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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 06.07.2004, 23:27   #1
Harun.G
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Renommee-Modifikator: 0 Harun.G wird positiv eingeschätzt
Standard Bin Anfänger und würde mich für ein paar Tipps sehr freuen!

Hallo,

ich habe gerade mein Abitur hinter mir und möchte gerne die Zeit bis zum Wintersemester nicht umsonst leben lassen... Mein Ziel ist es in der Medienbranche als Redakteur Fuß zu fassen, wo es mir bewusst ist, dass dies kein Kinderspiel sein wird.
Deshalb habe ich schon von sehr vielen Menschen gehört, die etwas Ahnung haben, dass sehr vieles von mir kommen muss. Also wollte ich freiwillig auf die nächsten Konzerte, Feste und Messen und versuchen meine ersten Artikel über diese Erlebnisse zu schreiben. Die werde ich dann versuchen an diverse Redaktionen zu schicken mit der Hoffnung, dass sie aufmerksam auf meine Arbeit werden...
Und die erste wichtige Frage:
Ist das realistisch so etwas zu schaffen und haben diese Sachen fast kein Wahrheitsgehalt?
Bei welchen Zeitungen oder Zeitschriften kann ich mich melden?
Und allgemein, welche wichtige Tipps könnt ihr mir auf den Weg geben??

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich etwas von eurer Erfahrung mitnehmen könnte...

Danke im voraus
__________________
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Alt 07.07.2004, 20:24   #2
Angie
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Wäre recht unsinnig einfach etwas zu schréiben und das dann versuchen an den Mann zu bringen, denn bis du fertig bist, steht das bei denen schon in der Zeitung.
An deiner Stelle würde ich mich für ein Praktikum bewerben (mache ich auch gerade), da hast du dann etwas festes und darfst offiziell Artikel schreiben. Wenn du glück hast, wird dir hinterher soagr eine freie Mitarbeit angeboten. Allerdings glaube ich nicht, dass du jetzt noch einen Platz bekommst, ist schon etwas spät!
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Alt 07.07.2004, 21:27   #3
Harun.G
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Hi,

da kannst du Recht haben. Deshalb wollte ich noch einmal nachfragen, ob sowas überhaupt möglich ist. Welchen Zeitraum meintest du denn, als du sagtest, dass es schwierig ist jetzt noch ein Platz zu bekommen...

Außerdem ist das ein ganz dummer Zeitpunkt, weil ich nicht weiß, was ich in die Bewerbung schreiben soll, wenn es um den Studienfach geht.. Habe mich nämlich gleichzeitig bei mehreren Unis mit verschiedenen Fächern beworben...
__________________
...Never-Say-Never...
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Alt 08.07.2004, 00:33   #4
christine
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Angie hat recht. Und ohne Redaktionsauftrag läuft da in der Regel eh nichts. Welche Konzerte würdest Du denn gerne rezensieren? Klassik oder lieber "U-Musik"? Wenn Du selbst ein Instrument spielst, hast Du bessere Chancen.
Wenn Du Arbeitsproben vorlegen kannst, erst recht. Schon mal für eine Schülerzeitung geschrieben? Wenn nicht, könntest Du tatsächlich mal "einfach so" eine Konzertkritik schreiben, aber nicht, um sie hinterher zu verkaufen, sondern um sie bei Deiner Lokalzeitung als Arbeitsprobe vorzulegen. Wenn Du die Redakteure überzeugst, werden sie Dir einen Probeauftrag geben. Meist ist das irgendein kleinerer Termin (oder zeitloses Thema), bei dem es nicht so schlimm ist, wenn sie den Artikel doch nicht ins Blatt nehmen können.

Falls es Dich zum Feuilleton zieht, magst Du vielleicht mal in dieses Buch reinschauen: Gunter Reus "Ressort: Feuilleton. Kulturjournalismus für Massenmedien" UVK Medien.

Was die Bewerbung fürs Praktikum angeht, würde ich an Deiner Stelle je nach Zeitung entweder die Uni angeben, die räumlich am nächsten liegt, oder die, wo Deine gewünschte Studienfachkombination am besten zum Ressort passt.
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Alt 08.07.2004, 13:48   #5
Harun.G
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Hi Christine,

erstmal Dankeshön für deine ausführliche Antwort.

Ich interessiere mich hauptsächlich mit U-Musik und habe mich noch nicht richtig mit der klassischen Musik auseinandergesetzt. Da es möglich ist Musikwissenschaft zu studieren, werde ich spätestens mit dem Semesterbeginn damit konfriert. Leider hatte ich erst die Möglichkeit dieses Jahr, also mit 19 Jahren, ein Instrument spielen zu lernen. Ich habe nun eine Gitarre zu Hause und versuche mit einem Buch die ganzen Akkorde zu spielen. Natürlich sehr trocken ohne ein Lehrer.

