-->
Journalismus.com Forum
Anzeige:
Griffith College Dublin

Infos von
Journalismus.com


Wichtige Links:


cover_1502
Jobturbo - Die Job-Suchmaschine durchsucht Zeitungen und Stellenbörsen. Gezielt nach Medienjobs suchen!
Jetzt hier recherchieren...


 

Zurück   Journalismus.com Forum > Journalismus > Fragen und Antworten

Fragen und Antworten Fragen und Antworten zum Journalismus

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 16.10.2013, 16:38   #1
habeeinefrage
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 16.10.2013
Beiträge: 18
Renommee-Modifikator: 0 habeeinefrage wird positiv eingeschätzt
Standard Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Hallo,

ich hätte hier an die Profis, die Journalisten unter Euch, eine Frage. Wie gestaltet sich hier die berufliche Praxis im Journalismus. Es geht um folgenden Sachverhalt:

Wenn eine Kontaktaufnahme durch z. B. Betroffene, Informanten, Withleblower usw. zu einem Journalisten erfolgt bezüglich eines Umstandes, über den man die allgemeine Öffentlichkeit informieren sollte, wie funktioniert hier der richtige Ablauf.

Wenn Journalisten Kenntnis von einem wirklich berichtenswerten Thema Kenntnis erlangen, kann das sein, dass dieses Thema quasi "totgeschwiegen" wird, damit darüber nicht geschrieben bzw. im TV berichtet werden muss???

Ich war bisher immer der Meinung, dass wenn Journalisten von unmöglichen Vorgehensweisen Kenntnis erlangen, dass zumindest eine qualitativ hochwertige Recherche durchgeführt wird und nach Bestätigung der unmöglichen Vorgehensweisen eigentlich als dann folgerichtigen Schritt die entsprechende Berichterstattung erfolgen müsste.

Täusche ich mich da eventuell??

Ich wäre über zahlreiche Antworten von Journalisten sehr dankbar. Ihr würdet mir da sehr helfen. Danke im Voraus.

Gruß

habeeinefrage
habeeinefrage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2013, 10:52   #2
Reporterin
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 235
Renommee-Modifikator: 17 Reporterin wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Die Welt ist schlecht und ungerecht, aber nicht alles, was ein Betroffener für berichtenswert hält, ist auch berichtenswert. Und was "wichtig" ist, schätzen Redakteure nach ihrer langjährigen Erfahrung ein.

Ein Journalist sollte immer, bevor er sich da aus dem Fenster lehnt, überlegen, ob das was er da gehört hat, erstens sein kann, zweitens in dem Umfang ist, wie es geschildert wird und drittens sich die andere Seite auch anhören. Ansonsten kann er sich gräßlich lächerlich machen. Naturgemäß übertreiben Betroffene immer enorm, um ihre eigene Wichtigkeit, aber auch ihre eigene Opferrolle zu verstärken.

Seit Snowden habe ich in meinem Wohnumfeld soviele "Whistleblower", dass ich mich vor Themen nicht mehr retten kann - zumindest vor den Nachbarn, die wissen, was ich tue.
Reporterin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2013, 11:20   #3
habeeinefrage
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 16.10.2013
Beiträge: 18
Renommee-Modifikator: 0 habeeinefrage wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Zitat:
Zitat von Reporterin Beitrag anzeigen
Die Welt ist schlecht und ungerecht, aber nicht alles, was ein Betroffener für berichtenswert hält, ist auch berichtenswert. Und was "wichtig" ist, schätzen Redakteure nach ihrer langjährigen Erfahrung ein.

Ein Journalist sollte immer, bevor er sich da aus dem Fenster lehnt, überlegen, ob das was er da gehört hat, erstens sein kann, zweitens in dem Umfang ist, wie es geschildert wird und drittens sich die andere Seite auch anhören. Ansonsten kann er sich gräßlich lächerlich machen. Naturgemäß übertreiben Betroffene immer enorm, um ihre eigene Wichtigkeit, aber auch ihre eigene Opferrolle zu verstärken.

Seit Snowden habe ich in meinem Wohnumfeld soviele "Whistleblower", dass ich mich vor Themen nicht mehr retten kann - zumindest vor den Nachbarn, die wissen, was ich tue.
Hallo Reporterin,

vielen Dank für Deine Antwort. Aber wie kann man folgendes Beispiel in der Arbeit eines Journalisten deuten?

Nehmen wir an, ein Journalist wurde von einem Informanten über einen Sachverhalt informiert. Der Informant hört über eine längere Zeit nichts mehr von dem Journalisten. Auch Nachfragen des Informanten beim Journalisten bringen kein Ergebnis. Weder ein Ja noch ein Nein zur eigentlich aufgrund der Brisantz des Sachverhaltes notwendigen Berichterstattung.

Wie kann oder darf man das Vorgehen eines Journalisten in diesem Beispiel deuten?

Hattest Du als Journalist schon solche Fälle?

Danke für weitere Antworten.

