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Volontariat - Studium - Praktikum - Ausbildung Alles rund um die Ausbildung in den Medienberufen. Volontariat, Studium der Journalistik & Kommunikationswissenschaft, Praktikum

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Alt 28.11.2007, 12:01   #1
Firefly
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Renommee-Modifikator: 0 Firefly wird positiv eingeschätzt
Standard Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Hallo liebe Experten,

ich habe hier in den FAQs gelesen, dass es Menschen die "älter" sind kaum noch Chancen haben ein Volontariat zu bekommen.
Was mich nun interessiert, welche Alternativen für einen Berufsstieg gibt es für Betroffene (d. h. Studium erst spät begonnen)?

Danke für sachliche Vorschläge!
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Alt 28.11.2007, 20:34   #2
christine
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Renommee-Modifikator: 35 christine hat zahlreiche positive Bewertungen erhalten
Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Wie alt bist Du jetzt und wie weit mit Deinem Studium?

Alternativen: Aufbaustudiengang Journalistik (wird je nach Uni von den Medienunternehmen als einem Volo gleichwertig anerkannt); private Weiterbildung z.B. an der ABP, am ifp, Haus Busch, Andreas-Hermes-Akademie.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2007, 11:13   #3
Firefly
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Renommee-Modifikator: 0 Firefly wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Hallo Christine,

die betreffende Person hat erst mit Anfang 30 ein Studium begonnen (vorher im Ausbildungsberuf kaufmännischen Bereich gearbeitet) und wird wohl mit 35 fertig sein. Durch einen Nebenjob, um das Studium zu finanzieren, außerdem wenig Praxiserfahrung.
Ist mit Aufbaustudiengang ein Master gemeint oder gibt es da noch was anderes?

Grüße,
Firefly
Firefly ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2007, 20:18   #4
christine
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Renommee-Modifikator: 35 christine hat zahlreiche positive Bewertungen erhalten
Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Die Journalistik-Aufbaustudiengänge sind heute in der Regel schon auf Master umgestellt (und gebührenpflichtig).

Mit 35 wirst Du kaum noch ein Volo bekommen, selbst bei den Redakteursstellen könnte es schon knapp werden. Wenn Du Dich also nicht mit dem Gedanken anfreunden kannst, später als freier Journalist zu arbeiten und zu leben (immerhin bringst Du kaufmännisches Know-how mit), solltest Du Dir das mit dem Berufswunsch Journalist nochmals gut überlegen.

Was studierst Du denn?

Wenn Du aber bei dem Berufswunsch bleibst, dann ist es m.E. in Deiner Situation am sinnvollsten, wenn Du Dich schon während des Studiums um Deine journalistische Ausbildung kümmerst. Für die studienbegleitende Journalistenausbildung am ifp bist Du leider zu alt (Altersgrenze liegt bei 28 Jahren, außerdem muss man katholisch sein), wie es in der Hinsicht bei der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung weiß ich nicht. (Aber das lässt sich ja durch eine Bewerbung herausfinden.)

Außerdem gibt es noch die Seminarangebote von der ABP, BJS, ifp, Andreas-Hermes-Akademie, Haus Busch usw. usf. Die kosten Geld, aber das solltest Du schon investieren, denn allein durch Praktika und freie Mitarbeit wirst Du das journalistische Handwerk nicht so lernen, dass Du nach Deinem Examen eine vernünftige Basis für den Berufsstart hast. Und an Deiner Stelle würde ich mich dabei nicht auf Print beschränken.

Um Praktika und freie Mitarbeit solltest Du Dich ganz schnell kümmern, teilweise gelten für Praktika auch Altersgrenzen. Und dann sieh zu, dass Du Geld mit journalistischen Jobs für Dein Studium verdienst.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 14:38   #5
Iris68
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Renommee-Modifikator: 13 Iris68 wird positiv eingeschätzt
Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Hier mal ein ganz, ganz dickes Lob an unsere Obrigkeit. Standing Ovations: Ihr habt es wunderbar verstanden, Studierende auf der richtigen Spur zu halten...

