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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 24.11.2006, 19:50   #1
Apfelsinchen
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Standard Journalismus vs. PR

Ich stecke gerade in einer Art Berufsfindungskrise, wenn man es so bezeichnen kann. Bisher habe ich nur journalistische Erfahrungen durch Praktika und freie Mitarbeit. Allerdings habe ich zur Zeit das Gefühl, dass ich später doch lieber in die PR würde, auch, wenn ich dort noch keine großartigen Erfahrungen habe (bin nur seit kurzem in einer PR Studenteninitiative).
Journalismus hat mir bisher zwar auch immer sehr viel Spaß gemacht, trotzdem schleicht sich das Gefühl bei mir ein in der PR besser aufgehoben zu sein. Gründe dafür sind vor allem, dass ich sehr gerne Dinge organisiere und plane, was in der PR natürlich eher Realität ist, als im Journalismus. Und das Schreiben, was ich auch gerne mache, hätte ich dort ja immer noch, wenn auch in etwas anderer Form.

Ich will versuchen möglichst bald ein Praktikum im PR-Bereich zu machen, um der Sache weiter auf den Grund zu gehen.

Aber ich würde auch gerne eure Meinung dazu hören. Meint ihr, dass es bei mir mit dem Journalismus eh nichts werden würde, wenn ich schon so am Schwanken bin? Muss allerdings dazu sagen, dass ich bis vor kurzem noch sehr überzeugt davon war (trotz schlechten Aussichten, usw...).
Hatte jemand ähnliche Schwierigkeiten oder seit ihr alle von Anfang an komplette Vollblutjournalisten gewesen?

Man hört ja oft, dass es einfacher ist vom Journalismus in die PR zu kommen, als umgekehrt, was ja auch nachzuvollziehen ist. Ich glaube allerdings, dass in den nächsten Jahren immer mehr Wert auf eine PR-zentrierte Ausbildung gelegt wird, da dieses Berufsfeld schließlich immer wichtiger wird. Deswegen weiß ich nicht, ob auch in der Zukunft dieser Wechsel noch so einfach sein wird. Um später (bin in 3 bis 4 Jahren mit meinem Studium fertig) möglichst gute Chancen zu haben, möchte ich mich deshalb möglichst früh auf einen Bereich festlegen und dort dann alles geben.

Was würdet ihr als Vor- und Nachteile der beiden Bereiche sehen?

Ich hoffe es ist überhaupt irgendwer hier unten angekommen und schreibt mir seinen Eindruck zu dem Thema.
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Alt 25.11.2006, 11:04   #2
pandora.com
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Standard AW: Journalismus vs. PR

Hallo,

mir ging es ganz ähnlich wie dir: Ich war am Anfang meines Studiums voll auf Journalismus gepolt (obwohl mein erstes Praktikum in der PR war) und bin dann im Lauf der Zeit umgeschwenkt.
Erstmal folgender Aspekt: Ja es ist richtg, dass der Wechsel Journalismus zu PR leichter ist als umgekehrt. Aber ich kenne schon einige Leute, die es auch umgekehrt geschafft haben (ohne allzu große Anstrengungen). Und es ist genau so wie du sagst: In Zukunft wird immer mehr Wert auf eine "echte" PR-Ausbildung gelegt werden und es wird für Quereinsteiger nicht mehr ganz so einfach sein. Das gilt gerade für Unternehmen(skommunikation) und größere Agenturen.

Die Vor- und Nachteile wirklich zu beurteilen ist schwer, da es sich letzten Endes schon um relativ unterschiedliche Berufe handelt, wenn auch sicher mit gemeinsamen Wurzeln. Es kommt letzten Endes wirklich darauf an, ob du "Journalist" sein willst, also direkt an der schreibenden, recherchierenden Front, oder ob es dir mehr Spaß macht, eine Reihe weiter hinten zu stehen - was Vor- und Nachteile mit sich bringt, ganz klar.
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Alt 25.11.2006, 13:28   #3
mia
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Standard AW: Journalismus vs. PR

