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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 12.08.2012, 02:58   #1
Athene
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Renommee-Modifikator: 0 Athene wird positiv eingeschätzt
Standard Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Hallo Ihr,

ich befinde mich in einem Gedankenkarussel und weiß derzeit nicht genau wie es weitergehen soll. Seit Tagen recherchiere ich und versuche meinen beruflichen Werdegang weiter zu planen und komme einfach nicht weiter...

Wo ich jetzt genau mit meiner Geschichte beginnen soll, weiß ich einfach nicht. Deswegen starte ich am Anfang und hoffe, dass mein Beitrag nicht wegen Überlänge vom Moderator gelöscht wird

2005 habe ich mein Abitur an einem ganz "normalen" Gymnasium absolviert.

Da ich mir sicher war, erst einmal "etwas Praktisches" zu machen, beschloss ich eine Ausbildung zur Werbekauffrau zu absolvieren. Alles hat gut funktioniert. Mein zweites Vorstellungsgespräch hat gefruchtet. Somit begann ich im April 2005 (vor Ausbildungsstart im September 2005) bei einem großen Festival-Veranstalter zu arbeiten. Die Ausbildung dauerte 2,5 Jahre. Ich habe die PR kennengelernt, mich um Kundenkontakte gekümmert, um Partner uvm.

Schnell habe ich gemerkt, dass ich nicht weiterkomme (Jeder möchte in die Branche, viel Arbeit, wenig Geld, keine Aufstiegschancen, Schema F-Arbeit, "einfach nicht so komplett mein Ding" uvm...). Mir hat's nicht gefallen so wie es war.

Mittlerweile bin ich der Meinung, dass wenn ich persönlich eine andere Einstellung gehabt hätte, dort einiges anders gelaufen wäre und ich ggf. der Branche nicht so schnell den Rücken gekehrt hätte.

Jedenfalls war mir klar: Eine neue Ausbildung? - Verschwendete Zeit - Ohne Studium kommste nicht weit! Du brauchst doch Kohle!

Ich hab immer drauf Wert gelegt: Mein Lebenslauf sollte relativ lückenlos sein. Mein Ziel seit 2007: Ich kehre der Werbebranche den Rücken zu. Ich will nichts mehr mit der (damaligen) Zielgruppe zu tun haben und orientiere mich neu - aber so, dass ich die Ausbildung nicht verschenke.

Also bewarb ich mich für einen Studienplatz für Betriebswirtschaft an einer FH (Bachelor of Science) - habe ihn bekommen, im SoSe 2008 begonnen und mit gutem Abschuss im Juli 2011 beendet.

Zudem sei noch erwähnt: Seitdem ich 15 bin habe ich immer gearbeitet - Ich habe jahrelang im Einzelhandel verkauft, Brötchen beim Bäcker gedreht und schlussendlich auch ein Gewerbe neben dem Studium gehabt, um ein paar Kröten zu verdienen im Eventbereich und mit Bürotätigkeiten...

Die große Frage stellte sich also kurz vor dem Studienabschluss wieder: Wohin will ich? Wie geht's jetzt weiter? Nochmal den Master drauf setzen? Neee... wenn du fertig bist gehste ja locker auf die 30 zu... Wer stellt denn eine Frau mit Ende 20 ein...

Somit habe ich mich im Vertrieb beworben und arbeite seit Sommer 2011 dort.

Ein stetiges "Auf und Ab" begleitet meinen Tag. Ich liebe den Kontakt zu Kunden - nicht jeder Kontakt ist die Sonne des Tages - aber dennoch mag ich die Abwechslung und auch die Konfrontation und Herausforderung. Ich arbeite draußen, von zu Hause aus, im Büro - in der Regel um die 50-55 Stunden in der Woche. Das Team ist nett. Ich habe Meetings, präsentiere Produkte, generiere Abschlüsse und verkaufe dabei mich als Person sehr gut (wenn ich das einfach behaupten darf...). Die Kunden nehmen mich an und in dem einen Arbeitsjahr hatte ich bisher nur sehr wenige unangenehme Situationen.
Aus einem "Nichts" habe ich meinen eigenen kleinen Kundenstamm gewonnen. Von Mitarbeitern und Kunden erhalte ich ein positives Feedback... Könnte also eigentlich nicht besser sein als Einstieg oder?