Während STERN, SPIEGEL und andere Medien übers 40-jährige Jubiläum von „1968” berichten, raten junge Frauen (auch noch Journalistinnen?????) zur Journalisten-Ausbildung beim ifp (ausgerechnet 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet)...

...bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei der Andreas-Hermes-Akademie („Wir wollen mit unserer Weiterbildungsarbeit Menschen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum personale, fachliche, soziale und methodische Kompetenzen vermitteln. In Zusammenarbeit mit der CMA unterstützen wir... ”), etc.

Da wundert es überhaupt nicht, dass Journalisten weiter unten in diesem Forum (unter „Karriere & Büro”) die Spielzeug-„Carrera”-Autos tauschen, die sie wie kleine Kinder bei einem Presse-Event von DaimlerChrysler und Carrera geschenkt bekommen haben.

Ich sehe überhaupt keinen Grund dafür, warum ALLE Journalisten durch die Obrigkeits-Mühle gegangen sein müssen. Staatliche Universitäten, Kirchen, Verbände, Praktika- und Volo-Anbieter (mit Ausnahmen) -- das ist letztlich immer der gleiche Verein.

So habe ich die Kirchen (egal welche der 2 großen in Deutschland tolerierten und finanziell geförderten Konfessionen) nie so journalistenfreundlich erlebt, dass ich was von denen lernen wollte.

Und dass Schweinefleisch super gesund ist und sich Käfighühner sauwohl fühlen, das weiß ich auch so -- da muss ich nicht erst bei einem CMA-Bruderverein studieren.

Ein 35-jähriger kann zum Beispiel ein gesuchter Experte sein für Macintosh-Computer, für Sportwagen, für Kosmetik, für Gartenbau, für alles Mögliche... der MUSS nicht in jedem Fall zum Suchtmittel Praktikum oder Volontariat greifen.

Gerade las ich einen Artikel über die beste Finanzierung meiner nächsten Eigentums-Wohnung. Ich weiß, dass die Autorin nie irgendein Praktikum oder ein Volontariat gemacht hat. Sie hat vor ihrer journalistischen Arbeit viele Jahre lang als Maklerin gearbeitet.

Und den Artikel über Siamkatzen, den ich jetzt dann lese, hat eine langjährige Katzenzüchterin geschrieben. Ich weiß, dass die ebenfalls nie ein Praktikum oder so etwas ähnliches gemacht hat. Die Kollegin schreibt einfach über das, was sie versteht -- was man von vielen „gelernten” Journalisten ja nicht behaupten kann. Und als Katzenfreundin lese ich das einfach unendlich gerne. Und darum ist sie für mich eine gute Journalistin, Punkt.

Übrigens: Wenn’s stimmt, dass von 600 studierten Journalismus-Aspiranten nur einer eine feste Anstellung bekommt, warum müssen dann alle 600 den gleichen Weg gehen?

Was also mit Firefly tun? Ganz einfach: Mut machen! Such Dir Dein absolutes Fachgebiet. Lies alle Medien dazu. Bewirb Dich als Fester, Freier -- egal wie. Gründe gleich auch eine Web-Site zu Deinem Fachgebiet. Schreib’ und verkauf’ dazu ein E-Book, präsentiere Dich als Fachkraft auf Deinem Gebiet.

Werde Journalist, es ist ein freier Beruf.

Ich glaube, mit dieser Vorgehensweise kommst Du schneller ans Ziel als über die nervige Herumstudiererei und Praktikanten-Anbiederung.

Auf Deinem Fachgebiet recherchierst Du wahrscheinlich schon jetzt besser als jeder Diplom-Journalist oder Ex-Volontär. Und das Schreiben lernst Du durch Übung mit sehr guten Beispielen als Vorlage.

PS: Schau’ mal unter Wikipedia nach, welche Ausbildung Chefredakteure von Kai Diekmann (BILD) bis Stefan Aust (SPIEGEL) haben.