seltsam, ich kenne niemanden, der je bewusst geschwankt hat, ob "PR" oder "Journalismus". Das sind zwei Dinge, die meiner Meinung nach eben keine gemeinsamen Wurzeln haben, sondern völlig gegensätzlich sind. Wahr ist natürlich, dass die handwerklichen Fähigkeiten, die jeweils nötig sind, sich ähneln. Ob ich jetzt das Einkaufscenter-Kundenmagazin gestalte oder über ein Fest im Lokalen schreibe - für beides muss ich einigermaßen flott und lebhaft formulieren können. Die meisten, die ich kenne, sind in die PR eben reingerutscht, weil es im Journalismus bekanntermaßen kaum Stellen gibt. Und irgendwo muss das Geld ja herkommen. Aber ich habe noch nie von jemandem gehört, für den das Geschleime, denn letztlich ist PR nur ein anderes Wort für genau das, jemals ein Traumberuf gewesen ist. Es ist gut, dass man als ausgebildeter Journalist zur Not die Möglichkeit hat, auf diese Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen - und ich würde auch nicht ausschließen, irgendwann in einer PR-Abteilung zu landen. So lange es nicht in einem Atomkraftwerk oder einer Waffenfabrik ist oder bei einem Chemieunternehmen, wo meine Aufgabe darin besteht, Störfälle duch geschickte "Kommunikation" zu vertuschen. Aber es interessiert mich schon: Was findet ihr daran so toll, durch gekonnte Anwanzerei den Medien die Themen eurer Arbeitgeber aufzudrücken? Habt ihr nicht ein blödes Gefühl dabei, gerade wenn ihr aus dem Journalismus kommt?

Geändert von mia (25.11.2006 um 15:11 Uhr).
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Alt 26.11.2006, 00:27   #4
Apfelsinchen
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Standard AW: Journalismus vs. PR

So ganz kann ich deine Bedenken nicht verstehen.
Ich finde es auch nicht richtig, die PR-Leute immer nur als die "Bösen" darzustellen, die nur jemandem eine bestimmte Meinung aufdrücken wollen. Letztendlich hängt es dann ja auch immer vom Journalisten ab, ob er sich einwickeln lässt. Und ohne die PR wäre der Journalismus sicher oft aufgeschmissen, allein, wenn es um Themen, Informationen und so etwas geht.
Und man muss auch zwischen guter, recht objektiver PR und vollkommen vereinnahmender PR unterscheiden, die nur ihre Wertung aufdrücken will.

Und die Einstellung, wenn ich im Journalismus nichts finde, dann geh ich eben die PR, ist ja eh das gleiche, nur das ich anderen nach dem Mund schreiben muss, finde ich nicht wirklich gut. Gerade deshalb will ich eben versuchen, mich möglichst frühzeitig festzulegen. Denn wenn ich in den PR-Bereich möchte, dann auch nicht unbedingt als PR-Redakteur, sondern eher als PR-Berater, der auch Dinge plant und organisiert und nicht "nur" schreibt. Und letztlich wird im Management von Unternehmen und auch in anderen Abteilungen auch nichts anderes gemacht, als zu versuchen, die Firma möglichst gut darstehen zu lassen, vielleicht nur in anderen Bereichen als die PR.

So, nun aber genug der PR-Rechtfertigung. Ist auch nicht bitte nicht persönlich zu nehmen.

Gibt es noch andere die ähnlich schwanken? Oder auch noch andere, die diese Überlegungen gar nicht verstehen können?
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Alt 26.11.2006, 01:38   #5
mia
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Standard AW: Journalismus vs. PR

"objektive PR"
Was verstehst du darunter?

Und "Ohne PR wäre der Journalismus oft aufgeschmissen" - da stimme ich dir sogar zu. Aber ist das nicht das eigentliche Drama? Kleine Lokalzeitungen (nicht nur, aber vor allem die), die aus Personalmangel oder Arglosigkeit PR-Meldungen unredigiert und unhinterfragt einfach ins Blatt heben, gibt es immer mehr. Aber ist das wirklich der Journalismus, den wir wollen?