Aber genau dieses "Auf und Ab" sitzt mir seit Wochen im Nacken. Ich mache mir seit etwa 2 Monaten leichte und seit 4 Wochen akute Gedanken darüber, ob es genau das ist was ich möchte.

Die Produkte, die ich im B2B vertreibe, liegen auf 100% gesättigten Märkten und sind relativ simpel - eher schon langweilig und unterliegen harten Preiskämpfen. Die Akquise ist schwierig, die Strukturen komplex, die Provisionen sinken stetig. Die Kunden sind in erster Linie misstrauisch, denn die Branche ist berüchtigt für "Schwarze Schafe", die weder Kundenverständnis noch den Skrupel haben ordentlich und wertschätzend mit Kunden umzugehen.

Ich möchte viel mehr erreichen, kann es jedoch nicht.

Es geht in erster Linie nicht um die "Jagd nach den Scheinen". Es geht um innere Zufriedenheit, sich nicht Abzubrennen und Durchzudrehen.
Wer einmal hier an der Front mitgekämpft hat, kennt das.

Nun ja: Branche wechseln? - Nein! Ich möchte mich verändern und mich dem widmen, was ich schon seit jeher gerne getan habe.

Daher steht für mich fest: Der Vertrieb ist in absehbarer Zeit passé.

Die Intention "ich-möchte-gerne-was-mit-Medien-machen", mit der ich meine Ausbildung begonnen habe, ist schon lange abgelegt und der Realität gewichen.

Vielmehr geht es darum, micht selbst zu verwirklichen und meine mir bewussten Fähigkeiten weiterhin gut einzusetzen: Meine offene, authentische und persönliche Art, Berichte zu schreiben, Kreativität ausleben zu können und nicht verkümmern zu lassen, mich zu Organisieren und selbstständig zu arbeiten, analytisch und zielstrebig Themen zu bearbeiten und mich intensiv damit befassen, unterwegs zu sein und viele Menschen und Schicksale kennenzulernen, zu recherchieren und auch liebend gerne irgendwann selbst vor der Kamera zu agieren...

Nun: Alles ein Wunschtraum? Wie kriege es raus?

Ich werde 27 und habe das Gefühl noch nicht ansatzweise in der Richtung angekommen zu sein, wo ich hin will.

Letztendlich bin ich durch einen Kontakt, der selbst beim Fernsehen arbeitet dann auch auf die Möglichkeit eines TV-Volontariates aufmerksam gemacht worden. Es beschäftigt mich seitdem sehr. Ich informiere mich im Internet. Schlauer bin ich jetzt nicht. Eher verwirrt! Treffe auf verschiedene Journalistenschulen von WDR und RTL, Fern-Unis, Seminare, Vollzeit-Master-Studiengänge uvm.

Die Voraussetzung für viele Volontariate sind Praktika und Erfahrungen in dem Bereich. Bis auf ein Praktikum beim Radio, das ich 2004 für 2 Wochen gemacht habe, kann ich in dem Bereich gar nichts vorweisen. Oder zählt meine Ausbildung auch dazu? Ebensowenig habe ich bisher richtige redaktionelle Texte verfasst, recherchiert oder moderiert.
Ich wüsste ja noch nicht einmal wie ich manche Aufnahmeprüfungen von den Journalistenschulen angehen sollte.

Kurz um: Ich benötige einen Rat von Euch!

Was kann ich jetzt tun? Was würdet Ihr in meiner Lage tun?
Wie sind meine jetzigen Chancen und wie könnte ich aktiv meine Chancen verbessern im journalistischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen?

Bei Fragen, einfach fragen!
Ich freue mich über Eure Antworten.

Viele Grüße
Athene
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Alt 12.08.2012, 16:40   #2
Athene
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

So viele Klicks und keine Comments...

Nochmal eine konkrete Frage, da ich ja bereits hier alle Threads durchackere:

Die Frage eines Praktikums stellt sich. Am liebsten beim TV oder Radio - Print (Zeitung, Verlag ist natürlich auch denkbar, aber steht erst danach auf meiner Weihnachtsgeschenke-Liste).