PPS: Wenn schon Praktikum, dann empfehle ich (leider) vielen meiner jungen Kolleginnen ein Praktikum bei „emma” -- z.B. statt Studium bei hochwürdigen Herren, egal welcher Art.
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 15:37   #6
christine
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Renommee-Modifikator: 35 christine hat zahlreiche positive Bewertungen erhalten
Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Ich habe keine der genannten Akademien explizit empfohlen, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass es diese Angebote gibt. Und nur weil DU nichts von denen lernen willst, muss das nicht für Firefly gelten. In seinem Alter kann er die Seminarangebote und Referenten sicherlich selbst einschätzen und wird unschwer feststellen, dass die Referenten nicht bei den konfessionellen Akademien angestellt, sondern auch für andere tätig sind.

Im Übrigen bin ich keine so ganz junge Frau mehr, sondern habe womöglich mehr Berufserfahrung als Du. Daher kann ich auch überblicken, dass die Quereinsteiger-Nummer mittlerweile nicht mehr funktioniert.

Diekmann ist übrigens keiner, sondern Absolvent der Axel-Springer-Journalistenschule. Aber vielleicht meintest Du auch, Firefly sollte sich ein Beispiel an etwas ganz anderes nehmen und wie Diekmann Mitglied bei der Burschenschaft Franconia nehmen. Die gehört der Burschenschaftlichen Gemeinschaft an, gern erinnert die an ihre "Grundsätze und Beschlüsse des 19. Oktobers, die das Denken der Burschenschaft seit der Gründung bestimmen". Dazu zählen staatliche, wirtschaftliche und kirchliche Einheit und die verfassungsmäßige Erbmonarchie. Die Franconia zu Erlangen ist einer der fünf Burschenschaften, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Tendenzen und Aktivitäten überwacht werden.

Und weil Du gerade den 35-jährigen Computerexperten ansprichst: Ich hatte schon einmal zwei Jahre lang das zweifelhafte Vergnügen, regelmäßig Artikel und Kolumnen von einem der bekanntesten deutschen Computerexperten zu redigieren. Diesen Texten war deutlich anzumerken, dass derjenige keine journalistische Ausbildung genossen hatte, sondern Quereinsteiger war. Das war schon jedesmal Arbeit, die in eine lesbare Form zu bringen.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 18:38   #7
Iris68
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

So, und was bedeutet dann dieser Satz hier:

“Außerdem gibt es noch die Seminarangebote von der ABP, BJS, ifp, Andreas-Hermes-Akademie, Haus Busch usw. usf. Die kosten Geld, aber das solltest Du schon investieren, ... ”

Ist das nun EMPFOHLEN oder nicht? Ich meine, das ist empfohlen.

Bei dem Satz hier...

„Im Übrigen bin ich keine so ganz junge Frau mehr, sondern habe womöglich mehr Berufserfahrung als Du. Daher kann ich auch überblicken, dass die Quereinsteiger-Nummer mittlerweile nicht mehr funktioniert.”

Wo ist in dem Satz die Logik?

Ich habe „womöglich mehr Berufserfahrung als Du”, also habe ich Recht????? Das wirkt auf mich unlogisch.

Quereinsteiger sind in Deutschland fast alle Journalisten solange es keine unabhängige, fundierte und praxisgerechte Journalisten-Ausbildung gibt.

Die Journalisten-Schulen sind zwar ein guter Ansatz. Aber diese Schulen sind zu wenige und die Studiendauer ist einfach viel zu kurz. Daher kann die Ausbildung nicht sonderlich fundiert sein.

Und offensichtlich deshalb verlangen immer mehr Arbeitgeber zu dieser offenbar zu oberflächlichen Ausbildung auch noch Praktika und Volontariat.

Eine einfache Verkäuferin lernt in Deutschland 2 Jahre, eine Einzelhandelskauffrau IHK 3 Jahre. Eine Journalistin nur 1 Jahr oder 2 Jahre? Das ist zu wenig, finde ich.

