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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 31.01.2008, 18:19   #1
antjelina
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Renommee-Modifikator: 14 antjelina wird positiv eingeschätzt
Standard Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Ich hatte eben ein bizarres "Vorstellungsgespräch" beim Lipsia Präsenzverlag. Dieser Verlag veröffentlich unter anderem ca. 400 Seiten umfassende so genannte Bürgerprofile, in denen regional bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur portraitiert werden. In meinem Fall ging es um die Region Stuttgart/Esslingen. Für dieses Projekt suchte der Verlag in einer Annonce Interviewer, Journalisten und Autoren, die mit diesen Personen anhand von vorgefertigten Fragebögen Interviews führen bzw. die Portraits schreiben.

Dass dieser Job nicht gut bezahlt sein würde, war mir klar, aber beim Gespräch fiel mir wirklich die Kinnlade runter. Die Autoren bekommen pro Portrait (2400 Zeichen) theoretisch 20 Euro. Allerdings werden sie nur bezahlt, wenn der Portraitierte das Buch am Ende kauft (was bei 200 Euro Stückpreis alles andere als sicher ist). Im Schnitt kaufe jeder zweite das Buch, so die "Chefredakteurin" beim Gespräch. Man könne also von der Faustformel ausgehen: Zwei Portraits schreiben, eines verkaufen. Macht praktisch pro Portrait 10 Euro für den Autor. Wenn's gut läuft. Zwanzig Portraits muss man im Monat mindestens schreiben, sonst fliegt man aus dem Verteiler raus.

Den Interviewern ergeht es nicht viel besser. Die Bezahlung ist natürlich an die Zahl der Interviews, die man im Monat schafft, gekoppelt. Vom ersten bis zum zwanzigsten gibt es 8 Euro, ab 41 bekommt man schließlich 15 Euro. Als ich fragte, wie es mit Spritkosten aussehe, war die "Chefredakteurin" fast beleidigt. Ein junger Mann sei eben hier gewesen, der sei so begeistert von dem Job, dass er sich jetzt ein AUTO kaufen wolle. Da käme ich hier mit Spritkosten, das sei ja nicht so viel verlangt. Und als ob das nicht schon die Höhe wäre: Ab dem zwanzigsten Interview - und das jeden Monat, man fängt immer von null an - müssen die Interviewer zusätzlich Akquise betreiben, sprich neue Bürger, die man portraitieren könnte, suchen. Und das für Umme.

Mich würde interessieren, ob jemand bei diesem oder anderen Verlagen ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Wenn ja, immer her damit. Dankeschön!
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Alt 31.01.2008, 22:36   #2
lasse
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Waren das die, die auch ma über XING geworben haben? Da weiß man doch glatt, wo man garantiert NICHt arbeiten wird .
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Alt 31.01.2008, 23:08   #3
NewsJournalist
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Das ist pervers! Und mit Journalismus hat das auch nichts zu tun.
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Alt 31.01.2008, 23:44   #4
antjelina
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Ja, das dachte ich auch. Aber erstaunlicherweise waren die Portraits echt gut geschrieben - da sind wohl schon professionelle Schreiberlinge am Werk gewesen.

@ Lasse: Ich würde für diesen Verlag niemals arbeiten, aber offensichtlich gibt es Kolleg/innen, die verzweifelt genug sind, es doch zu tun.
antjelina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2008, 03:57   #5
Buergerschreck
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Das hat was von Drückerkolonnen...
Buergerschreck ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2008, 09:41   #6
Anialel
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Mich würde interessieren, wie du reagiert hast. Hast du beschämt gelacht? Ich weiß ja nicht, aber ich stell es mir sehr schwierig vor, dass einem da die Gesichtszüge nicht entgleiten. Ist ja echt unfassbar. Vor allem, dass Leute das mit sich machen lassen und sich dieser Verlag in seiner Vorgehensweise bestätigt fühlt. Unglaublich... Also ich schmunzle grad ein bisschen vor mich hin, aber nicht, weil ich das wirklich lustig finde sondern weil ich nicht weiß, was ich sonst machen soll!