Wieviele Monate sind sinnvoll? Welche Entlohnung kann ich für ein Praktikum verlangen bzw. kann ich erhalten? (Schließlich gehe ich nicht als Schüler in dieses Praktikum sondern als "fertige Arbeitskraft" ohne bisherigen richtigen Bezug zum Journalismus)....
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Alt 13.08.2012, 00:04   #3
Athene
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Und noch was: Mich würde interessieren wie die Quereinsteiger unter Euch es geschafft haben Fuß in der Branche zu fassen...Was habt ihr gemacht und in welcher Branche? Welche Qualifikationen habt ihr?

Ich hoffe einfach mal auf antworten... Ist mein Text zu lang oder zu spezifisch oder steht mein Thema in der Form schon irgendwo?

VLG
Athene
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Alt 13.08.2012, 00:27   #4
christine
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Generell dürfte es schwierig sein, ohne Studi-Status ein Praktikum zu bekommen, da kein Medienhaus oder Sender die Neigung verspürt, für eine Praktikantin oder einen Praktikanten Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen.

Davon abgesehen verlangen die meisten Sender, dass man zuvor schon Praktika im Print absolviert hat und journalistische Vorerfahrungen vorweisen kann.

Was die Bezahlung angeht: Viele Sender und Produktionsgesellschaften zahlen gar nichts oder nur eine Aufwandentschädigung. Die Frage "wie viel kann ich verlangen" stellt sich daher meistens gar nicht, man kann eher froh sein, wenn man überhaupt etwas bekommt.
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Alt 13.08.2012, 12:44   #5
Miriam86
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Ich stimme Christine absolut zu, das wird hart.

In der Regel fängt man mit einem Praktikum bei ner Lokalzeitung an, wird wenn es gut läuft als Freier übernommen und bewirbt sich dann bei Radio / TV. Die meisten Nachwuchsjournalisten haben in alle Bereiche reingeschnuppert und so Erfahrungen gesammelt, wo genau so hinwollen. Bezahlt wird meist nichts, ich hatte in zwei Praktika Aufwandsentschädigungen, die nicht einmal die doppelte Miete gedeckt haben, und bei zwei Praktika habe ich immerhin Zeilengeld bekommen (aber das ist auch nicht so viel).

Jetzt mit Journalistenschulen oder Volos zu liebäugeln, ist sehr naiv. Du müsstest quasi von vorn anfangen. Das machen, was andere mit Anfang 20 während ihres Studiums an Erfahrung sammeln. Und wie Christine auch sagte, ist es schwierig, nach dem Studium ein Praktikum zu finden.

Überleg dir gut, ob du dir das alles antun willst. Dass du ne Ausbildung hast und Berufserfahrung in nem anderen Bereich bringt dir bei nem journalistischen Praktikum was das Geld angeht, nichts. Wäre nett, wenn es was bringen würde, aber damit zu rechnen, halte ich für naiv.

Es gab vor nicht allzu langer Zeit ne Studie, dass 70 Prozent der Journalisten in den ersten zwei hauptberuflichen Jahren Beruf und Branche wechseln, weil die Aussichten so schlecht sind. Die, die da wechseln, haben zumeist mehr und früher Erfahrung als du. Wenn du dir das bewusst machst und den Weg dennoch gehen möchtest, dann mach es, dann stehst du voll dahinter. Aber du solltest einen Plan B haben, falls es nicht klappt.
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2012, 17:06   #6
Athene
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Hi ihr Beiden,

ich danke Euch auf jeden Fall für Eure Antworten und hoffe damit auf eine intensive Diskussion

Bezahlung hin oder her...davon erst einmal abgesehen. Ich sehe ein, dass der Arbeitsmarkt überflutet ist und genau wie in die Werbebranche viele Menschen möchten und damit die "Preise" kaputt machen (das doofe Gesetz von Angebot und Nachfrage eben...).

Die Frage ist jedoch: Wie fasst man als Quereinsteiger einen Fuß?
Naiv ist, wenn Jemand mit einem Hauptschulabschluss im Journalismus Fuß fassen möchte und es nicht einmal schafft einen grammatikalisch richtigen Satz hinzubiegen.

Damit möchte ich mich nicht zu den Überfliegern zählen. Dennoch bin ich eine fertig ausgebildete Akademikerin mit Berufsausbildung in der Werbebranche (PR, Veranstaltungen, Kundenkontakt) und einem Jahr Berufserfahrung (also auch noch ganz frisch!).

Ich denke mit meinem lückenlosen Lebenslauf, guten Zeugnissen, Vielfältigkeit (!) meiner Tätigkeiten bisher und praktischen Erfahrungen im kaufmännischen Bereich sollte es anders beschrieben werden - aber nicht naiv.

