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Tagesgeschehen Diskutieren Sie hier das Tagesgeschehen. Wie verhalten sich Journalisten zu dem, was gerade passiert.

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Alt 01.10.2003, 19:06   #1
unbekannter User (Gast)
 
Beiträge: n/a
Standard Offenbar geht es uns immer noch zu gut!?

Für denjenigen, der sich ernsthaft mit der Lage unseres Landes beschäftigen, rückt der komplette System-Absturz in Deutschland mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft und unsere Demokratie immer mehr in greifbare Nähe: ein ökonomischer und gesellschaftlicher Super-GAU, der alles bisherige nach dem Krieg in den Schatten zu stellen vermag.
Ich denke, dass wir die Ursachen kennen, ich gehe auch davon aus, dass immer mehr Menschen dazu in der Lage sind, einen objektiven Ist-Zustand unseres Landes für sich zu ermitteln, denn wir haben keinen Erkenntnis-Notstand, sondern ein eklatantes Defizit an Veränderungs- und Umsetzungsfähigkeiten. Die Ideen für Reformen, die diese Bezeichnung auch verdienen, liegen für jeden greifbar auf dem Tisch. Noch hätte unser Land die innere Kraft, mutige und konsequente Reformen mit dem Risiko überschaubarer Kollateralschäden zu schaffen. Aber die Zeit verrinnt unerbittlich und wir haben nicht mehr viel davon.

Die politischen Parteien haben in verantwortungsloser Weise versagt, sie haben nicht mehr die Kraft und die Kompetenz zu wirklichen Reformen. Statt dessen fummeln sie mit dem Ziel der Machterhaltung aktionistisch mit mehr oder weniger intelligenten Reparatur-Maßnahmen an maroden Systemen herum, um sich über die nächsten Monate und/oder Wahlen zu retten. Dabei vergeuden sie irrsinnige Summen an Geld, Motivation und Vertrauen und reißen uns in ihrem Todeskampf nur noch tiefer in die Krise. In ihrer Not fangen die Politiker jetzt damit an, die Gründe für den Reformstau bei uns Bürgern zu suchen: wir wären für Reformen nicht bereit, wir würden immer nur auf unseren eigenen Nutzen schauen, wir würden reformfreudige Politiker an der Wahlurne abstrafen und arbeitslos machen. Sehr interessant, jetz sind wir die Blöden und Uneinsichtigen. Wir leisten uns den teuersten Staat der Welt, versehen die politischen Macher mit den üppigsten Privilegien und werden jetzt, da die Karre an die Wand fährt, als die Schuldigen an der Misere hingestellt. Unglaublich!

Warum schreibe ich das in dieses Forum? Ich möchte mit allen Nachdruck einen Appell richten an die vielen Forums-Mitglieder, die in ihrer Mehrzahl analytisch oder konzeptionell außerordentlich gute, sehr bedenkenswerte und sehr konstruktive Beiträge schreiben. Ich bitte diese Bürgerinnen und Bürger den so wichtigen nächsten Schritt zu tun, indem sie ihre Anonymität, ihre Unverbindlichkeit hinter sich lassen, indem sie ihre Deckung hinter ihren Bildschirmen und Keyboards verlassen, indem sie ihre individuellen Fähigkeiten, ihr Engagement, ihre Lebenserfahrungen und ihr Herz zum Nutzen unseres gemeinsamen Landes einbringen und sich beispielsweise einer Bürger-Initiative oder ähnlichen Gruppen anschließen.
Was würde dort auf Sie warten? Nun, ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung sagen, dass Sie sich damit etwas antun: Arbeit ohne Ende, Frust, Niederlagen, Enttäuschungen. Sie müssen sich tagtäglich mit politischen Dingen beschäftigen, bei denen sich Ihre Fußnägel aufrollen, die Sie schwer und dunkel machen. Sie laufen zunehmend Gefahr, hin und her gerissen zwischen Zorn, blanken Entsetzen und Euphorie, den berühmten Tunnelblick zu bekommen, Ihr Familienleben wird leiden, weil Sie fortan nur noch Politik im Sinn haben und jeden Besucher in eine politische Debatte ziehen werden.
Aber es gibt auch gute Seiten: kleine und kleinste Erfolge werden Sie motivieren weiterzumachen, Sie spüren mehr und mehr, dass man sich mit Ihren Ideen beschäftigt, Sie werden das schöne Gefühl haben, etwas vernünftiges zu tun und mit anderen an einer großen Idee mitzuwirken. Sie werden Kraft und Zufriedenheit verspüren, die Sie vielleicht vorher noch nicht erlebt haben. Sie werden das Gefühl genießen, dass auch der Einzelne, dass auch ein kleine Gruppe von engagierten Bürgern etwas bewirken kann, denn auch die größten Flüsse entstehen aus einer kleinen, unscheinbaren Quelle.

Ich hatte am vorletzten Montag anläßlich des BDI-Reform-Kongresses in Berlin die Gelegenheit, mich mit meinem "Kollegen", mit Herrn Professor Migel vom BürgerKonvent über die Schlüssel-Frage zu unterhalten, wie Reform-Gruppen in diesem Lande ihre guten Ideen und Konzepte zur Umsetzung bringen können. Bisher haben wir beide noch nicht den Königsweg gefunden, aber eines ist bedenkenswert: bereits 500.000 Menschen mit den richtigen Fähigkeiten, an den richtigen Orten, mit der richtigen Einstellung würden genügen, dieses Land auf absolut demokratischen, seriösen und fundierten Wegen in Richtung Reformen zu drehen und die Versager aus ihren Sesseln heraus in den Ruhestand zu schicken.

