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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 17.12.2007, 14:32   #16
christine
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Standard AW: Schreiben macht arm

Ich weiß nicht, wieso DU jetzt irgendwelche Tarotkarten hervorkramst, Undine. Aber eins liegt auf der Hand: Wenn Gabriele Bärtels verheiratet wäre, hätte sie in mutlosen Momenten sicherlich nicht solche Rettungsphantasien - von denen ich aber nicht glaube, dass sie sie ernsthaft umsetzen will.* Sie sagt doch nichts anderes, als dass aus dem Scherz längst ökonomischer Ernst geworden ist, sonst nix. Und unabhängig von guter Selbstvermarktung bleibt das Problem, dass Verlage sehr spät, nämlich nach Abdruck, zahlen und freie Journalisten trotz (hoher) Außenstände in Schwierigkeiten geraten (können). Wenn die Redakteure einen Text auf Halde legen, aber irgendwann noch drucken wollen, gibt es auch kein "Ausfallhonorar". Wobei das ja schon im Grunde unsinnig ist: Man hat geliefert, wieso soll man für die ganze Arbeit ein gekürztes Honorar erhalten, nur weil die Redaktion es sich anders überlegt hat?

* Wohlhabende Männer wollen in der Regel keine 49-jährige Frau, sondern eine jüngere, es sei denn, es handelt sich um reiche alte Männer, die schon jenseits des Rentenalters sind. Denen ist dann eine 49-jährige Frau wieder jung genug.

Geändert von christine (17.12.2007 um 14:38 Uhr).
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Alt 17.12.2007, 17:21   #17
punky
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Standard AW: Schreiben macht arm

Dass man als Journalistin nicht reich wird, ist klar. Aber ich kann mich einigen meiner Vorredner nur anschließen: Wenn man von dem Geld für schöne Geschichten nicht leben kann, dann MUSS man eben Terminjournalismus machen. Wenn ich bei meiner Zeitung quasi Vollzeit als Freie arbeiten würde, dann hätte ich sicher kein tolles Gehalt, aber zum Überleben würde es wohl reichen.
Oder man muss eben einen festen Zweitjob annehmen, um wenigstens die Grundlagen (Miete, Versicherung etc.) gesichert zu haben.
Toll ist das nicht, das ist schon klar.
Aber wenn sie so an Depressionen leidet (und danach klang es fast), dann wirkt sich das vielleicht nicht nur auf die Männer aus, sondern auch auf ihre Arbeit.

Geändert von punky (18.12.2007 um 08:46 Uhr).
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Alt 17.12.2007, 19:53   #18
Undine111
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Standard AW: Schreiben macht arm

Zitat:
Zitat von christine Beitrag anzeigen
Und unabhängig von guter Selbstvermarktung bleibt das Problem, dass Verlage sehr spät, nämlich nach Abdruck, zahlen und freie Journalisten trotz (hoher) Außenstände in Schwierigkeiten geraten (können). Wenn die Redakteure einen Text auf Halde legen, aber irgendwann noch drucken wollen, gibt es auch kein "Ausfallhonorar".
ja, das ist ganz großer Mist. Streitet doch niemand ab.

"Wobei das ja schon im Grunde unsinnig ist: Man hat geliefert, wieso soll man für die ganze Arbeit ein gekürztes Honorar erhalten, nur weil die Redaktion es sich anders überlegt hat?"

Auch da hast Du völlig recht. Aber im Zweifelsfall immer noch besser ein gekürztes als gar kein Honorar.... Wie schon gesagt, die gegenwärtige Situation werden wir so schnell einfach nicht ändern. Alles, was man tun kann, ist das Beste oder "Beste" herauszuholen....
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Alt 19.12.2007, 11:05   #19
Lieselein
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Standard AW: Schreiben macht arm