Das was mir fehlt zu einem Volo bspw. sind doch genau diese 2-3 Praktika und das Knowhow in einer Redaktion selbst (wie bereits gesagt zähle ich mein kurzes Schülerpraktikum von 2004 beim lokalen Radiosender nicht dazu).

Wie hier im Forum geschrieben wird, gibt's einfach nicht DEN Weg dahin. Es gibt User, die schreiben, dass Sie auch etwas ganz anderes gemacht haben und dann einen Quereinstieg -> WIE?!

Fakt ist: Ich bin "fertig" und möchte in den Journalismus (primär: TV-Journalismus/ Reportage/ Moderation). Habe Ahnung von Wirtschaft, Kommunikation, besitze (großkotzig gesagt) eine gewisse emotionale Intelligenz, arbeite und gliedere mich sehr schnell ein in Teams/ Arbeitsbedingungen, Eigenständigkeit, selbstverantwortlich...

Das was mir fehlt ist die richtige praktische Erfahrung in Redaktionen, Arbeitsproben und praktisches Handwerkszeugs.

Das was ich natürlich an Erfahrung in der Werbebranche wie Korrekturlesen von Texten usw. gemacht habe, zählt wohl nicht?

Für mich stellt sich auch immer wieder die Frage: In anderen Ausbildungsberufen ist es doch auch nicht so? Wie kann es sein, dass für einen noch nicht einmal fest (staatlich?) anerkannten Beruf solche allgemeingültigen Regeln gesetzt werden oder ist es genau deswegen: um die Spreu vom Weizen zu trennen?

Nun besteht also der einzige Unterschied darin, dass Mitstreiter in dem Berufszweig "Redakteur" Vorkenntnisse haben... Und deswegen wird mir die Chance verwehrt, obwohl ich sonst die Voraussetzungen erfülle und womöglich gut geeignet dafür wäre? Vielleicht sehe ich das auch falsch... Klärt mich auf!

Wäre es möglich direkt als freie Mitarbeiterin neben der Arbeit anzufangen - beim TV oder einer Radioredaktion um dann eben die Chance auf ein Volo zu erhöhen?

Freue mich auf Antworten!

Viele Grüße
Athene
Athene ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2012, 17:42   #7
Miriam86
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Renommee-Modifikator: 13 Miriam86 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Ich habe nicht gesagt, dass du naiv bist, sondern dass ich es für naiv halte, die Berufserfahrung aus einer anderen Branche auf den Journalismus zu übertragen und deshalb bei Praktika Gehaltsverhandlungen zu führen. Du hast einen tollen Weg, du hast einen lückenlosen Lebenslauf - aber das sind nicht primär die Dinge, die im Journalismus zählen. Arbeitsproben und Praktikumszeugnisse sind da wichtig.

Klar gibt es Quereinsteiger, aber die arbeiten in aller Regel freiberuflich, einige haben auch kein Volo gemacht, und die wenigsten freiberuflichen Journalisten machen nur Journalismus. Viele haben ein relativ festes Einkommen durch PR, Newsletter für Firmen etc, und verdienen sich mit dem Journalismus etwas dazu.

Du kannst gern mal versuchen, nebenbei journalistisch zu arbeiten. Erstens muss dein Arbeitgeber dem aber zustimmen. Und zweitens werden die wenigsten Fernseh-/Radiosender jemanden ohne jegliche Erfahrung in dem Gebiet nehmen. Würdest du als Arbeitgeber jemanden nehmen, der null Erfahrung auf einem Gebiet hat, der gleichzeitig auch noch finanzielle Ansprüche stellt, wenn du noch zehn Bewerber hast, die fünf Jahre Erfahrung haben? Du kannst nicht einmal Arbeits- oder Textproben mitschicken, das ist selbst bei Praktika inzwischen fast immer gefordert. Es wird wahrscheinlich ohne Praktikum bei Lokalzeitung (da fangen einfach fast alle an...) einfach nichts werden.

