeit quasi nur für die Arbeit. Denn das ist ja noch mal ein ganz anderes Kaliber.
Als ob es das nur in dieser Branche geben würde.
Viele meiner Freunde sind Juristen und darunter sind auch einige Anwälte. Die meisten arbeiten von 8 bis 8. Also 12 Stunden. Meist wird es dann aber auch 9 oder halb 10. Meist heißt es: Abends oder am WE könne man besser arbeiten, da klingelt weder das Tel, noch kommt ein Mandant vorbei.

Anderes Beispiel: Ein guter Freund von uns lebt seit einigen Monaten in Passau. Seine Freundin hat es nach Kiel verschlagen. Beide sind seit 9 Jahren zusammen. Sie treffen sich vielleicht mal am WE oder halt jetzt bei den Feiertagen dieses Monats auch in der Woche. SO WHAT?

DAS IST GANZ NORMAL!
Vor allem: Deutschland ist ein sehr kleines Land, wo man ruckzuck mit dem Flugzeug binnen einer Stunde an fast jedem Ort des Landes sein kann. In den USA oder Australien, China etc sind Distanzen mitunter schon mal wesentlich größer.

Zusammenfassend: Ich weiß wirklich nicht, was Du erwartest. Bindungen sind gut und schön. Aber sollte man sie soweit erheben, dass Sie sogar über das JA oder NEIN einer Berufswahl entscheiden?
Das muss jeder selbst wissen.

Wenn Du zB jemanden pflegst, ist die Sachlage natürlich eine völlig andere. Ansonsten gilt wohl: Geh raus in die Welt. Zu Hause kennst Du ja schon!

Ach und nochwas: Jemand hatte hier geschrieben, der Partner hätte die Arbeitszeiten seiner Freundin "nie akzepiert". Ja, gehts noch?
Wir haben 2007, Leute! Ich weiß nicht, wie man ne Beziehung von der Attraktivität der Arbeitszeiten abhängig machen kann. Ist für mich nicht nachvollziehbar.

Herzliche Grüße
Malina
Malina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2007, 10:47   #11
punky
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Ich kenne einige Leute, die aus den Arbeitszeiten und/oder der räumlichen Distanz die Konsequenz gezogen haben, sich zu trennen. Wenn man sich (dauerhaft!) nur noch ein Wochende im Monat sieht, ist das keine gute Basis für eine Beziehung, geschweige denn für eine Familie. Aber ich denke heutzutage geht der Job für die meisten Leute vor.
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Alt 25.05.2007, 10:52   #12
punky
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P.S. Ich merke ja jetzt schon, dass ich den ganzen Tag nicht mehr aus der Redaktion rauskomme, wenn ich eigentlich nur morgens schnell einen Artikel schreiben will. Und das "nur" als freie Mitarbeiterin.
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Alt 25.05.2007, 10:59   #13
msstudi
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Um's noch mal zu betonen, weil ich mich hier mittlerweile so hingestellt fühle als ob ich einen 8-Stunden-Arbeitstag erwarte und alles darüber Hinausgehende nicht akzeptieren würde: Ich weiß, dass man im Journalismus (und ja, nochmals: auch in anderen Branchen) kräftig Überstunden schieben muss. Und ich weiß, dass in der Regel auch am Wochenende gearbeitet werden muss -- das musste ich schließlich auch schon jetzt als freier Mitarbeiter. Ich nehme das ja auch alles hin -- und insbesondere, wenn einem der Job Spaß macht und man im privaten Bereich nicht völlig vereinsamt, wird das auch absolut kein Problem sein.

Meine Frage war nur: Geht es im Journalismus wirklich schon so weit (so wie es bei Dulcineia klang), dass man nur noch für die Arbeit lebt oder hat man dann doch noch (auch bei der beschränkten Freizeit) Gelegenheit, private Kontakte zu knüpfen? Es ging mir um nicht mehr und nicht weniger.

Und eins noch zu Kugelschreiber:
Zitat:
UND: Ist es nicht besser, viel zu arbeiten, Geld zu verdienen und keine zu Zeit haben, es auszugeben als nicht zu arbeiten aber viel Zeit zu haben und nicht vorhandenes Geld ausgeben zu wollen ob der vielen schönen Angebote?
Eine Aufgabe und vor allem Geld zu haben ist zweifelsohne wichtig. Aber das ist doch nicht alles, was das Leben ausmacht. Man möchte doch schließlich auch Freunde oder zumindest Bekannte, eine Partnerin und vielleicht (wenn es die Umstände erlauben) irgendwann auch mal Kinder haben.

Geändert von msstudi (25.05.2007 um 11:07 Uhr).
msstudi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2007, 11:28   #14
kugelschreiber
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Moinsens,

natürlich kann man noch Privatleben haben, aber die Pritoritäten verschieben sich enorm beim Eintritt ins Berufsleben. Man ist abends einfach meist zu müde oder es ist zu spät, noch ´was´ zu machen oder ´wen´ zu treffen. Das ist die Erkenntnis meiner allermeisten Bekannten aus dem Studium, die alles mögliche arbeiten und mit denen ich noch Kontakt habe. Die anderen konnte ich noch fragen, die hatten keine Zeit bislang *schiefgrins*.
Kinder und Journalistenexistenz: Da bietet sich doch freie Mitarbeit an! Du kannst dich flexibel einrichten und kannst kommen und gehen, wann du willst. Soviel ich gehört habe, und das ist schon einiges, sind Journalisten mit Kindern nicht sehr begehrte Arbeitnehmer bei den Personalverantwortlichen (nicht Personaler, Malina, will hier kein falsches Fass aufmachen), höchstens, wenn das Kind bei der Mutter bleibt und du der Vater bist. Ansonsten scheint es eine Kombination wie Feuer und Wasser zu sein: Verträgt sich nicht.
Und das ist nicht meine persönliche Meinung, sondern die von Internen.

Gruß von kugelschreiber
kugelschreiber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2007, 18:07   #15
christine
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Standard AW: Journalismus und Privatleben

Ich kenne eine Redaktionsleiterin, die hat einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag und schiebt Wochen an freien Tagen vor sich her, denn sie hat keine volle Stelle. Seit ihrem Umzug vor zehn Jahren hat sie immer noch die nackten Glühbirnen an der Decke. Womit klar sein dürfte, dass diese äußerst attraktive Frau alleinstehend ist.
Bei den Männer ist das übrigens anders. Aber da bleibt meist auch die Frau daheim.
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