ICh habe mir den Text dieser vermeintlich verarmten Journalistin nun auch durchgelesen und ich hatte ehrlich gesagt auch eher den Eindruck, dass sich hier jemand ganz "doll" selbst bemitleidet. Allerdings finde ich es etwas vermessen über die Situation einer Print-Journalistin "abzulästern", da ich keine Ahnung vom Print-Bereich habe. Hängen geblieben ist mir nun allerdings, dass die Art und Weise, wie mit den freien Print-Journalisten umgegangen wird, scheinbar außerordentlich unwürdigend ist. Zuerst habe ich auch denjenigen hier zugestimmt, die meinten, dass sie neben ihrer Hauptarbeit auch sog. Tagesjournalis betreiben sollte, um sich über Wasser halten zu können. Dies klingt für mich auf den ersten Blick auch außerordentlich einleuchtend; wenn man sich mit langwierigen Projekten allein nicht über Wasser halten kann, dann sollte man sich doch nebenher noch was anderes suchen, um gut über die Runden zu kommen. Aber ehrlich gesagt, ist das doch eine außerordentlich traurige Aussage, oder nicht? Diejenigen, die sich noch "trauen" langwierigere und gut recherchierte Projekte in Angriff zu nehmen (und die scheinbar auch die interessanteren Artikel/BErichte für die Leserschaft schreiben), verdienen so wenig, dass sie nicht mal mehr ihre Grundlebenshaltungskosten damit bestreiten können. Das ist doch ein außerordentlich denkwürdiger Trend. Und ehrlich gesagt habe ich "angst", dass wir zukünftig nur noch knappe und kurz (und dadurch vielleicht nicht gut) recherchierte Dinge lesen werden, weil es niemanden mehr gibt, der bereit ist für so wenig Geld eine solche Arbeit zu leisten. ICh gehe auch nciht davon aus, dass die festen Mitarbeiter solche Beiträge noch bringen werden, da sie auch für den jeweiligen Verlag außerordentlich kostenintensiv sind. Und da überall gespart werden muss...

Interessant finde ich allerdings, dass in der TV-Redaktion, wo ich gerade mein Praktikum mache (ö-r), die Freien außergewöhnlich viel Geld verdienen (z. T. das Doppelte als die Festen). Wobei sie natürlich für mehrere Redaktionen und Sender arbeiten. Einige arbeiten auch gleichzeitig für TV und Radio und verkaufen ihre Berichte dann dementsprechend an beide. Nun frage ich mich, ob dies eine TV-spezifische Angelegenheit ist oder ob diese Freien nur außergewöhnlich viel zu tun haben und dementsprechend so außergewöhnlich viel Geld verdienen?! Verdient man im Print-Bereich einfach weniger?
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Alt 19.12.2007, 12:30   #20
christine
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Standard AW: Schreiben macht arm

Die meisten Tageszeitungsverlage haben bereits so viel Personal gespart, dass den verbliebenen Redakteuren keine Zeit mehr bleibt, intensiv zu recherchieren. Mit dem investigativen Journalismus ist es in Deutschland nicht so weit her. Die Tagessätze sind im Print auch niedriger als beim Rundfunk, die Zeilengelder in der Regel eh lausig und Totalbuyout-Verträge machen Mehrfachverwertung schwierig.

Von wem stammt Deine Info, dass die Freien beim Rundfunk mehr verdienen als die Festangestellten? Von den Freien oder von den Festangestellten? Und welche Freien meinst Du? Die "festen Freien", die "110er" oder die externen Freien?
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Alt 19.12.2007, 12:56   #21
Lieselein
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Standard AW: Schreiben macht arm

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Geändert von Lieselein (19.12.2007 um 12:59 Uhr).
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Alt 19.12.2007, 12:58   #22
Lieselein
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Standard AW: Schreiben macht arm

Schau mal in deine privaten Nachrichten................
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Alt 19.12.2007, 13:34   #23
Undine111
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Standard AW: Schreiben macht arm

Dass die Auflagen der Zeitungen seit Jahren sinken, ist ja kein Geheimnis. Die Leute lesen im Schnitt weniger. Sie sehen mehr fern als früher und der Online-Journalismus wächst. Viele reden sogar vom "Untergang der Zeitung". Damit hängen die Einsparungen sicher zusammen.