Und ich glaube, dass man es sich mit "mir fehlen zwei, drei Praktika" zu einfach macht. Die meisten mit gutem Volo haben nicht nur zwei, sondern deutlich mehr Praktika gemacht. Sie haben jahrelange freie Mitarbeit vorzuweisen, in verschiedenen Medien, und suchen trotzdem ewig für ein gutes Volo. Selbst im Volo: Die wenigsten zahlen noch nach Tarif, richtig gute Volos sind richtig richtig selten. Da kämpfst du gegen 23-/25-Jährige, die seit zehn Jahren einen Berufswunsch haben und diesen Weg ganz ganz straight gehen. Haller hat mal ausgerechnet, dass auf 600 fertige Redakteure, die gerade aus dem Volo oder von der Journalistenschule kommen, eine Redakteursstelle kommt...

Das mit den verschiedenen Wegen ist richtig. Aber da geht es eher darum, welches Studienfach und bei welchen Medien Praktika, ob Volo oder Journalistenschule usw.
Miriam86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2012, 21:45   #8
Jeanne Ann
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Renommee-Modifikator: 8 Jeanne Ann wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Hallo Athene,

ich stimme Miriam86 zu, leider. Wenn man von Außen kommt, kann man sich kaum vorstellen, wie schwierig es ist im Journalismus Fuß zu fassen. Gerade die Bewerber für Volos beim Rundfunk bringen extrem viel mit, langjährige freie Mitarbeit, viele Praktika, riesiges Allgemeinwissen, ein Studium ist sowieso selbstverständlich...die Konkurrenz ist hart. Ich glaube, früher war die Situation etwas anders. Ich arbeite in einer Redaktion und habe viele festangestellte Redakteure nach ihrem Werdegang gefragt. Viele sind durch eine freie Mitarbeit reingerutscht. Wenn ich dann die jungen Leute in meinem Alter sehe (Mitte zwanzig), die trotz Praktika und Mitarbeit um einen Voloplatz kämpfen, dann finde ich das schon ungerecht. Aber so ist das.

Ich fürchte, die Redaktionen werden nicht so viel Wert auf das legen, was du mitbringst - einfach weil es (fast) nichts mit Journalismus zu tun hat. Du hast recht, in anderen Berufen ist das nicht so. Im Journalismus schon.

Ohne dich wirklich zu kennen, scheint mir beim Lesen deines Beitrags, dass du nicht so recht weisst, was wo du arbeiten möchtest. Bist du dir sicher, dass es der Journalismus sein soll? Oder kann es sein, dass das am Ende wieder nicht so das Richtige sein wird? Ich mein das nicht böse und kann es verstehen, dass es schwer ist, den richtigen Beruf zu finden. Du hast schon einen super Job - kannst du nicht dort durch Weiterbildungen etc. ausleben, was dir fehlt? Miriam hat recht, dass viele angehende Journalisten schon von Anfang an an ihrem Traum basteln. Manchmal gibt es bei Volos auch Altersbeschränkungen bis 30. Das solltest du dir klar machen.

Ich will dir nicht deinen "Traum kaputtmachen" und natürlich kann es sein, dass alles gut läuft. Wenn du dich dafür entschließt, dann wünsche ich dir das auf jeden Fall!

Grüße,
Jeanne
Jeanne Ann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2012, 23:16   #9
Athene
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Renommee-Modifikator: 0 Athene wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Hi Ihr,

tja... da werdet Ihr wohl Recht haben. Das ist wie in der Werbebranche. Alles total überlaufen und jeder prostituiert sich für nen Appel und'n Ei. Ist halt so

Ich möchte primär in die Fernsehwelt -> Fernsehredaktion.
Dort arbeiten, zu recherchieren, zu schreiben, interviewen / Interviews vorbereiten, moderieren. Gerne auf der Dokumentarebene (Dokumentarfilme o.ä.), Nachrichtenredaktion etc.

Und da habt ihr Recht: Ich bringe nichts vom Journalismus mit.

Dass mein jetziger Arbeitgeber das toleriert weiß ich. Das ist kein Problem. Die Arbeitsproben stellen natürlich eine Herausforderung. Ich habe ja nichts. Habe ich auch so geschrieben... Das ist ja die Frage:

Haste keine Wohnung, haste keine Arbeit // Haste keine Arbeit, haste keine Wohnung....

Keine Arbeitsproben = kein Volo, Praktikum // Kein Volo = keine Arbeitsproben!

