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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 09.05.2013, 14:03   #1
Jeanne Ann
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Registriert seit: 04.05.2012
Beiträge: 45
Renommee-Modifikator: 9 Jeanne Ann wird positiv eingeschätzt
Standard Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Hallo liebe Mitglieder,

ich weiss seit langem, dass ich Journalistin werden will und arbeite seit vielen Jahren darauf hin durch Studium, Praktika, freie Mitarbeiter etc. und hoffentlich bald ein Volo. Ich versuche nicht allzu naiv an die Sache ranzugehen und bin mir durchaus dessen bewusst, dass die Branche sehr im Wandel ist, ziemlich überlaufen ist und sich nicht dazu eignet, um reich zu werden Trotzdem will ich unbedingt als Journalistin arbeiten (die positiven Aspekte scheinen mir doch zu überwiegen).

Doch immer wieder treffe ich auf Menschen, die total gefrustet sind. Meistens sind das Leute im Alter von über 35, die darüber klagen, dass früher alles besser war und die ihre Berufswahl ehrlich bereuen. Von denen ernte ich auch nur mitleidige Blicke, wenn ich erzähle, dass ich Journalistin werden möchte.

Die einzigen, die sehr enthusiastisch sind und mir sagen, dass sie ihren Job lieben, sind die Jüngeren oder Volontäre. Also, das ist jetzt meine persönliche Erfahrung.

Ich frage mich dann: ist das jugendliche Naivität? Werden die auch mal so gefrustet sein? Bereuen am Ende die meisten doch ihre Berufswahl? Was denkt ihr darüber?

LG
Jeanne

Geändert von Jeanne Ann (09.05.2013 um 14:07 Uhr).
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Alt 09.05.2013, 18:02   #2
Geisteswirtscha
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Registriert seit: 20.11.2012
Beiträge: 14
Renommee-Modifikator: 0 Geisteswirtscha wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Hi Jeanne Ann,

das ist wohl die Frage, die wir uns alle stellen oder stellen sollten...

1. Einerseits ist die Generation 35+ wohl unsicher, da sie nicht so selbstverständlich crossmedial aufgewachsen ist, wie die nachrückenden Journalisten. Ein Vorteil für die Jüngeren, auch wenn sich das wohl weniger in konkreten Arbeitsverhältnissen ausdrücken lässt.

2. Andererseits haben mir im Praktikum immer ältere Redakteure vom Beruf des Journalisten abgeraten. Klar, wenn man seinen Job liebt und gut darin ist, dann findet sich schon irgendwie ein Auskommen. Aber man muss auch sehen, dass man nach dem Studium zuerst ein meist unter Tarif bezahltes Volo bekommt und sich dann meist von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangelt. Wenn ich sehe, dass nur noch 30 Prozent der Jungjournalisten einen festen Arbeitsvertrag haben, dann muss ich schon sagen, dass hier irgendwas schief läuft. http://www.faz.net/aktuell/beruf-cha...-12162566.html

Was ich sagen will: Ich habe mich letztlich gegen den Beruf des Journalisten entschieden. Gerade die Argumente meiner älteren Kollegen waren dabei ausschlaggebend. Zu sehen, dass die Verlage durchaus noch gute Gewinne erzielen und dennoch unter Tarif bezahlen, bzw. ihre Volos als Schüler abstufen, um weniger zahlen zu müssen, dann muss ich sagen. Danke, aber ohne mich.
Am Anfang mögen Zeitverträge bestimmt noch interessant sein (Flexibilität und so). Aber nach 5 Jahren Studium, 2 Jahren Volo und Ende Zwanzig kein Licht zu sehen, ist für ->mich<- keine Alternative.