Ich habe mich dieses Jahr an unserer Abizeitung aktiv beteiligt. Ich finde deine Idee mit den Arbeitsproben sehr verlockend. Dass ich höchstwahrscheinlich kein Geld für meine Arbeit bekomme, ist für den Anfang kein Problem. Immerhin möchte ich in die Medienbranche nicht wegen dem Geld, sondern weil es mir primär Spass machen sollte.

Ich wäre auch nicht abgeneigt als Arbeitsproben Rezensionen über verschiedene Musik CDs zu schreiben, die gerade neu erscheinen. Hätte ich auch damit Chancen?

Danke für dein Buchtipp. Da das Buch nicht mehr gedruckt wird, werde ich versuchen bei eBay ein altes Exemplar zu ergattern.
Könntest du mir vielleicht noch andere Buchtipps geben, die mir beibringen, wie man bessere Artikel schreibt und allgemein, worauf man als angehender Journalist achten sollte. Da zur Zeit eine sehr große Auswahl an Sachbüchern gibt, weiß ich nicht, welche empfehlenswert sind und welche nicht...

Danke im voraus
MfG Harun
__________________
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Alt 08.07.2004, 16:00   #6
christine
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Hallo Harun,

vielleicht solltest Du ernsthaft darüber nachdenken, Dir doch einen Gitarrenlehrer zu suchen. Falls Du einen Studienplatz für Musikwissenschaft bekommst, solltest Du darauf gefasst sein, dass Deine Kommilitonen überwiegend Leute sind, die schon seit Jahren in irgendeiner Form Musik machen. Böse Zungen unter den Musikstudenten behaupten, MuWi studieren all die, die die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule nicht geschafft haben. Noten sollte man wohl schon lesen können, auch ein paar Theoriekenntnisse vorab können sicherlich nicht schaden. Im Studium machst Du dann nämlich so Dinge wie "Gehörbildung" und "Generalbass" und beschäftigst Dich mit "Kontrapunktischen Formen", "Harmonielehre" und "Die Geschichte der Fuge". Auch "Partiturspiel" ist nichts Ungewöhnliches.


Wenn Du Journalismus zum Beruf machen möchtest, solltest Du langfristig schon auch ans Geld verdienen denken. Über Buchtipps denke ich nochmals nach.
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Alt 09.07.2004, 14:05   #7
CVDNils
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Standard Buchtipps

Hallo,

mir haben die Bücher von Wolf Schneider sehr geholfen. Etwa dieses hier:

Wolf Schneider: Deutsch für Profis.

Hier bekommst Du kurz, knapp und zudem noch lustig erklärt, wie ein Journalist schreiben sollte (von müssen kann keine Rede sein; hilfreich sind Schneiders Tipps aber allemal).

Gruß

-Nils.
__________________
Vereinigung Farben im Cockpit e.V.
www.vfcev.de
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Alt 09.07.2004, 14:43   #8
Harun.G
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Hi,

also Christine, du bist natürlich nicht die erste, die mir von MuWi abraten, da ich seit nicht allzu langer Zeit erst Musik mache. Wenn ich ehrlich bin, bereue ich es auch, dass ich nicht früher angefangen habe. Natürlich liegt das auch an meinen Eltern, die erst garnicht auf die Idee gekommen sind, dass ich doch lieber Musikunterricht bekommen soll, obwohl jeder Blinder zu Hause erkennen würde, dass ich Musik außerordentlich liebe.
Ich habe mir vorgenommen, bei der VHS Düsseldorf diesen Herbst an den Seminaren "Allgemeine Musiklehre" u.a. teilzunehmen. Natürlich ist es auch eine Frage der finanziellen Möglichkeiten. Wenn ich zu einem Gitarrenlehrer gehen will, dann muss schon ab dem ersten Semster mit einem Nebenjob anfangen, um die Unterrichtsstunden zu finanzieren.

Hauptsächlich wollte ich in Richtung Redaktion im Hörfunk/TV. Da Pratika in der Branche das A und O ist, wollte ich nebenbei noch als Journalist tätig sein, damit ich wenigstens in meinen Bewerbungen etwas vorzuweisen habe...

"Wenn Du Journalismus zum Beruf machen möchtest, solltest Du langfristig schon auch ans Geld verdienen denken." - Da ich mich nicht gründlich erkundigt habe, wie viel ein Journalist verdient (Mir ist der Interessenfaktor im Beruf wichtiger), würde ich mich nach deiner Aussage schon interessieren, obwohl ich, wie vorher schon erwähnt, Journalist nicht als Hauptberuf ausüben will.