Ich suche einen Weg dieser beschissenen Situation zu entkommen!
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Alt 15.08.2012, 10:03   #10
Jeanne Ann
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Renommee-Modifikator: 8 Jeanne Ann wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Hallo Athene,

fang doch einfach mal damit an, Praktikumsbewerbungen zu versenden und zwar überallhin. Angefangen bei der Lokalzeitung, über (Lokal-)radio bis zu TV. Bewirb dich nicht unbedingt auf ausgeschriebene Stellen, sondern initiativ. Ich habe das bisher immer so gemacht und viele Praktika absolvieren können. Schau mal, wo du was kriegst. Da kannst du noch nichts falsch machen. Wenn du deine Praktika machst, kannst du sehen, ob es dir wirklich gefällt und auch mit den Leuten über ihren Werdegang reden.

Du willst unbedingt ins Fernsehen...ich glaube, dass es bei den Privaten etwas leichter ist ein Volo zu bekommen. Ich meine, dass da die Kriterien auch nicht so streng sind wie bei den Öffentlich-Rechtlichen, auch was das Alter angeht und die Vorgeschichte. Außerdem gibts auch einfach mehr private Programme.

LG
Jeanne
Jeanne Ann ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2012, 11:20   #11
Miriam86
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Die ersten Arbeitsproben kriegt man bei nem kleinere Praktikum. Wenn du wirklich wechseln willst, dann musst du den Weg wohl gehen, die Frage ist, wie du dir das finanzierst, weil es dafür maximal ein paar hunderter Zeilengeld gibt. Und wie Christine sagte, solltest du beachten, dass du es ohne Studi-Status schwerer hast, ein Praktikum zu bekommen.

Ich an deiner Stelle würde einfach mal bei der kleinen Lokalzeitung vor Ort nachfragen, ob du dort frei (also neben deinem Job) arbeiten kannst. Das ist wahrscheinlich am besten mit deiner Arbeit zu vereinen. Dann hast du halt ne Sieben-Tage-Woche und auch abends Termine. So sammelst du aber erste Erfahrung, mit der du dich weiter bewerben kannst.

Es prostituiert sich übrigens nicht jeder zu jeder Zeit Ne gewisse Anzahl Praktika und dann sollte es zumindest bei mir auch schon was ordentliches sein. Selbst die Volos sind häufig nicht mehr nach Tarif bezahlt, bei mir war es allerdings so. Ich arbeite seit ich 14 bin darauf hin, Journalistin zu werden (Praktika, freie Mitarbeit, ehrenamtliches Onlinemagazin), ich hab mir nach dem Studium fünf Jahre gegeben, mich zu etablieren, ansonsten hätte ich die Branche gewechselt. Für 2300-2700 brutto auf Dauer (das sind so die verbreiteten Einstiegsgehälter) wäre ich nicht bereit gewesen zu arbeiten. Und viele andere auch nicht, das sieht man an den hohen Wechsel-Zahlen in andere Jobs. Bei mir kam es dazu zum Glück nicht.
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Alt 16.08.2012, 10:39   #12
Reporterin
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Standard AW: Mein persönlicher Bericht: Was nun? Ausbildung, Studium, Arbeiten und jetzt doch Volo?

Ich sehe eher das Problem darin, dass es bei dir mit der Disziplin ein wenig hapert. Du bleibst nicht sehr lange bei einer Arbeit bzw. jede Arbeit wird dir relativ schnell langweilig. Deshalb bezweifle ich, dass du im Journalismus glücklicher wirst. Ich glaube, es ist völlig egal, in welcher Branche du anfängst zu arbeiten, du wirst immer wieder das selbe Problem haben.
Mit 30 sollte man andererseits aber schon etwas reifer sein.
Vorschlagen würde ich eher, dass du dir einmal klar machst, warum du so wetterwendisch bist.
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Alt 16.08.2012, 21:22   #13
christine
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Ich sehe das Problem eher darin, dass Athene wahrscheinlich den Journalismus etwas verklärt. Denn einiges von dem, was sie an ihren bisherigen Berufen und Jobs störte, trifft durchaus auch auf den Journalistenberuf zu.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.08.2012, 21:28   #14
Athene
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Huhu, erstmal danke für Eure Antworten.

Den Einstieg werde ich einfach mal suchen. Finanziell gesehen sollte es derzeit kein Problem darstellen. So wie es aussieht werde ich auch versuchen Lokal etwas zu machen. Da ich aufgrund meines Jobs vor 1,5 Jahren umgezogen bin und hier das Umfeld noch nicht so gut kenne, sehe ich es als Herausforderung - die aber zu bewältigen sein sollte...