Grüße

P.s.: Seinen Job bereut hat übrigens kein Einziger (meine Erfahrungen). Allerdings: zu "unseren" Konditionen hätte sich jeder einzelne Ü35-Redakteur die Sache noch einmal überlegt.
__________________
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Geisteswirtscha ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.05.2013, 10:21   #3
julia
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Registriert seit: 03.03.2005
Beiträge: 491
Renommee-Modifikator: 20 julia wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

naja, bereuen ist vllt zu viel gesagt. Denn der Beruf an sich macht ja Spaß - aber die Rahmenbedingungen sind einfach zum Kotzen, auf gut Deutsch. Ich hangel mich grad von befristetem Job als Pauschalistin zu befristetem Job als Pauschalistin, nebenbei noch ganz frei. Und sehe, was da teilweise an Älteren (ab Ende 30) in den Redaktionen hockt, die gerade noch vor der Medienkrise wo untergekommen sind - und die definitiv nicht besser sind als ich, ich bekomm ja auch entsprechende Rückmeldungen. Zudem ist es echt nur ne Frage von Beziehungen/Glück, ob man wo was bekommt. Bei einer Redaktion hatte ich vor Jahren mal angefragt, und bin jetzt erst vor ein paar Monaten reingekommen, weil ich jemanden kennenlernte... die Qualifikation zählt nicht, nur Glück, so mein Eindruck.
Und dann das angesprochene Thema Online. Ich würd da gern mehr machen, aber komme nicht rein, immer mit der Begründung fehlende Erfahrung in einer Tztg-Onlineredaktion. Na toll, sind denn die unter-30-Jährigen schon mit der Fähigkeit zum Online-Redakteur auf die Welt gekommen? Nur weil sie schon früher mit dem Internet zu tun hatten? Bei mir war's halt erst die 11./12. Klasse und nen eigenen Rechner hatte ich erst mit Studienbeginn...
julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2013, 11:24   #4
Miriam86
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Registriert seit: 01.04.2010
Beiträge: 352
Renommee-Modifikator: 14 Miriam86 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Hallo.

Deinen Eindruck kann ich sehr bestätigen. Das liegt m.E. einfach daran, dass jüngere noch nicht so sehr ans Geld und an die Vereinbarkeit von Familie/Beruf denken. In jungen Jahren brennen viele noch voll für ihren Job, irgendwann wechselt das langsam. In den ersten Jahren freut man sich über seine 2000 - 2500 Euro im Monat. Aber irgendwann merkt man, dass das nicht auf Dauer reicht, wenn man noch ein Auto unterhalten muss, wenn man eine Familie gründen möchte, wenn man fürs Alter vorsorgen will... Dann stellt man fest, dass Studienfreunde viel mehr verdienen und man eigentlich genausogut qualifiziert ist. Das Wissen in jungen Jahren hilft nicht, die Realität nachher auszugleichen. Dazu kommt die große Unsicherheit. Wer eine Familie gründen will, braucht i.d.R. doch etwas mehr Sicherheit als den xgsten Ein-Jahres-Vertrag, immer mit der Angst verbunden, in einem Jahr in einer neuen Stadt neu anfangen zu müssen. Genau so ist es mit der Familie: Die meisten fest angestellten Redakteurinnen, die ich kenne, haben einen verbeamteten Mann, viele Lehrer. Das ist oft eine der wenigen Möglichkeiten, als Redakteurin ein Kind zu bekommen. Arbeitszeiten von 10 bis 19 Uhr kollidieren mit Kinderbetreuungszeiten. Halbtagsstellen im Journalismus sind oft 2- oder 3-Tage-Stellen - um 14 Uhr Feierabend machen ist nicht. Gleichzeitig weicht der Idealismus, mit dem Journalismus irgendwas groß verändern zu können.
Ich denke, dass diese Rahmenbedingungen irgendwann den Spaß und die Freude am Job nehmen. Ich bin auch super gerne Journalistin und für mich überwiegen noch die Vorteile (was auch daran liegt, dass ich einen unbefristeten Redakteursvertrag habe und zwar nicht Tarif, aber dennoch ganz in Ordnung verdiene) - aber ich merke, dass ich mir auch zunehmend Gedanken über Alternativen mache.
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2013, 12:14   #5
Jeanne Ann
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Renommee-Modifikator: 9 Jeanne Ann wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Danke für eure Antworten!