Ganz liebe Grüße
Danke im voraus
Harun
__________________
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Alt 09.07.2004, 15:04   #9
christine
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Nein, ich will Dir doch gar nicht von einem MuWi-Studium abraten, sondern meinte nur, dass Du darauf gefasst sein musst, damit Du nicht gleich von Anfang an frustriert bist. Denn wahrscheinlich wirst Du es manchmal ein bisschen schwerer haben als die meisten anderen, aber das sollte Dich nicht davon abhalten.
Und Du bereitest Dich jetzt ja auch vor.

Wegen des Unterrichts könntest Du Dich auch mal bei den städtischen Musikschulen/Konservatorien erkundigen, der Unterricht dort ist nicht so teuer. Oder Du suchst Dir einen Musikstudenten im höheren Semester per Aushang an der Musikhochschule. Da hast Du auch die Auswahl, welche Richtung das gehen soll, Klassik, Jazz, E-Gitarre usw.

Anbei noch ein paar Informationsmöglichkeiten im Hinblick auf Praktika:
http://www.journalistenlinks.de/Aus_...itanzen/#links

Honorare usw. findest Du zum Teil hier bei Mediafon:
http://www.mediafon.net/index.php3

oder hier beim DJV: http://www.djv.de

Heißt das, Du möchtest später als Hobby-Journalist arbeiten, wenn Du das nicht hauptberuflich machen möchtest?
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.07.2004, 15:22   #10
Harun.G
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Ja das baut mich wieder etwas auf, um ehrlich zu sein. Ich werde auf jeden Fall alles geben, um so schnell wie möglich versuchen mit meinen Kommilitonen einigermaßen mitzuhalten, was Wissen angeht. Da ich MuWi als Hauptfach wähle, werde ich hauptsächlich mein Fokus darauf richten müssen. Deshalb versuche ich als Nebenfächer etwas weniger zeitaufwendige Fächer zu wählen. Da ich sehr gut in Englisch, wollte ich Anglistik als Nebenfach studieren, doch habe gehört, dass man sich dauernd auf Referate und Vortäge gefasst machen muss, was dann wieder außerhalb der Uni sehr zeitaufwendig wäre. Somit habe ich mich entschieden Phonetik und allg. Sprachwissenschaft als Nebenfach zu studieren.
Ich hoffe, dass ich somit schaffe Uni und Nebenjob bzw. Praktikum auf einen Hut zu bringen.

Ja ich möchte den den Beruf Journalist eher als Hobby machen, da ich mir vor allem vorstellen kann, dass man als freier Journalist nicht gearade sehr sicher verdient.

Trotzdem fühle ich mich in diesem Forum sehr wohl...
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...Never-Say-Never...
Harun.G ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2004, 18:29   #11
christine
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@ Haroun: Stimmt, die Arbeitsmarktsituation ist für Journalisten nicht sonderlich rosig, für Freie auch nicht - aber für wen ist sie das schon, für Musikwissenschaftler wohl eher auch nicht.

Ich fürchte, ich muss Dich jetzt doch etwas frustrieren: Für "Hobby-Journalisten" ist im Rundfunk wenig Platz. Eher schon in den Lokalzeitungen, wo sie dann für 20 Cent brutto* und weniger pro Zeile die Spalten füllen. So liest es sich dann meistens aber auch.


* im Westen. Den Negativrekord hält m.W. ein Käseblatt in der Nähe von München mit fünf Cent pro Zeile, die sie Freien zahlen.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2004, 23:44   #12
CVDNils
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Hallo Christine,

finde Deine Äußerungen bezüglich „Hobby-Journalisten“ und Lokalzeitungen ein wenig zu abwertend: Ich konnte m. E. noch keinen stichhaltigen Zusammenhang zwischen der Zeilenvergütung und der Lesbarkeit eines Artikels entdecken.

Hingegen gilt mein ganzer Respekt den freien Mitarbeitern, die sich die Wochenenden auf diversen Lokalterminen um die Ohren schlagen und aus dem „Jahrgangstreffen der Schützenköniginnen“ noch eine spannende Geschichte machen.

Gruß

-Nils.
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Alt 19.07.2004, 21:07   #13
Alex
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:evil: Hallo Christine......


ich finde es echt beschämend wie du hier über Lokaljournalisten herziehst.
Zu deiner Info......es waren Lokaljournalisten die, die Watergate Affäre
aufdecketen.....also bitte, lass die krummen Bemerkungen.


Alex
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Immer locker bleiben Leute !
Alex ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2004, 21:19   #14
Alex
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Renommee-Modifikator: 0 Alex wird positiv eingeschätzt
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Hallo Harun.....

so einfach ist es nicht Journalist zu werden, du brauchst schon Basis Wissen. Auch wenn du es nur nebenberuflich machen möchtest.