Dass es bei mir an der Disziplin hapert glaube ich eher nicht. Ich bin bisher zielstrebig durch mein Leben gegangen ohne arbeitslos zu sein seit meinem 14. Lebensjahr (7 Jahre lang den gleichen Nebenjob, später kaufm. Nebengewerbe). Habe eine kaufmännische Ausbildung und ein Aufbaustudium. Strikt gesehen bin ich seit 15 Jahren im Vertrieb/Verkauf.

Wie kommst Du darauf dass ich dauernd gewechselt habe?

Das ich mit 19 noch nicht wusste wohin die Reise genau führt, ist eigentlich nicht unüblich und hat nichts mit Disziplin zu tun. Wer kann das schon sagen in dieser Arbeitswelt? Wir arbeiten nicht mehr unser ganzes Leben im Tante Emma-Laden um die Ecke...

Wenn Jemand schon mit 13 den Traum hat einen bestimmten Beruf zu erlernen (obwohl er nicht weiß was hinter der Fassade steckt und zu 90% nicht beurteilen kann, was von ihm gefordert wird) Hut ab! Ich wollte immer Prinzessin werden...
Ganz im Gegenteil. Ich habe lange viel geknüppelt und Geld verdient (nicht erst nach dem Studium!).

Zudem: ich werde erst 27...oO... Also ich bin noch 26! .... Nicht gut gelesen, Reporterin .

Aber du hast Recht: Wer weiß ob dieser Job richtig für mich ist?
Ich glaube es spielen noch ein paar andere Faktoren eine Rolle - was u.a. auch mit meinem derzeitigen Wohnort zu hat.

Mit den Jahren konnte ich bzw. Externe herausfinden welche Dinge mir liegen, welche Fähigkeiten und "Defizite" ich habe. Aufgrunddessen kam ich eben auf diese Idee (auch nach einem Gespräch mit einem Bekannten in der Fernsehwelt).

Es kann auch sehr gut sein, dass ich im Vertrieb sehr gut aufgehoben bin, nur nicht in dieser Branche, in der ich jetzt arbeite.

VLG
Athene
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Alt 16.08.2012, 21:45   #15
Athene
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Hi Christine,

was meinst du genau?

Ich kann dir eigentlich sagen, was mich an meinem Job derzeit stört und was ich gut finde:

pro
- viel Kontakt mit Menschen, Kunden, Interessierten
- Meetings, Präsentationen
- Eigenständigkeit, Unterwegs sein, Selbstorganisation
- arbeiten im Team bzw. mit Menschen, die mir zuarbeiten (assistieren)
- Meine Meinung ist dem Chef wichtig (hält viel von meinen Leistungen, spornt an und überlegt Strategisches mit mir)
- viel funktioniert auf Beziehungsebene. Generell komme ich mit vielen unterschiedlichen Menschen klar, kann mich gut an Situationen anpassen und finde Themen, bei denen sich mir fremde Menschen relativ zügig öffnen
- viele Freiheiten etwas zu tun

contra
- 100% gesättigte Märkte mit krassem Verdrängungsfaktor im Marktanteil
- Branche ist überlastet von schwarzen Schafen
- wenig Kreativität
- kein Investitionsgeschäft oder Branche, die mich persönlich auch interessiert (hab gedacht das wär nicht wichtig, aber im Endeffekt trägts schon für mich bei)
- Akquise ist hart, viele Rückschläge (s.o.), viel Knüppeln (Kaltakquise) -> die Unternehmen sind von den Themen überflutet...
- meine Qualifikation wird manchmal von den Kunden verkannt bzw. werde ich erst von Kunden ernst genommen, wenn ich erkläre wer ich bin und was ich kann (Reden auf gleicher Ebene, z.B. bei Logistikunternehmen, da ich u.a. auch Logistik als Nebenfach im Studium hatte und bei Themen durchaus mitreden kann...). Zumindest habe ich das Gefühl
- vom Intellekt her keine Herausforderung
- getrieben von Zahlen (eher ein kleinerer Minuspunkt, aber dennoch werden bei manchen verlorenen Geschäften nicht auf die Hintergründe geachtet, auf die ich oftmals keinen Einfluss habe).

Das wars jetzt mal grob...

LG Athene
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