Eine der schlimmsten Formen der Quereinsteigerei ist wohl die, die auch in diesem Forum hier viel zu oft propagiert wird: Einfach was studieren, damit man ein Papier hat, und dann viele Praktika machen -- aber nie wirklich fundiert Recherchieren und Schreiben lernen.

Von 600 Aspiranten wird dann einer fest angestellter Journalist. Das ist wie Lotto spielen.

Das Fiasko mit dem Computerexperten kann ich mir gut vorstellen. Da sitzen eine Soziologin und ein Computerexperte zusammen und wollen einen journalistischen Artikel schreiben...
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 19:03   #8
sienat
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Wenn jemand promoviert, überschreitet er ja die Altersgrenze auch fast automatisch.
Ich kenne Rechtsanwälte, die für Zeitungen schreiben, und dem Computerexperten dürfte es auch schnuppe sein, ob sein Beitrag nun redigiert wird oder nicht.
Für´s Volo würde es wirklich etwas zu spät sein, aber die üblichen Karrierewege gibt es sowieso immer weniger.
Ich würde raten: Lerne etwas Anständiges und schreibe während des Studiums zunächst nebenbei, mache Praktika und die erwähnten Ausbildungs- und Fortbildungsmodule. Dann wirst Du einen Einblick bekommen, ob es reichen kann, Dich auf Dauer etablieren zu können. Wenn nicht, hast Du immer noch den anständigen Beruf als Option.
sienat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 19:30   #9
christine
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Zitat:
Zitat von sienat Beitrag anzeigen
Wenn jemand promoviert, überschreitet er ja die Altersgrenze auch fast automatisch.
Das ist nicht gesagt. Ich kenne einige, die hatten mit 28 ihren Doktortitel, darunter auch ein Chemiker (mit summa cum laude).

Zitat:
Zitat von sienat Beitrag anzeigen
Ich kenne Rechtsanwälte, die für Zeitungen schreiben, und dem Computerexperten dürfte es auch schnuppe sein, ob sein Beitrag nun redigiert wird oder nicht.
Die Rechtsanwälte müssen von ihren Artikel aber nicht leben, sondern sind hauptberuflich Anwälte. Dem Computerexperten mag es egal sein, den Redaktionen, die die Texte kaufen aber nicht. Der Typ, von dem ich spreche, ist halt lang genug dabei, hat einen Namen, da nehmen die das in Kauf, dass sein Kram Arbeit macht (vielleicht läuft auch noch etwas über den Preis, der verkauft ziemlich viel). Bei einem Neuling haben Redaktionen aber nicht so endlos viel Geduld, wenn dessen Text zuviel Arbeit macht, kauft man halt beim nächsten Mal die Texte von einem anderen Computerexperten. Es gibt genug. Viele Redaktionen sind inzwischen so dünn mit Personal besetzt, die binden sich nicht auf lange Sicht jemanden ans Bein, der keine guten Texte abliefert, weil er das journalistische Handwerk nicht beherrscht.
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 19:41   #10
christine
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

OK, Iris68, unterhalten wir uns doch mal über Deine fachliche und journalistische Ausbildung, ein Studium und eine zweijährige journalistische Ausbildung sind in Deinen Augen ja zu wenig. Was hast Du denn in der Hinsicht zu bieten?

Ich habe beides, mache den Job auch schon etliche Jährchen und habe dabei für überregionale Zeitungen und Zeitschriften, Online-Redaktionen und den Hörfunk gearbeitet. Ich stehe mit etlichen Kollegen im Kontakt und höre von denen immer wieder einmal, was hinter den Kulissen läuft.

Geändert von christine (02.12.2007 um 19:43 Uhr).
christine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2007, 22:04   #11
Iris68
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Standard AW: Altersgrenzen für Berufseinsteiger

Ich habe jetzt erst mal bei der Henry-Nannen-Schule nachgesehen. Selbst dort besteht die Ausbildung nur aus Seminaren mit zusammen 31 Wochen Unterricht in der Schule, 39 Wochen Praxis in vier verschiedenen Redaktionen und 8 Wochen Urlaub.