Geändert von mia (26.11.2006 um 01:46 Uhr).
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Alt 26.11.2006, 09:41   #6
pandora.com
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Standard AW: Journalismus vs. PR

Nein, das ist sicher nicht der Journalismus, den irgendjemand wollen kann - weder Journalisten noch PR-Leute. Es zwingt Redaktionen aber ja auch niemand, Pressemitteilungen ungefragt und unrecherchiert zu übernehmen. Wenn dort immer mehr eingespart wird, passiert das natürlich aus pragmatischen Gründen. Aber das ist - mit Verlaub - absolut nicht die Schuld der PR Seite.

Und was das Thema "schleimen" angeht: Die Erfahrung aus meinen journalistischen Praktika (und das war mehr als eines) zeigt: Auch in den meisten Medien gibt es inzwischen einige mehr oder weniger, zum Teil auch gar nicht nach außen gekennzeichnete, bezahlte PR-Beiträge die unter dem Deckmantel des "Journalismus" verkauft werden. Und ich habe es, um ein weiteres Beispiel zu nennen, auch schon erlebt, dass negative Informationen über einen "wichtigen Werbekunden" zurückgehalten wurden, um es sich nicht "zu verscherzen", es könnten ja die Anzeigenaufträge ausbleiben. Und dass, ohne dass der entsprechende Kunde in dieser Richtung irgendwie Druck gemacht hätte, sondern aus reiner präventiver (journalistischer???????) Vorsicht.

Wenn ich PR mache, dann weiß das jeder und dann weiß jeder dass ich über das Unternehmen, für das ich stehe, nichts schlechtes sagen werde. Das ist wenigstens ehrlich. Wenn ich Journalist bin, dann kann es mir gut passieren, dass ich im Namen meines Arbeitgebers immer wieder versteckte PR machen muss, die dann als "Journalismus" verkauft wird. Natürlich, wenn man es wirklich ernst meint, dann sollte man solche Arbeitsanweisungen ablehnen - aber dann ist man mittelfristig gesehen auch seinen sowieso schon rar gesähten Journalistenjob los.

Hättest du schon PR gemacht, dann wüsstest zu, dass eine der Grundregeln dort ist: Auf keinen Fall schleimen oder sich zu sehr anbiedern! Denn die meisten Journalisten würden dann genau so sauer reagieren wie du, sich verarscht fühlen und den betreffenden Pressesprecher nicht mehr ernst nehmen. PR-Leute haben zu Journalisten (gerade zu den für sie wichtigsten Kontakten) in der Regel ein sehr gutes und gegenseitiges (!) Vertrauensverhältnis. Wenn du vorhast, mit so viel Arroganz und Herablassung gegenüber der PR in den Journalismus zu gehen, dann bin ich gespannt, wie weit du es damit bringst.

Und noch ein letztes: Wie gesagt, es wäre auch nicht mein Ding, für Atomkraftwerke PR zu machen. Aber was ist denn z.B. mit Non-Profit-Organisationen, Bildungseinrichtungen o.ä.? Meinst du etwa Medien berichten freiwillig, gerne und ständig über so was? Allenfalls über die ganz großen und zu Weihnachten. Ansonsten steckt auch hier eine ganze Menge PR dahinter.
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Alt 26.11.2006, 14:14   #7
mia
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Standard AW: Journalismus vs. PR

"Aber was ist denn z.B. mit Non-Profit-Organisationen, Bildungseinrichtungen o.ä.?"