Aber ist das nicht vielleicht auch abhängig von den Branche? Wenn ich richtig sehe, dann arbeitet ihr, Miriam und Julia, für die Zeitung. Mein Eindruck ist, dass es gerade da angesichts der Situation von Printmedien schwierig ist, eine gewisse Sicherheit zu haben. Ist das nicht vielleicht bei Radio und TV anders, vor allem da nochmal im Vergleich privat und öffentlich-rechtlich?
Jeanne Ann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2013, 12:37   #6
Jeanne Ann
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Beiträge: 45
Renommee-Modifikator: 9 Jeanne Ann wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Da fällt mir noch ein Aspekt ein: hat denn nicht jeder andere Job seine Vor- und Nachteile? Der eine ist vielleicht sicher und bringt ein gutes Gehalt, langweilt einen aber total? Womit ich nicht sagen will, dass ein Journalist sich nie langweilt War auch nur ein Beispiel, es gibt sicher noch andere Konstellationen. Wahrscheinlich hat jeder Job irgendwann diesen Moment, in dem man desillusioniert wird und sich fragt, ob das wirklich das Richtige ist, oder?
Jeanne Ann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.05.2013, 17:30   #7
Miriam86
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Renommee-Modifikator: 14 Miriam86 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Klar hat das jeder Job - aus verschiedenen Gründen. Sich diesen bei der Berufswahl schon vorher bewusst zu sein, schadet nicht, hilft aber beim Vergleich Illusion - Realität auch nicht so viel. Man wird nicht sein Leben lang den gleichen Enthusiasmus für seinen Job mitbringen.

Ich mache meinen Job gern, keine Frage. Aber ich befasse mich zunehmend mit dem Thema, ob ich für diesen Job bereit bin, den Traum von einer eigenen Familie aufzugeben - und das bin ich nicht. Noch sehe ich keine Möglichkeit, das zu vereinbaren, aber ich hab noch ein wenig Zeit.

Das kann bei Radio und Fernsehen schon etwas anders sein, viel besser ist es aber sicher nicht. Mal abgesehen davon, dass es dort noch schwieriger ist, ein Volo zu bekommen, gibt es auch kaum noch Festanstellungen. Die Freien werden zwar oft besser bezahlt, aber Sicherheit gibts da auch keine. Man muss sich ja nur mal anschauen, wie viele Stellen ARD und ZDF nun streichen müssen... Auch dort wird hart gekämpft.

Neue Stellen gibt es vor allem im Online-Bereich. Der ist aber meist noch viel schlechter bezahlt (außer der FAZ fällt mir keine Redaktion ein, die ihre Onliner den Printern gegenüber gleich bezahlt), die Zuschläge für Sonntage fallen weg, dafür arbeitet man fast jedes Wochenende und die wenigsten bekommen einen unbefristeten Vertrag.
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2013, 12:03   #8
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Standard AW: Seid ihr froh über eure Berufswahl?

Ich bin zunächst einmal mit meiner Berufswahl glücklich. Weil der Sport bei mir ein großer Schwerpunkt ist und ich hier im Norden immer nahe am Profisport dran bin, habe ich zum Teil mein Hobby zum Beruf gemacht. Auch mit meinem Einkommen bin ich zufrieden. Was vielleicht aber auch daran liegt, dass ich nicht nur für Zeitungen sondern z.B. auch für Verbände und andere Institutionen tätig bin. Ob ich den Beruf noch einmal wählen würde? Wenn ich mehr durch Zufall in die Branche gerate, wie es bei mir tatsächlich gewesen ist, würde ich auf jeden Fall zugreifen. Ich weiß aber nicht, ob ich ein langes Studium und danach noch ein Volo machen würde, um in diesem Beruf zu arbeiten.
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