Das ist besser als gar nichts, aber natürlich viel zu wenig. In so kurzer Zeit kann nicht besonders fundiert unterrichtet werden.

Klar gehen Dir da als Hochschul-Fan die Argumente aus. Aber selbst, wenn ich nur einen Hauptschulabschluss von der Rütli-Schule hätte oder 20 Jahre älter wäre als Du, wären meine Argumente nicht anders, als Du sie heute gelesen hast.

Und ich meine eben, dass gerade heute eine journalistische Schmalspur-Ausbildung nicht ausreicht. Wenn ich’s mir recht überlege, muss ich sagen, sie hat noch nie ausgereicht. Und dabei können wir in der deutschen Geschichte ziemlich weit zurückgehen.

Und irgendein theoretisches Studium (z.B. Germanistik, Soziologie, Publizistik) kann die journalistische Ausbildung nicht ersetzen.

Ein theoretisches Studium und dann ein paar Monate Schule sind mir also nicht nur zu wenig, sie gehen mir vollkommen an den hohen Anforderungen der Praxis vorbei.

Ein Studium ist okay, es ersetzt aber nicht die journalistische Ausbildung.

Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass man ausgerechnet im Beruf Journalismus keine Ausbildung braucht. Oder dass ein paar Monate ausreichen.

Wie Du stehe auch ich mit etlichen Kollegen in Kontakt. Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, aber die Kollegen, mit denen ich spreche, sind nicht auf der ewigen Suche nach Praktikums-Plätzen, jammern nicht ewig über die schwierige Situation, sondern sind ganz einfach erfolgreich.

Findest Du es okay, dass hier mal eine Kollegin schreibt, die anderer Meinung ist als Du?
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2007, 16:27   #12
christine
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Hallo Malina .
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Alt 09.12.2007, 21:13   #13
Anialel
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@christine: Haha! Eine Vermutung, die ich zunächst auch hatte... Aber selbst wenn! Nimms locker!

@Iris: Einerseits sagst du zwei Jahre Journalisten-Ausbildung sind zu wenig. Andererseits sagst du, Studium und Praktikum sind nervig. Nimm mal beides zusammen: da hast du deine fudierte Ausbildung. Und abgesehen davon: Journalist darf sich jeder nennen, Redakteur aber nicht. Und darum ging es, soweit ich das verstanden habe, bei dieser Diskussion. Ich glaube nicht, dass Fireflys Ausgangsfrage darauf abzielte, zu erfahren, wie er ab und an mal Artikel an den Mann bringen kann. Und damit wieder zurück zum eigentlichen Thema... Alles weitere könnte man ja in einem eigenen Faden ausdiskutieren, nicht wahr?!
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Alt 10.12.2007, 15:22   #14
Iris68
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@Anialel: Firefly wollte das hier wissen...

„Ich habe hier in den FAQs gelesen, dass es Menschen die "älter" sind kaum noch Chancen haben ein Volontariat zu bekommen.
Was mich nun interessiert, welche Alternativen für einen Berufsstieg gibt es für Betroffene (d. h. Studium erst spät begonnen)?

Ich habe ihm eine solche Alternative genannt.

Zwar habe ich selbst ein Volontariat bei einer großen Tageszeitung abgeschlossen. Aber das war nicht so unendlich entscheidend, dass ich jetzt sage, JEDER andere muss dasselbe machen wie ich.

Es gibt auch andere Wege in den Journalismus. Gott sei Dank. Wären diese anderen Wege versperrt, würde das gegen das Grundgesetz verstoßen. Journalismus ist ein freier Beruf.

Du schreibst: „Ich glaube nicht, dass Fireflys Ausgangsfrage darauf abzielte, zu erfahren, wie er ab und an mal Artikel an den Mann bringen kann.”