Sehr gut könnte ich mir vorstellen, PR für etwas zu machen, hinter dem ich stehe. Aber das ist etwas völlig anderes als zu sagen, mein Traum ist PR an sich. Und das verstehe ich eben nicht. Außerdem ist mir rätselhaft, wo in meinem Beitrag du eine Schuldzuweisung liest. Dass Redaktionen PR-Beiträge unhinterfragt abdrucken, ist natürlich nicht die "Schuld" der PR. Das ist ein ganz großes Armutszeugnis für die Medien, und auf Dauer wird der Journalismus den Bach runtergehen, wenn die Trennlinie zwischen Werbung und Berichterstattung verschwindet. Ich habe gesagt, dass ich einem PR-Job nicht von vornherein abgeneigt bin - und das sind viele nicht, was Teil des Problems ist: In den PR-Redaktionen sitzen also gut ausgebildete Journalisten, die genau wissen, wie so eine Pressemitteilung auszusehen hat, damit sie ins gewünschte Blatt kommt. Das ist ein Dilemma. Überspitzt gesagt: Je besser die PR-Agenturen werden (und wie ihr in euren Beiträgen schon richtig schreibt, dieser Bereich ist verdammt zukunftsträchtig), desto schlechter wird der Journalismus. Wenn das Amnesty oder Greenpeace etc. sind, die davon profitieren, von mir aus. Aber das geht ja weiter, zum Beispiel mit pseudowissenschaftlichen "Erkenntnissen" der Pharmaindustrie, die geschickt lanciert werden, um für das entsprechende Medikament zu werben - dass die Medien das Spiel mitspielen, ist schlimm. Ich für mein Teil finde das einfach traurig. Ich selbst arbeite bei einer überregionalen Tageszeitung, da hält sich das in Grenzen, es kommt aber auch vor, dass da Dinge passieren die auf erschreckende Weise zeigen, wie "erfolgreich" in PR-Agenturen gearbeitet wird. Und wie Journalisten, von denen man das eigentlich nicht gedacht hätte, grundlos auf Gegenrecherchen verzichten - so etwas muss man dann als PR-Mensch wohl als Erfolg verbuchen. Ich sehe das als Problem. Aber nach meinem Volo, das demnächst endet, muss ich halt auch Geld verdienen - gut möglich, dass ich dann Hofberichterstattung für wen auch immer machen werde. Das kannst du schizophren nennen - und hast verdammt recht damit.

Geändert von mia (26.11.2006 um 17:17 Uhr).
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Alt 26.11.2006, 17:27   #8
pandora.com
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Standard AW: Journalismus vs. PR

Was mir aufgefallen ist, ist eine gewisse Anspruchshaltung einiger Journalisten. Nicht immer werden Pressemitteilungen einfach 1:1 übernommen. Aber oft ist es inzwischen so, dass man als PR-Mensch sogar dazu aufgefordert wird "zu bestimmen" was auf das einen Artikel begleitende Foto kommt oder wie ein längerer Artikel layouttechnisch gestaltet wird. Und zwar ohne Druck und Aufforderung von PR-Seite, sondern vor dem Hintergrund, dass es weniger Arbeit(szeit) am einzelnen Artikel bedeutet, wenn man solche Dinge nicht selbst regeln muss. Klar, dass sich ein PR-Mann so etwas nicht entgehen lässt. Aber im Grunde ist es guten, seriösen PR-Leuten auch lieber, dass sie mit guten, seriösen Journalisten zusammenarbeiten, die gerne Informationen annehmen, aber trotzdem noch selber recherchieren und eigene Ideen haben. Die meisten Unternehmen haben nichts zu verbergen (zumindest nichts, das bis in die Presseabteilung vordringen würde oder von dem nicht klar wäre, WARUM es Betriebsgeheimnis ist, wie in der Entwicklungsphase befindliche Projekte).

Und die Firmen, die etwas zu verbergen haben... Tja, für die würde auch ich nicht arbeiten wollen. Das ist auch der Grund, warum ich persönlich Unternehmenspressestellen den Agenturen vorziehe: Man kann sich aussuchen und weiß von vorneherein, bei welchem Arbeitgeber man sich bewirbt. Ich denke, die wenigsten Leute würden einen Job absolut um jeden Preis ausüben. Ich würde nie PR für Atomkraft, Zigaretten, Ölkonzerne oder irgendetwas machen, hinter dem ich nicht stehe. Jemand der Journalist werden will, würde deswegen auch noch lange nicht für eine rechtsextreme Publikation schreiben oder eine Frauen-Klatsch-und-Tratsch-Zeitschrift, wenn ihm das absolut nicht liegt.
Und natürlich: Selbst wenn man in der PR und für "die Guten" arbeitet gibt es vielleicht Dinge, die man persönlich nicht so regeln würde. Aber auch wenn man für eine "ganz normale" Zeitung arbeitet, hat die vielleicht zu einigen Themen eine redaktionelle Linie, der man nicht anhängt oder man muss einen Artikel zu einem Thema schreiben, das man persönlich nicht als wichtig / angenehm / richtig empfindet.
Das ist wohl in jeden Beruf so.
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Alt 26.11.2006, 18:12   #9
mia
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Standard AW: Journalismus vs. PR