Wo sind diese 500.000 Bürgerinnen und Bürger mit Zivilcourage? Ich bin sicher, einige werden auch in diesem Forum sein. An diese richte ich meinen Appell, nicht zuletzt, um uns alle davor zu schützen, dass eines Tages einer aus einer ganz dunklen Ecke auftauchen könnte, der alle diese betrogenen, für dumm verkauften und frustrierten Menschen für seine Ideen vor seinen Wagen spannen könnte. Zwar wiederholt sich die Geschichte nicht, aber auszuschließen ist ein solches Szenario nicht.

Ich bitte Sie, sich diesen Aufruf einmal durch den Kopf gehen zu lassen und sich einen Ruck zu geben.

Herzliche Grüße

Jörg Schülke

[%sig%]
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Alt 05.10.2003, 21:44   #2
unbekannter User (Gast)
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Offenbar geht es uns immer noch zu gut!?

Guten Abend Herr Schülke,
freue mich Ihren Beitrag hier zu finden. Nachdem die geplanten Reformen von links und rechts in ein wahnsinniges Towabohu entglitten sind, scheint sich niemand mehr richtig auzukennen. Auch die journalistischen Beiträge wirken ausgesprochen hilflos und eindeutige persönliche Stellungsnahmen, wo diese mal angebracht wären, wirken allzu vage. Auch hier wäre ein Umdenken erforderlich im dem Sinne, was dem Lande nützt. Etwas Emotionalität bei aller jounalistischen Objektivitätsverpflichtung wäre jetzt eine gute Sache.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Nickel

[%sig%]
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Alt 17.12.2003, 00:49   #3
unbekannter User (Gast)
 
Beiträge: n/a
Standard Uns nicht, aber dem Pack, welches uns regiert.

Als die Sowjetunion sich aufgelösst hat, ging es uns schlechter. Seit Saddam Hussein nicht mehr ist, geht es uns dreckig. Besteht da ein Zusammenhang?

Ich war mal Mitglied in einer Partei. Aus Gewissensgründen konnte ich nicht anders als auszutreten. Beinahe wäre ich Mitglied bei der Konkurrenz geworden. Zum Glück habe ich rechtzeitig die internen Querelen mitbekommen.Nein, die sind auch nichts für mich. Wenn ich Mitglied einer Partei werde, dann bekomme ich beim Eintritt den passenden Maulkorb angelegt. Ich will mein Maul aber aufreissen!

Gegenüber meiner Wohnung liegt, unter einem Dach, Landratsamt und Stadthaus.Eintreten kann man nur mit Gummistiefeln, sonst bleibt man im Parteien-Sumpf stecken. Im Bekanntenkreis wird gemunkelt, dass die Stadt Heppenheim, dieses Jahr nicht in der Lage ist, ihren Angestellten das Dezembergehalt zu zahlen. Ich habe weder ein Dementi noch einen Aufschrei gehört.

Die örtliche Zeitung, Starkenburg Echo, ist ein Anhängsel vom Darmstädter Echo. Im Darmstädter findet man nur Artikel, Meldungen, Bekanntmachungen, die vom Landrat Darmstadt/Dieburg unterzeichnet wurden. Vereine, Selbsthilfegruppen, Betriebsräte haben keine Chance auf Veröffentlichungen.

Wenn ich meine Nachbarn zur nächsten Wahl frage, dann höre ich nur: Die einen darf ich nicht wählen, die anderen will ich nicht wählen, also bleibe ich daheim.

Ich bekenne mich dazu, dass Parteien ausgedient haben. Sie haben sich selbst unmöglich gemacht. Nur der Abschaum wird Mitglied in Pateien. In Parteien ist der Abschaum unter sich. Es ist ein soziales Grundgesetz, dass nur Radfahrer in Parteien aufsteigen können. Dagegen helfen auch Satzungen und Gesetze nicht. Wer die Gesetze macht, braucht sich nicht mehr daran zu halten.

Ich will keine Monarchie und keine Diktatur, aber die Regierungsform in Deutschland, ist für mich bestenfalls noch eine Demokratur.

Dass die Obrigkeit sich in Deutschland nicht mehr an Recht und Gesetz hält, will ich hier nicht im einzelnen darlegen, es reicht, wenn man die Nachrichten verfolgt.

Und da soll ich mich einer Partei anschliessen? Einer Partei von der ich weiss, dass sie nach deutschem Recht eine verbrecherische Organisatzion ist und aufgelössst werden müsste.

Gerne will ich mich überzeugen lassen, dass alle Parteien, die ich mir bisher angesehen habe, schwarze Schafe sind und dass die einzige, die ich bisher übersehen habe für Demokratie eintritt und für unser Wohl. Gerne will ich dieser Partei beitreten und sie auch wählen.Es wird schwer sein, mich zu überzeugen. Ich habe es aufgegeben.

Viele Grüsse von Peter Dambier aus Heppenheim

[%sig%]
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