Genau darum geht es aber in diesem Beruf: Ab und an mal Artikel an den Mann bringen. Genau darum!

Jeder nicht verbeamtete Journalist muss gerade heute damit rechnen, dass er freiberuflich arbeiten muss. Und da überlebt er nur, wenn er wirklich professionell recherchiert und schreibt.

Und zwar entscheidend besser als seine zahlreiche Konkurrenz.

Gibt Dir jemand den Auftrag für eine Reportage z.B. über den Berlin-Marathon, dann fragt er Dich wahrscheinlich nicht einmal nach Deinem Abitur. Er will einfach wissen, ob Du so eine Reportage schon öfter geschrieben hast. Ob er also damit rechnen kann, dass Du ihm eine wirklich zugkräftige Reportage schreiben wirst.

Dazu will er nicht Dein Uni-Zeugnis oder Deine Volontariats-Bescheinigung sehen, sondern konkrete Reportagen, die Du geschrieben hast.

Offenbar gibt es da bei Journalismus-Aspiranten 2 sehr unterschiedliche Interessenlinien: Die einen (Gruppe #1) wollen möglichst viele Zeugnisse ansammeln. Die anderen (Gruppe #2) wollen möglichst viele gut geschriebene Artikel ansammeln.

Interessenten-Gruppe #1 muss aber nicht immer gleich persönlich werden, wenn jemand aus Gruppe #2 seine Meinung sagt. Diese Meinung ist eben anders – und das macht ein Forum, wie dieses hier, spannend.

Andererseits nervt es schon, wenn man hier im Journalisten-Forum belehrt wird: „Journalist darf sich jeder nennen, Redakteur aber nicht.”

Wenn das so stimmen würde, dann würde ich mich nur mehr als Redakteurin bezeichnen, würde mich bei redakteure.com einloggen -- und mich über einige „Journalisten” lustig machen.

PS: Hier in einem öffentlichen Forum private Unterhaltungen à la „Hallo Malina” oder „@christine: Haha! Eine Vermutung, die ich zunächst auch hatte... Aber selbst wenn! Nimms locker!” zu führen, ist anderen Teilnehmern gegenüber einfach unhöflich.
Iris68 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.12.2007, 15:59   #15
Anialel
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Zitat:
Zitat von Iris68 Beitrag anzeigen
@Anialel: Firefly wollte das hier wissen...

„Ich habe hier in den FAQs gelesen, dass es Menschen die "älter" sind kaum noch Chancen haben ein Volontariat zu bekommen.
Was mich nun interessiert, welche Alternativen für einen Berufsstieg gibt es für Betroffene (d. h. Studium erst spät begonnen)?

Ich habe ihm eine solche Alternative genannt.
OK.

Zitat:
Zitat von Iris68
Zwar habe ich selbst ein Volontariat bei einer großen Tageszeitung abgeschlossen. Aber das war nicht so unendlich entscheidend, dass ich jetzt sage, JEDER andere muss dasselbe machen wie ich.
Hat ja hier auch niemand behauptet.

Zitat:
Zitat von Iris68
Offenbar gibt es da bei Journalismus-Aspiranten 2 sehr unterschiedliche Interessenlinien: Die einen (Gruppe #1) wollen möglichst viele Zeugnisse ansammeln. Die anderen (Gruppe #2) wollen möglichst viele gut geschriebene Artikel ansammeln.
Ich sehe da keinen Widerspruch.

Zitat:
Zitat von Iris68
PS: Hier in einem öffentlichen Forum private Unterhaltungen à la „Hallo Malina” oder „@christine: Haha! Eine Vermutung, die ich zunächst auch hatte... Aber selbst wenn! Nimms locker!” zu führen, ist anderen Teilnehmern gegenüber einfach unhöflich.
Daran ist überhaupt nichts unhöflich. Und da du dich ja nicht angesprochen zu fühlen scheinst, könntest du diese "privaten Unterhaltungen" doch eigentlich ignorieren.
Anialel ist offline   Mit Zitat antworten
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