@ pandora.com:
"Was mir aufgefallen ist, ist eine gewisse Anspruchshaltung einiger Journalisten. Nicht immer werden Pressemitteilungen einfach 1:1 übernommen. Aber oft ist es inzwischen so, dass man als PR-Mensch sogar dazu aufgefordert wird "zu bestimmen" was auf das einen Artikel begleitende Foto kommt oder wie ein längerer Artikel layouttechnisch gestaltet wird."


Was für Redaktionen waren DAS denn?
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Alt 28.11.2006, 15:40   #10
soulfoodqueen
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Standard AW: Journalismus vs. PR

Interessante Diskussion.

Mir ging es ähnlich wie Apfelsinchen. Meine ersten Schritte in Richtung Medien waren Praktika und freie Mitarbeit bei Print (Lokal) und Radio (Campusradio, als Einstieg sehr zu empfehlen!). Später habe ich neben dem Studium PR für ein Theater gemacht, Intranetseiten für ein Unternehmen betreut und verschiedene Praktika in Unternehmenskommunikationen gemacht. Am Ende meines Studiums hatte ich aber beschlossen, doch lieber im Journalismus Fuß zu fassen und war als Freie bei einer (ziemlich großen) Lokalzeitung sehr zufrieden. Für's Volo musste ich mich dann natürlich auch entscheiden: Medien oder PR? Beworben habe ich mich sowohl bei den ÖR, Verlagen und Journalistenschulen als auch bei Institutionen, Organisationen etc., die ein Volo in ihrer Pressestelle anboten. Entschieden hat letztendlich wohl das Schicksal: Auch wenn ich bei vielen Medienanstalten/Verlagen in den letzten Runden war, ein Volo sprang am Ende nicht dabei raus.

Jetzt mache ich mein Volo in der Pressestelle einer Universität und bin sehr zufrieden. Hab einen tollen Vertrag mit externen Praktika (gerade vier Wochen SZ hinter mir, es folgt dpa, dann TV) und sechs Wochen Volokurs an einer Journalistenschule, ein gutes Vologehalt und eine engagierte Chefin.

Auch meine tägliche Arbeit ist abwechslungsreich, da wir die Pressearbeit für alle Fachbereiche machen. Das heißt, es gibt jeden Tag neue Themenschwerpunkte: Von Medizin über Nanotechnologie bis hin zu Politikwissenschaft. Hauptaspekt ist sicher das Schreiben von Pressemitteilungen. Auch wenn die Themenspanne sehr weit ist, die Darstellungsform ist immer dieselbe: Meldung. Etwas langweilig auf die Dauer. Aber dafür gibt es ja noch andere Projekte wie die Hochschulzeitschrift, Pressekonferenzen, Imagebroschüre etc. Außerdem arbeite ich nebenher noch als Freie Journalistin und kann so Themen abseits von Bildung und Wissenschaft bearbeiten, die mir Spaß machen (das Extra-Taschengeld ist dabei natürlich auch fein...).

Nicht zuletzt bin ich mir natürlich auch über die schlechten Chancen für Journalisten auf dem Arbeitsmarkt bewusst. Im Bereich PR sieht es da wesentlich besser aus. Wobei für mich auch von vorneherein klar war, dass ich unter PR nicht Werbung verstehe. Denn PR ist nichts anderes als Öffentlichkeitsarbeit (halt Public Relations). Das hat mit Werbung erst mal nichts zu tun. Denn als Pressestelle (zum Beispiel) informiert man die Öffentlichkeit über die Medien (quasi als Medium) über aktuelle Projekte etc.

Viele Grüße
soulfoodqueen - Es lebe das gute Essen!
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