Hier habe ich auch noch ein paar BUCHTIPPS für dich:

1. List Verlag Praktischer Journalismus
2. ABC des Journalismus, Verlag UVK
3. Journalistisches Texten, Sprachliche Grundlagen, Verlag UVK
4.Journalistische Kreativität, Verlag UVK
5.Sprache und Stil ein Handbuch, Verlag UVK

und für den Fall das du wirklich einmal Schreiben möchtest solltest du Fit in der RECHERCHE sein , denn die ist das Aund O im Job.....
Und dafür wüde ich dir die NR und Ele Schöfthaler, Recherche Praktisch, ein Handbuch für Ausbildung und Praxis vom List Verlag empfehlen.

Und lass dich dann halt nicht beirren....denn es werden immer noch feste freie Mitarbeiter gesucht und genommen und wenn du gut in deiner Sache bist, hast du auch die Chance als Redakteur übernommen zu werden....
lass dir also nix erzählen.


Gruß
Alex
__________________
Immer locker bleiben Leute !
Alex ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2004, 23:35   #15
christine
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Weder Bernstein noch Woodward waren "Hobby-Journalisten", Alex.

Ich weiß übrigens sehr wohl, wovon ich spreche, denn ich habe auch schon als Lokaljournalistin gearbeitet und oft genug gelesen, was in den Konkurrenzblättern stand. Wenn Du nicht weißt, was ich mit "Hobby-Journalisten" meine, die ihren Namen gern in der Zeitung lesen, solltest Du vielleicht mal wieder einschlägige Lokalzeitungen lesen.

Professionelle Journalisten können es sich auf Dauer nicht leisten, für 20 Cent brutto (und weniger) zu schreiben, weil das einfach nicht wirtschaftlich ist. Davon kann keiner KSK-Beiträge, Berufsunfähigkeitsversicherung usw. usf. finanzieren, zumal davon ja auch noch Steuern abgehen. Lokalzeitungsartikel über Schützenkönige lassen sich in der Regel auch nicht mehrfach verwerten.
Und genau aus diesem Grund lassen sich die freien Mitarbeiter, die für Lokalzeitungen schreiben grob in zwei Gruppen einteilen: Die einen - wie z.B. (Journalistik-)Studenten -, machen das übergangsweise, um Arbeitsproben zu bekommen. Heutzutage sind auch arbeitslose Journalisten dabei, die damit die Zeit überbrücken, bis sie wieder eine Stelle gefunden haben.
Die anderen sind "Hobby-Journalisten", die das nicht zum Einkommenserwerb betreiben, sondern weil es eben eine "schöne Nebenbeschäftigung" ist, weil sie ihren Namen gerne in der Zeitung lesen oder was auch immer. Sie sind in der Regel nicht journalistisch ausgebildet, und sehr oft lesen sich diese Geschichten auch entsprechend. Eben nicht spannend, sondern langweilig. Sie schreiben fürs Protokoll und die (womöglich noch selbst geschossenen) Fotos von grinsenden Wichtigtuern, die aufgereiht dumm herumstehen oder einen Scheck überreichen, sehen auch dementsprechend aus. Und es sind genau diese Leute, die die Honorare kaputt machen, da diese Lokalzeitungen immer genug von ihnen finden, die für ein lächerliches Zeilenhonorar schreiben und Bildchen knipsen (frag mal Bildredakteure und Profi-Fotografen, wie die das finden). Wie gesagt, jene Lokalzeitung in der Nähe von München zahlt pro Zeile fünf Cent brutto.
Statt mich hier also zu rügen, solltet Ihr beide, Alex und Nils, Euch vielleicht mal lieber über die Zeitungen Gedanken machen, die solche lausigen Zeilenhonorare zahlen.

Wenn Haroun momentan davor zurückschreckt, hauptberuflicher Journalist zu werden, weil er weiß, wie schwierig es für Freie derzeit ist, dann sollte man ihm aber fairerweise auch sagen, dass "Journalismus nebenbei" keineswegs lukrativer ist.
Ich vermute auch mal, dass er ohnehin mehr davon träumt, nebenbei etwas fürs Radio oder Fernsehen zu machen, aber das wird er ohne entsprechende Ausbildung nicht machen können. Wenn er das vorher weiß, kann er sich frühzeitig überlegen, ob er sich nicht doch rechtzeitig um die Ausbildung bemüht (es kann eben nicht jeder einfach etwas ins Mikro quatschen wie ihm der Schnabel gewachsen ist oder sich vor eine Kamera stellen).
Aber vielleicht will er ja später auch in die Musik-PR - nur ist es dann fraglich, ob er dennoch Interviews oder Geschichten an Zeitschriften oder Zeitungen verkaufen kann.

@ Haroun: Hast Du denn schon konkrete Vorstellungen, wie das später mal bei Dir laufen soll?
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