Geändert von Anialel (01.02.2008 um 10:51 Uhr).
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Alt 01.02.2008, 10:26   #7
antjelina
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Ich habe versucht, sachlich zu bleiben. Mir war sofort klar, dass der Job nicht in Frage kommt, aber ich wollte doch so viel wie möglich herausfinden. Unglaublich, wie offen über das Gehalt geredet wurde, und dann die ganze Sache auch noch schön geredet: "Das ist ein ganz toller Job, ich hab auch mal so angefangen, und jetzt bin ich Chefredakteurin." Nee, klar! Eigentlich ist es zum Heulen.
antjelina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2008, 10:52   #8
Anialel
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Zitat:
Zitat von antjelina Beitrag anzeigen
"Das ist ein ganz toller Job, ich hab auch mal so angefangen, und jetzt bin ich Chefredakteurin."
Das ist ja wohl die Frechheit schlechthin.
Anialel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2008, 12:03   #9
mehltreb
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Nein, das waren NICHT die, die über XING geworben haben. Beim XING-Angebot gibt's 500 Euro für zehn Porträts - mit Kapitalgarantie!
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Alt 01.02.2008, 14:18   #10
sienat
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Selbst wenn mehr gezahlt würde, ist das Ganze doch unseriös. Merkwürdige Geschäftsidee - mit Journalismus hat das nicht viel zu tun.
Ich glaube auch nicht, dass ein Portraitierter unbedingt das Werk dann kaufen will. Höchstens um dann anschließend juristisch dagegen vorzugehen. Finger weg !
sienat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.02.2008, 12:00   #11
Dragobert
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Solange Wölfe was zum fressen finden, werden sie sich auch vermehren.

Soll heißen, solange solche "Anbieter" Personen finden die bereit sind,
Geld sogar mitzubringen um arbeiten zu dürfen, solange werden diese auch Erfolg haben.
Dragobert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.02.2008, 12:06   #12
Torri
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Lächeln AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Ich hatte mich vor zirka einem Jahr beim Lipsia-Präsenzverlag für den Raum Dresden beworben. Für mich kam das beim Gespräch so rüber, als suchten die keine professionellen Autoren, sondern nur irgendwelche Leute, die irgendwie schreiben können. Für den professionellen Schreiberling also nichts, für den arbeitslosen Hobby-Autoren schon eher. Interessant fand ich die Idee schon, aber bei dem Honorar ...

Eine Bezahlung wurde (bei mir) auch für den Fall zugesichert, dass der Porträtierte das Buch nicht kauft, allerdings gab es im positiven Fall noch reichlich Provision.

Die Idee der Bürgerportraits ist eigentlich nicht schlecht: Man stellt Leute aus einer Region vor, die dort etwas bewegt haben, Lokalprominenz halt. Aber an der Aufmachung hapert's: Denn für knapp 200 Euro wird eben kaum einer so ein Buch kaufen, es ist ja nichtmal im Handel zu finden.
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Alt 03.02.2008, 12:35   #13
Dragobert
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Standard AW: Verlage zahlen Autoren Dumpinglöhne - hat jemand Erfahrungen?

Ideen sind oft gut. Nur das Problem ist wiederkehrend:
- Horrende Preise verlangen,
- Dumpinglöhne zahlen.

Damit meint man gute Geschäfte machen zu können.
Dragobert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.2008, 07:46   #14
lasse
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Zitat:
Zitat von mehltreb Beitrag anzeigen
Nein, das waren NICHT die, die über XING geworben haben. Beim XING-Angebot gibt's 500 Euro für zehn Porträts - mit Kapitalgarantie!
Ah ok, das klang vom Geschäftsmodell so ähnlich. Hast du dich in die Sache mal eingeklinkt, Bettina? 500€ klingt ja erstmal nicht schlecht, je nachdem, wie lang die Portraits sein sollen.

Geändert von lasse (04.02.2008 um 12:23 Uhr).
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Alt 04.02.2008, 10:25   #15
mehltreb
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Ja, ich bin mit im 500€-Boot! Jedes Porträt soll eine Wordseite Umfang haben - für mich prinzipiell leicht verdientes Geld. Bei mir in der Region gestaltet sich nur die Recherche schwierig. Bei Kollegen läuft's aber ganz gut.
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