Gruß

habeeinefrage
habeeinefrage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2013, 11:23   #4
Reporterin
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 235
Renommee-Modifikator: 17 Reporterin wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Da gibt es drei Möglichkeiten:

1. Der Journalist ist noch dran
2. Der Journalist fühlt sich verscheißert, weil die Sache geplatzt ist, wie eine Seifenblase.
3. Der Journalist ist tot.
Reporterin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2013, 11:32   #5
habeeinefrage
Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 16.10.2013
Beiträge: 18
Renommee-Modifikator: 0 habeeinefrage wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Zitat:
Zitat von Reporterin Beitrag anzeigen
Da gibt es drei Möglichkeiten:

1. Der Journalist ist noch dran
2. Der Journalist fühlt sich verscheißert, weil die Sache geplatzt ist, wie eine Seifenblase.
3. Der Journalist ist tot.
Wow, danke für die schnelle Antwort.

Zu 1. Wie lange kann eine Recherche dauern. Gibt es da Erfahrungs- bzw. Durchschnittswerte was den Zeitaufwand betrifft.

Zu 2. Sollte die Sache als geplatzt vom Journalisten angesehen werden, dann wird er doch den Informanten über seine Meinung informieren, oder?

Zu 3. Wollen wir in dem Beispiel nicht annehmen, da sonst meine Frage sinnlos wäre.

Überhaupt, wie ist das, sagen Journalisten ihren Informanten, dass ein Thema uninteressant, überschätzt oder sonstiges ist? Oder lassen sie den Informanten im Ungewissen.

Gruß
habeeinefrage ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.10.2013, 11:55   #6
Reporterin
Erfahrener Benutzer
Mitglied
 
Registriert seit: 27.10.2005
Beiträge: 235
Renommee-Modifikator: 17 Reporterin wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Wichtige Frage - bitte um Hilfe

Zitat:
Zitat von habeeinefrage Beitrag anzeigen
Wow, danke für die schnelle Antwort.

Zu 1. Wie lange kann eine Recherche dauern. Gibt es da Erfahrungs- bzw. Durchschnittswerte was den Zeitaufwand betrifft.

Zu 2. Sollte die Sache als geplatzt vom Journalisten angesehen werden, dann wird er doch den Informanten über seine Meinung informieren, oder?

Zu 3. Wollen wir in dem Beispiel nicht annehmen, da sonst meine Frage sinnlos wäre.

Überhaupt, wie ist das, sagen Journalisten ihren Informanten, dass ein Thema uninteressant, überschätzt oder sonstiges ist? Oder lassen sie den Informanten im Ungewissen.

Gruß
1. Das kommt auf den Umfang an und wie viele Journalisten "dran sitzen". Unbekannt. Watergate hat glaube ich, zwei Jahre gedauert und es saßen mehrere Redaktionen dran.
Andererseits kann es auch sein, dass noch abzuwarten ist, wie sich der Gegenstand der Recherche entwickelt, um erst dann "zuzuschlagen". Beispiel: Schmuggel von XY. Observation des Freihafens oder Einschmuggeln als "Mitarbeiter" etc.

2. Nö! Denn dann wird der "Informant" in bombardieren, warum, wieso, weshalb und sein Telefon steht nicht mehr still - und der Mensch steht dauernd auf seiner Matte. Oder er ist genervt, weil dieser "Informant" vermutlich gleich mit dem nächsten Thema aufwartet. Oft sind sie auch zu höflich, was zu sagen, um die Leute nicht vor den Kopf zu stoßen.

3. Nicht unbedingt sinnlos - es kommt schließlich drauf an, woran er gestorben ist

Sonstiges. Nein, der Informant muss unter allen Umständen geschützt werden. Das heißt, wenn er mir was erzählt benötige ich noch weitere Quellen, die mir genau das selbe sagen, damit nicht zurückzuverfolgen ist, wer es mir gesteckt hat.
Ich sage in der Regel: War nix, wenn ich zu sehr bedrängt werden, damit der Informant nicht mit seinem Wissen hausieren geht und protzt. Denn den meisten Leuten ist nicht unbedingt klar, welche Folgen das für sie haben könnte, wenn sich eine Behauptung als wahr herausstellt und zu ihnen zurück zu verfolgen ist. Beispiel: vor kurzem hat sich eine Erzieherin negativ über die Kita geäußert, in der sie arbeitete und die besch.... Journalistin hatte nichts eiligeres zu tun, als den Namen im Artikel zu veröffentlichen. Die Frau hat ihren Job verloren. Genialer Journalismus. Das war dann wohl die Quotenfrau der Redaktion
Reporterin ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Frage zur Pressewirkung! Ich brauche eure Hilfe oulxi48 Fragen und Antworten 0 01.09.2010 14:59
BITTE Hilfe! frage zu word / zeichen pro zeile aussie_girl Recherchefragen - Investigativ 2 22.04.2009 19:21
Wichtige Frage wegen Seminar:))) NewsJournalist Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung 1 18.07.2006 21:52
Wichtige Frage wortwähler andere Regionen in Deutschland 0 06.06.2005 13:11
WICHTIGE Frage an EUCH!!! unbekannter User (Gast) Recherchefragen - Investigativ 12 26.06.2003 17:11


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:16 Uhr.


Powerd by Journalismus.com
Das Internetportal der Journalisten
Copyright © - Journalismus.com - Peter Diesler