Ganz anständige Print-Honorare gibts am ehesten noch bei Fachzeitschriften....
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Alt 19.12.2007, 19:23   #24
punky
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Standard AW: Schreiben macht arm

Also über angeblichen Honorare bei ÖR-Fernsehsendern habe ich mich mal sehr gewundert. Ich habe mal mit einem Freien vom WDR geredet, der meinte man dürfe vertraglich nur 10 (12?) Tage im Monat für den WDR als Freier arbeiten. Als ich ihn fragte, für wen er denn denn dann noch arbeite, meinte er: "Nur für den WDR." "Aber von 10 Tagen Arbeit im Monat kann man noch nicht leben?!" Er sagte nur lachend: "Och, doch. Da geht das noch."
Da war ich mehr als baff. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt, oder ob er vielleicht ne Frau zu Hause hatte, die das Geld verdient
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Alt 20.12.2007, 07:47   #25
Lieselein
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Standard AW: Schreiben macht arm

Die Freien haben mir ihre monatlichen Gehälter genannt und ich bin fast umgefallen. Das Einkommen ist definitiv mehr als überdurchschnittlich. Ich habe mit mehreren Freien gesprochen dort gesprochen und alle nannten mir die gleiche Summe. Alle wiesen aber auch daraufhin, dass die TV-Sender pro Sekunde bezahlen und die Freien dementsprechend längere Beiträge machen. Außerdem sind die meisten Freien bei den Redaktionssitzungen dabei und schlagen ihre Themen vor, die auch meist angenommen werden. Somit arbeiten sie also nie für umsonst! Sie wissen einfach, dass ihre fertig gestellten Berichte, Reportagen o. ä. auch gekauft werden. Aber alle meinten zu mir, dass es wahnsinnig anstrengend sei und man sich eine otto-normal-Stundenwoche als Freier getrost abschminken muss, sofern man denn ein besseres Einkommen haben möchte. Man kann weniger machen, allerdings soll das nicht sinnvoll sein, weil sich dann natürlich andere vordrängen und dir evtl. die Arbeit wegnehmen. Man muss bei seinem Sender/seinen Sendern halt immer präsent sein.
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Alt 02.01.2008, 16:40   #26
christine
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Standard AW: Schreiben macht arm

Zu den Freien sage ich demnächst auch noch etwas, erst aber möchte ich Euch allen den Beitrag Billetknipser der Öffentlichkeit im Sudelblog als Lektüre ans Herz legen, ganz besonders denen, die kein Verständnis für Gabriele Bärtel aufbrachten.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2008, 12:27   #27
christine
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Standard AW: Schreiben macht arm

@ Lieselein: Wenn festangestellte TV-Redakteure über ihr Gehalt reden und voller Neid auf die Freien blicken, muss man vorsichtig sein. Im Zweifelsfall vergleichen die nämlich ihr Netto-Gehalt mit deren Brutto-Gehalt und vergessen außerdem ganz gern die Arbeitgeberleistungen zur Pensionskasse usw. Es stimmt, es gab Zeiten, da haben die Freien sich dumm und dusselig verdient - aber das waren auch die Zeiten, in denen Festangestellte mit mehr als 100 Prozent ihres Gehaltes in Pension gingen. Denn die haben sich erst recht dumm und dusselig verdient, ohne sich dafür unbedingt halbtot zu arbeiten. Wie das für Freie heutzutage läuft, schildert Jan Lerch in dem Artikel "Von goldenen Zeiten" sehr anschaulich.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2008, 14:39   #28
NewsJournalist
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Hallo Christine,

deine nachricht hat mich ja richtig zum lachen gebracht, gerade wo ich für mich nun hoffte, dass es einigermassen besser laufen müsste, aber ja, es ist immer noch dasselbe mit uns freien..mies..! Darauf muß ich jetzt noch einen trinken....)
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